Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1907)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1907-07-01
- Page
- Seite 112 (sequence 2)
- Language
- German
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— 112 — Unter den Juden dieser Gebiete zeigt sich, soweit sie nach dem Geschlecht gesondert wurden, ein starkes Ueberwiegen der Männer, das aus dem Umstände, daß es sich in hohem Maße um Neueingewanderte handelt, wohl erklärlich ist. Es waren unter den Juden in Männer Frauen Capland......... 13124 6413 Natal.......... 965 531 Oranjen......... 1176 440 Austral. (Kontinent ohn.Tasnianien) 8078 7054 Neu-Seeland........ 826 785 Unter den Bekeimern des jüdischen Glaubens wurden in Capland 28 und in Natal 3 Individuen gezählt, die nicht der weißen (europäischen) Rasse angehörten, sondern Mischlinge waren. Das Vermögen der Baronin üon Cohn-Oppenheim- Stiftung in Dessau betrug am 1. Dezember 1906 5282347 Mk., die Einnahme 229169, die Gesamtausgabe 226239 Mk. Die Stiftung zahlte an Steuern 25125 Mk., 9258 Mk. kostete die Verwaltung. Unterstützungen an Bedürftige wurden in Höhe von 69831 Mk. verausgabt, für Krankenpflege 21823, für Schulen 20000 Mk, für Stipendien 17612; die israelitische Kultusgemeinde in Dessau erhielt 30000 Mk., andere isr. Gemeinden in Anhalt 14890 Mk., 2 Herzoginnen von Anhalt 5000 Mk. — Zur Förderung der Wissenschaft des Judentum und Unterstützung von Vereinen, die die moralische und soziale Hebung der Juden zum Ziele haben, wurden 13200 Mk. verteilt. Fast 3/4 der gesamten Ausgaben (165850 73,3%) sind für allgemeine und rein jüdische Zwecke im Herzogtum Anhalt selbst zur Verwendung gelangt. Mitteilungen. Generaloerfammlung des Verbandes für Statiftife der Juden. Am 15. Mai dieses Jahres fand die vierte ordentliche Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden statt. Vom Vorsitzenden des Verbandes Dr. Alfred Nossig wurde ein Bericht über die Tätigkeit des Kuratoriums, des Vorstandes und des Bureaus für Statistik der Juden erstattet. Im Auftrage der Großloge des U. 0. B. B. für Deutschland wuide vom Bureau eine im Wesentlichen auf Originalerhebungen beruhende Untersuchung über „Die sozialen Verhältnisse der Juden im Großherzogtnme Hessen44 vollendet. Die von Dr. Arthur Kuppin verfaßte Arbeit wird voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 1907 im Druck erscheinen. Mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" wurde eine von Dr. Jakob Thon verfaßte Schrift „Die jüdischen Gemeinden und Vereine in Deutschland" mit einem wertvollen Beitrag von Paul Drey in München veröffentlicht. „Die Entwicklung - der jüdischen Bevölkerung in Oesterreich" wird sich ein drittes statistisches Werk betiteln, dessen Druck bereits begonnen, und das ebenfalls Dr. Thon zum Verfasser hat. Demnächst erscheinen auch „Die sozialen Verhältnisse der Juden in Rumänien0 und „Tabellarische Uebersichten über die Verhältnisse der Juden in Deutschland". Alk Grund der neuen Satzungen des Kuratoriums, die den subventionierenden Körperscbatten die Entsendung eines Vertreters auheimstellen, traten zwei hervorragende jüdische Organisationen dem Verbände mit namhaften Subventionen bei: die deutsche Konferenzgemeinschaft der A. J. IT., die im Kuratorium durch Geheimrat Goldberger, und der Hilfsverein der deutschen Juden, der durch Herrn Oscar Berlin vertreten wird. Die finanziellen Grundlagen des Verbandes haben sich bedeutend gebessert. Im Vorjahre subventionierten ihn nur nachstehende Gemeinden und Organisationen: Der Zentralverein Deutscher Staatsbürger jüd. GL, die Großloge des TL 0. B. B., der Deutsch-Israelitische Gemeindebund und die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums; die Gemeinden Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Mainz, Posen, Stettin, Wiesbaden. Im Laufe des Berichtsjahres traten hinzu: Die Deutsche Konferenz-Gemeinschaft der A. J. U., der Hilfsverein der Deutschen Juden, die Baronin Cohn- Oppenheim-Stiftung, die Gemeinde Adaß-Jisroel in Berlin, die Synagogengemeinden Danzig, Kassel, Hannover, Beuthen, Elberfeld, Kattowitz, Straßburg, Gleiwitz, Hohensalza, Erfurt, Königsberg, Hildesheim, Konstanz, Dresden, Tilsit, Thorn; von auswärtigen Gemeinden: Wien, Prag, Lemberg, Warschau. Im ganzen subventionierten den Verband 31 Gemeinden und 8 Organisationen mit Beiträgen bis 1000 Mark. Bei den hierauf folgenden Wahlen entsandte die Generalversammlung statutengemäß fünf Mitglieder in das Kuratorium, und zwar die Herren: Sanitätsrat Dr. Maretzki, Geheimrat Professor Blumenthal, Professor Philippson, Justizrat Dr. Fuchs, Benno Braun (L Fa. Joelsohn & Brünn). In den Vorstand des Verbandes wurden gewählt: Dr. Bruno Blau, Benno Braun, Dr. Bernhard Kahn, Dr. H. G. Heymann, Dr. Walter Munkt, Dr. Alfred Nossig, Dr. Julius Rothholz, Dr. Theodor Zlocisti. Zu Revisoren wurden die Herren Richard Cassel und Leopold Doinnauer bestellt. In einer am 27. Mai stattgefundenen Versammlung wurden die von Justiziat Dr. Max Horwitz neu redigierten Satzungen nach eingehender Diskussion einstimmig angenommen. Diese Satzungen gelten nur für den Berliner „Verein tür Statistik der Juden". Die Satzungen des Verbandes ^sollen im Einveiständnis mit den dem Verband© angehörenden auswärtigen Vereinen entworfen werden.