Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Ehetrennungen in den Jahren 1901 bis 1904
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
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— 94 — 1904 348 rein jüdische Ehen durch Eich terspruch gelöst worden, ferner 9 Mischehen mit jüdischem Mann (Frau in G Fällen römisch-katholisch. 2 evangelisch, 1 griech.- kathol.) und 9 Mischehen mit jüdischer Frau (Mann 8 Mal römisch-katholisch, 1 evangelisch). Im allgemeinen sind die Ehescheidungen in den letzten Jahren im Wachsen begriffen, bei den Juden scheinen sie aber ganz besonders eii'e steigende Tendenz zu verfolgen. Es wurden nämlich durch liichterspnieh Ehen gelöst auf 100 geschied. Ehegatt, rrau ,, , , entfallen Juden 264 8,75 242 942 278 9^9 357 9,98 i. jähre überhaupt 1901 2495 1902 2614 1903 2873 1904 3578 Mann 259 230 256 357 Frequenz der Jilittelfchulen im Jahre 1904. Es gab 1904 in Ungarn. / r, j. Juden Christen überhaupt in % an Gymnasien 41976 10580 20,13 an Realschulen 6018 3627 37,61 Mittelschulen zus. 47994 14207 22,35 Gegen das Jahr 1903 hat sich die Zahl der jüdischen Schüler an den Gymnasien um 311 vermehrt", an den Realschulen um 183 vermindert. Ihr Prozentanteil an der Gesamtzahl der Schüler an den Mittelschulen ist ungefähr derselbe geblieben 'v22,85 % gegen 22,89 % im Jahre 1903). In Kroatien-Slavonien waren unter 6304 Schülern überhaupt an den Mittelschulen 583 Juden (— 9,27%). Der Prozentanteil der Juden an der Gesamtbevölkerung (7,9 in Ungarn und 0,8 in Kroatien-Slavunien) wird durch ihren Anteil an der Frequenz der Mittelschulen in Ungarn fast um das 5 fache, in Kroatien-Slavonien um mehr als das 11 fache übertroifen. An den ungarischen Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten bildeten die Juden mit 613 Zöglingen 5,92% sämtlicher Zöglinge. Die Zahl der Juden in Elsaß- €lfa§-Cofhringen. Lothringen betrug im Jahre 1871 „ 1880 „ 1890 „ „ 1900 „ * 1905 40918 39278 34645 32264 31708 Die Zahl der Israeliten hat sich also von 1900 bis 1905 absolut verringert; ebenso machten sie relativ im Jahre 1900 noch 1,88% der Gesamtbevölkerung von 1719470 Seelen, 1905 nur noch 1,75% der Gesumthevölkorung von 1814564 Seelen aus. Von den Israeliten entfielen auf 1900 1905 den Bezirk Unter-Elsaß 16481 16182 Ober-Elsaß 9040 8361 „ „ Lothringen 6858 /165 Die stärkste Abnahme zeigt hiernach der Bezirk Ober- Elsaß. Die von mehr als 500 Juden bewohnten Städte sind: Straß bürg mit 5111 Juden unter 167678 Einwohnern Mühihausen „ 2428 „ , 94498 Metz „ 1691 „ „ 60419 Colmar „ 1256 „ „ 41791 Hagenau „ 596 „ „ 18737 „ (Nach der Amtlichen Uebersicht in der Beilage zum Zentral- und Bezirks-Amtsblatt.) ir^ i| £rgebniffe der Volkszählung in!| Cuxemberg. |j Luxemburg. Am 1./12, 1905 waren 11 •ji nach den Veröffentlichungen der üommis.sion permanente de Statistiqtie des Großiierzogtums ßd. 13, Teil Tu. Ii vorhanden: männlich weibl. zusammen Einwohner überhaupt 126220 120235 246455 darunter Juden 601 609 1210 Die Juden machten hiernach 0,49% der Gesamtbevölkerung aus, während sie im Jahre 1871 523 Fers. -■= 0,26 % der Ges.-Bev. „ 1880 777 „ 0,37 „ „ „ 1890 1009 „ 0,48 „ „ „ „ 1900 1212 „ 0,51 „ „ zählten. Die Zunahme der Zahl der Juden von 1871 bis 1900 ist zumeist auf Einwanderung aus Deutschland zurückzuführen. Das ergibt sich daraus, daß sich unter der (-iesamtbevölkernng nur 32339=13,1%, unter den Juden aber 689--=56,y% Nichtluxemburger befinden und daß von diesen 689 Juden 595 deutsche Staatsangehörige sind. Daneben finden sich noch 46 Franzosen, 1.8 Heigier und 30 sonstige Angehörige fremder Staaten. Literatur. Hlaurice fishberg. Materials for the physical Anthropology of the eastern european Jews. Mem. of the amer. anthrop. and ethnol. Societ. Vol. i, Part 1. New York 1905. Durch die Arbeit Fishbergs ist die Anthropologie der Juden um eins ihrer besten Werke reicher geworden. Die Arbeit ist in methodischer Beziehung mustergültig, fußt auf einem Material von bisher nie erreichter Größe — 152S Juden und 435 Jüdinnen New Yorks — und zeigt einen geradezu staunenswerten Heiß in der Verarbeitung der Urziffern zu Tabellen und Curven. Nur wer selbst sich einmal mit solchen Berechnungen abgegeben hat. kann ermessen, was hinter diesen Tabellen für Mühe steckt. Im einleitenden Abschnitt bespricht Fishberg zunächst einige allgemeine Fragen, vor allem die der jüdischen Rassenreinheit. Er schließt sich der Meinung derer an, welche die Juden als eine Mischrasse ansehen, die von den Völkern ihrer Umgebung sehr viel Blut aufgenommen hat. Als Beweise dafür führt er mehrere Beziehungen an, die sich in der Schädelform, der Körpergröße, der Pigmentierung etc. zwischen den Juden und ihrer Umgebung finden, und deren ausführliche Aufdeckung das eigentliche Thema seiner Untersuchung bildet.