Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1907)
- Article
- Bewegung der Bevölkerung in Bulgarien
- Date
- 1907-08-01
- Page
- Seite 135 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2650397-3187638-3187647-3189581--1258-3189639- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 135 — hingegen das Geschlechtsverhältnis bei der übrigen (nichtjüdischen) Bevölkerung Bulgariens nicht erheblich den in der Regel festgestellten Prozentsatz der männlichen Geburten (105—106 auf 100 Mädchen) übersteigt, es entfielen nämlich auf 1000 Mädchen der nichtjüdischen Bevölkerung 1074 Knaben durchschnittlich jährlich in der Zeit 1897/1902. Gering ist die Zahl der unehelichen Kinder bei den bulgarischen Juden; unter 8068 Geburten überhaupt bei den Juden in diesen 6 Jahren waren im Ganzen 26 unehelich geboren 0,322 Prozent; auch bei der nichtjüdischen Bevölkerung Bulgariens kommen uneheliche Geburten ziemlich selten vor: in 6 Jahren 3408 0,385 Prozent sämtlicher nichtj üdischer Geburten. Die Pruchtbarkeitszirfern für die einzelnen Konfessionen geben nachfolgende Zahlen an: Es entfielen Lebendgeborene 1897 1898 1899 1900 45,2 41,3 42,1 44,7 auf je 1000 Orthodoxe Mohamed. Israeliten Arm.-Greg. Katholiken Protestant. Orthodoxe Mohamed. Israeliten Arm.-Greg. Katholiken Protestant. 30,9 40,8 50,6 47,2 32,8 31,2 41,2 40,3 44,5 39,7 35,1 43,0 38,1 42,8 30,0 33,1 39,4 30,8 46,2 25,9 Totgeborene 1897 0,2 0,3 2,0 0,9 0,2 1898 0,2 0,2 2,0 U 0,3 1,4 1899 0,2 0,2 1,3 0,4 0,2 0,5 1900 0,2 0,2 1,1 0,5 0,2 0.7 1901 39,9 28,0 35,7 25,0 38,5 31,0 1901 0,2 0,2 1,9 0,4 0,3 0,4 1902 41,4 28,5 38,2 26,3 40,5 26,8 1902 0,2 0,2 1,5 0,2 0,2 Die Israeliten weisen eine recht hohe Prozentziffer der Lebendgeborenen auf und erscheinen an 3. Stelle hinter den noch fruchtbareren Orthodoxen und Katholiken. Höchst beachtenswert ist die überaus hohe Totgeburtenquote bei den Israeliten, die um das 5—10 fache die relative Zahl der Totgeborenen bei den Orthodoxen übersteigt. Eheschließungen gab es überhaupt unter Juden 1897 29227 245 1898 28232 248 1899 32077 230 1900 30661 218 1901 32819 204 1902 36041 221 Es entfielen Eheschließungen auf 1000 1897 1898 1899 1900 1901 1902 Orthodoxe 86 80 95 88 93 99 Mohamed. 72 74 76 61 67 73 Israeliten 80 79 71 62 61 64 Arm.-Greg. 102 79 59 58 54 67 Katholiken 87 90 92 76 70 83 Protestanten 66 94 i 9 61 64 74 Die Israeliten weisen demnach im Verhältnis zu den übrigen Konfessionen nur eine geringe Zahl von Ehe Schliessungen auf; umsomehr fällt ihre relativ hohe eheliche Fruchtbarkeit ins Gewicht. Die niedrige Eheziffer der Juden wird vielleicht auch darauf zurückzuführen sein, daß sie seltener, sobald die erste Ehe durch Tod des einen Ehegatten gelöst ist, eine zweite Ehe eingehen. Darauf deutet zum Teile das Alter der Eheschließenden (Tabelle II) hin, von denen nur wenige in höherem Alter heiraten. Tabelle IL Alter der eheschließenden Juden in den Jahien 1901 (I.Spalte) u. 1902 (2. Spalte). Es heirateten Männer im Alter von Frauen im Alter von Summa mit. 15 15- -18 18- -20 20- -25 25- -30 30- -40 40- -50 50- -G0 üb. 60 1901 1902 unter 18 Jahren _ _ _ __ _1 _ _ _ _ __ _ _ _ _ — — — — — 18—20 M _ — __. — 1! 1 3 — — _ — — — — — — — 4 1 20—25 „ - : — 1 6 111 22 28 4 1 — — — — — - — — 41 63 25—30 - ' - 1 3 25! 20 59! 12 IT — 1 — — — — — — 103 96 30—40 i: - — 1 5! 11 19 5 8 1 3 1 — — .._ — — 36 44 40 50 1 — — 1 1 —! 1 5 6 4 3 5 2 — — 1 — — 16 13 50-00 — ■ — — — -. — — — 1 1 1 1 2 2 über 60 » — i — — _ — — — — — 1 1 — — — — 1 — 2 9 Suniniä i! — 3 j 11 42; 55 114: 27 31 5 11 5 — — 1 — 1 — 204; 221