Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung Münchens nach dem Stande vom 1. Dezember 1905
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 90 (sequence 5)
- Language
- German
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— 90 — Jahren der größten Arbeitsfähigkeit stehenden ganz erheblich, denn — wie schon oben hervorgehoben wurde, — drängt der Jude als der wirtschaftlich Fortgeschrittenere nach dem Fallen der politischen Sehranken nach der Stadt zur Betätigung seines wirtschaftlichen Schaffensdranges. Deshalb der hohe Prozentsatz, den die in Bayern (außer Müncheil) und in Deutschland gebürtigen Juden in den Altersstufen 16—70 aufweisen gegenüber den Prozentzahlen in den jüngeren Altersstufen. Pune Ausnahme hiervon machen jedoch die im Auslande gebürtigen Juden. Für ihre Zuwanderung sind nicht in erster Linie wirtschaftliche Gründe maßgebend, sondern vornehmlich politische: die Bedrückungen und Verfolgungen, die die Juden in den russischen Ländern zu erleiden haben. Dies veranlasst viele russische Juden mit ihren ganzen, oft kinderreichen Familien auszuwandern und gerade München, die liberale Kunststadt, die sich frei von engherzigem Polizeigeist weiß, ist ein bevorzugter Zufluchtsort. Daher die hohen Kelativzahlen auch in den jüngeren Alters jähren (1—10) bei den Ausländern. Noch deutlicher veran sch aulicht di es Letzt-G esagte die Tabelle III 1), die durch Darstellung des Anteils der Juden an der Gesamteinwohnerschaft in den Gcbürtigkeitsgruppen einen Vergleich mit den Andersgläubigen gestattet. Es fällt liier sofort auf der große Anteil, den die Juden, und auch besonders die jüdischen Kinder, an der Gesamtzahl der vom Ausland Zugezogenen haben : Während von 100 in München geborenen nur 1,35 Juden sind, sind von 100 Ausländern über 10 (10,27) Juden, — (in der Altersstufe 1 — In sogar 17,11 v. H.); — von 100 Deutschen 5,58. Diese Erscheinung hebt auch der vom Statistischen Amt der Stadt München herausgegebene Bericht hervor, in welchem es heißt: „Der Anteil der Israeliten an den Gebürtigkeitsgruppen ist bei den Ausländern am größten, bei den sonst in Bayern Gebürtigen am geringsten. Bemerkenswert ist noch, daß von allen Gebürtigkeitsgruppen (München ausgenommen) die Ausländerauch die absolut größte Zahl von Israeliten aufweisen." In der kleinen Tabelle IV wird die Gebürtigkeit der Juden der der Christen o P £ o °r> 2 : 2 £ o ' a er- §3, ig Ü * : §^»'1 T-' 5; §; cc h -! Ol o i ci1ei y—i cc ci er. ci cc er: t— o cc —i oi ci ic ci rci i M! - CC O O ci o »c —11— cc CO CC' w?-l X r-i S? CO X CO CO t-H CT.? ' '-2 & 9 ci „ ~ ■ i—i c bß ....... l£ "B ■ ° 1 . o "~ : 55 So T—1 — — S. O ß % >r> :ce IT ~ cc -^f cc ~ er: Ol >2 CC CT iC >C CO »O cc CT: 5 9?1?J 3! Ol 01 Ol ~r £ fS 35 Mün eh eii .... sonst in Bayern . . in Bayern (in. Münch.) sonst in Deurschland in Deutschland zus. . im Ausland . . . Summa in den einzelnen Zählungsjahren gegenübergestellt. Sie illustriert anschaulich die bereits erwähnten interessanten Erscheinungen: Während die Christen eine fortgesetzte Zunahme des Anteils der in München Gebürtigen aufzuweisen haben, (seit 1880 ist dieser Anteil von 352 v. Taus, auf 397 gestiegen , hingegen eine wenn auch geringe Abnahme der im Ausland Gebürtigen verzeichnen, hat bei den Juden das entgegengesetzte Verhältnis statt: Der Anteil der in München Gebürtigen ist bei den Juden erheblich gesunken, (seit 1880 von 358 auf 287), der Anteil der im Ausland Gebürtigen jedoch noch w-eit erheblicher gestiegen : (von 89 i. J. 1880 auf 257 i. J. 1905). Von besonderem Interesse für München ist Tabelle V, in welcher der Ante ilder j ü d i s chen Bevölkerung in den einz einen Bezirken