Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Stand der Statistik der Juden
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 178 — bieten jetzt die 3 Bände der Zeitschrift nach den besten vorhandenen Quellen ein durchj weg sicheres Material, und es kann wohl j als eine Folge hiervon angesehen werden, j daß die statistischen Angaben über die Juden j in den Zeitungen überall an Zuverlässigkeit gej wonnen haben. Insbesondere scheint auch j die obej-frachliche oder tendenziöse Ausschlachtung statistischer Daten über die Juden in Presse und Parlament seltener geworden zu sein. Es bleiben aber noch große Aufgaben zu lösen. Wo die amtliche Statistik die Kon- I fession bei allen ihren Erhebungen berück-! sichtigt wie z. B. in Deutschland und üsterj reich-Ungarn, werden schon jetzt fast alle j wünschenswerten statistischen Angaben über j die Juden aus der Zeitschrift entnommen j werden können. Nicht alle Länder bezeigen j aber für die Konfession ihrer Bewohner in j der Statistik ein so großes Interesse wie die j genannten beiden Länder; manche Staaten I nehmen auf die Konfession nur bei gewissen 1 Erhebungen Rücksicht, andere (z. B. England, Frankreich, Belgien, Vereinigte Staaten von Amerika) ignorieren sie fast ganz und noch andere Länder mit großer jüdischer Bevölkerung sind überhaupt noch nicht dazu gelangt, große statistische Erhebungen zu veranstalten. Das ist der Fall im ganzen Orient, und alle Angaben über die zahlreichen Juden in der europäischen und asiatischen Türkei, in Persien, Marokko, Südarabien usw. sind deshalb bisher nur mehr oder minder zuverlässige Schätzungen. Diese Lücken auszufüllen, sei es auch um den Preis eigener Zählungen, die das Bureau für Statistik der Juden zu veranstalten oder zu veranlassen hätte, muß in den nächsten Jahren eine Hauptaufgabe der Zeitschrift sein. Daneben wird sie natürlich, um das Erreichte nicht wieder zu verlieren, auch weiter alle aus zuverlässigen Quellen fließenden statistischen Angaben aus der ganzen Welt zu sammeln und zu sichten haben. A. R )ie Juden In der Amsterdamer Diamanten-Industrie.' Von N. W. Goldstein, Brest>Litowsk. I. Geschichtliches. Amsterdam, das heute die hervorragendste Rolle im Leben der Diamantenindustrie spielt und die absolute Mehrheit aller in dieser Industrie in Europa und Amerika beschäftigten J) Quellen: 1. E. E. Danekamp. Die Amsterdamer Diamantenindustrie, Heidelberg, 1895. 2* H- Polak. De Strijd der Diarnantbe werkers, Amsterdam, 1896. 3. Verslag nopens den Toestand en de Verrichtingen van den Algemeenen Nederlandschen Diamantbewerkersbond 1905/1906, benevens de Rapporten van de Commissien voor de Statistick en voor het Maatschappelijk werk. Arbeitskräfte aufweist,x) ist auch derjenige Ort, wo die moderne Diamantenbearbeitung zuerst aufgenommen worden ist. Schon im Jahre 1456 rinden wir dort den Vlamen Lodewyk van Berkem, der als Erfinder der Kunst des Diamantenschleifens gilt, im Aufbauen der Grundlagen dieser Industrie tätig. Zugleich mit Van Berkem ließen sich in Amsterdam auch viele spanische und portugiesische Juden nieder, um die Diamantenindustrie aufzunehmen. Das massenhafte Eindringen des jü- Es wurden gezählt Arbeiter in der Diamantenindustrie im Jahre 1896: Amsterdam — 10/11000; Antwerpen — 2500; Paris — 200/250; Hanau am Main - 200; St Claude — 200; Brooklyn — 350, außerdem befindet sich eine Anzahl von einigen hunderten Arbeitern in Luzera, Genf, Cincinatti und Boston.