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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-01-01 · Heft 12 · p. Seite 188

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 12
Article
Nachtrag zu der Berufszählung von 1895 in Baden
Date
1907-01-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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— 188 — Es ergibt sich aus der untenstehenden Tabelle, daß bei den Juden in allen Berufeabteiluugen in viel größerem Umfange als bei den Christen über 14 Jahre alte „Angehörige" vorhanden sind, d. h. solche Angehörige, die nach ihrem Alter bereits in einem Berufe beschäftigt sein konnten, es aber in Wirklichkeit nicht sind. Es hängt dies zweifellos damit zusammen, daß bei den Juden mehr Kinder als bei den Christen die höheren Schulen besuchen und deshalb über das 14. Lebensjahr hinaus in der Schule bleiben. Von allen „Angehörigen" waren bei den Christen nur 35,6%, bei den Juden 51,3% über 14 Jahre alt. in der Berafsabtoilung unter 14 Jahre alt über 14 Jahr alt über 14 Jahr alt prozentual bei den bei den bei den Christ. : Jud. Christ : Jud. i Christ. Jud. Landwirtschaft Industrie Hände! u. Verkehr Häuslich. Dienste freie Berufe ohne Beruf und Berufsangabe in allen Berufs* abteilungen 236119; 108 187482 990 45176 5222 3560 0 19641 347 7456; 319 499437 6986 110279 110 108588: 982 302095137 1681: 1 19383; 391 14825 751 284965:7372 31,8! 50,5 36.4! 49,8 35,2 i 49,7 32,1 '100,0 48,8! 53,0 63.5 : 70,3 35.6 j 51,3 Die Juden in den Siädien Galiziens.;j öaiizien.; Nach dcn Mitteilungen des -------i; gr a 1 i z i s c h e n statistischen Laudesamtes Bd. 21, Heft 1 können wir die Zahl der jüdischen Bevölkerung in den größeren Städten mitteilen. Neben Lemberg und Krakau, deren jüdisch? Zivilbevölkerung 43412 und 25430 betragt, haben mehr als 10000 jüdische Einwohner Kolomea......16417 Stanislau...... 13826 Taruopol...... 13330 8 Städte, zählen 4 bis 10000 jüdische Einwohner: Drohobvcz...... 8678 Chrzanow...... 5504 Stryj /........ 8554 Podgorze......5414 Przemysl......13319 Tarnow.......12484 Brodv........11854 Zloczow Rawa. . 5098 Buczacz....... 6730 Rzeszow ....... 6144 Die jüdischste Stadt in Galizien ist Brody, wo die jüdische Bevölkerung <2,1 % aller Einwohner ausmacht. Eine absolute Mehrheit besitzen di-; Juden in : Buczacz......57,3% Rawa.......57,1 „ Kalusz......55,1 „ Chrzanow.....54,1 „ Sanok.......52,7 „ Zloczow......51,9 „ Stanislau.....51,3 „ Gorlice......51,2 „ Kolomea.....50,8 „ der Gesamt-Bevölkeru Mehr als V3 der Gesamtbevölkerung bildeten die Juden in Zolkiew........49,2 Rzeszow.......48,3 Nadworna......48,3 Drohobvcz......44,8 Tarnow........42,7 Sniatyn........42,6 ferner mehr als 25% Gesamtbevölkerung in Brzezan........40,6 Sokal.........39,3 Stryj .........37,8 Horodei-ka......36,6 Przemysl.......35,2 Zblaraz........34,8 Grodek . .......31,6 Neu Sandec.....30,8 Podgorze.......30,6 Jaroslau.......30,1 Krakau........29,6 Sambor....... .29,4 Dolina........29,1 Lemberg.......29,0 Jaworow.......28,4 Irembowla......27,7 Tysmienica......25,9 bevölkeiten Städte hohen Prozentsatz Die am dünnsten mit Juden hatten noch immer einen recht jüdischer Einwohner, nämlich jaslow........23,2 Wieliczka.......15,6 Wadowice......16,4 Biala.........13,2 Deutfchiand. Verschiebungen in der örtlichen Verteilung der Juden in Deutsch- — '' land seit 1871. Die nachstehende auf Grund der amtlichen deutschen Statistik zusammengestellte Tabelle zeigt, daß in der Verteilung der Juden auf die einzelnen deutschen Landesteile seit dem Jahre 1871 namhafte Verschiebungen vor sich gegangen sind. Insbesondere in die Augen fallend ist der Rückgang der Zahl der Juden in den östlichen Gebietsteilen. So zählten die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern nnd Posen im Jahre 1871 116 075 22,67% „ 1900 78 310 13,35 „ „ 1905 69 785 =- 11,48 „ aller Juden in Deutschland. Am stärksten war der Rückgang in der Provinz Posen, in welcher die Zahl der Juden in der Zeit von 1871 bis 1905 von 61 982 - 12,10 o/9 bis auf 30 433 5,01 % sank. Da die Geburtenhäufigkeit in den Ostprovinzen nicht geringer, sondern größer ist als in den anderen Landesteilen, so ist dieser Rückgang nur durch Abwanderung zu erklären, deren großer Umfang ja auch bereits genügend bekannt ist. Neben den oben genannten Ostprovinzen ist ein prozentualer Rückgang auch in Schlesien eingetreten, das mit 46 629 Juden im Jahre 1871 noch 9,11%, mit 46 845 Juden im Jahre 1905 aber nur noch 7,71 % aller deutschen Juden beherbergte. Einen starken Rückgang hat auch Elsaß-Lothringen aufzuweisen (40 918 7,99% Jahre 1871, 31 708 5,2^ % im Jahre 1905). Auch hier ist der Rückgang nicht durch geringere Geburtenzahl, sondern durch Abwanderung zu erklären. Ungefähr stabil geblieben ist die jüdische Bevölkerung in den Provinzen Sachsen, Schleswig-Holstein, Hannover und Westfalen, ferner in den süddeutschen Staaten, in denen allerdings auch schon eine gewisse Tendenz zur Verminderung vorhanden ist. Die abwandernden Juden nehmen zum Ziel einmal Berlin, sodann die westlichen preußischen Provinzen Hessen-Nessau und Rheinland. In Berlin und der Provinz Brandenburg, zu der die Vororte von

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