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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 79

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Charlottenburg
Date
1907-05-01
Page
Seite 79 (sequence 2)
Language
German
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— 79 — auf je 1000 Juden 7,30 „ „ 1000 Christen 9,40 Die Mischehen sind wie im benachbarten Berlin sehr häufig: in den 11 Jahren von 1895—1905 wurden 649 rein jüdische Ehen 102 Ehen zwischen jüdischem Mann u. rhristlich. Frau 50 „ „ christlich. „ „ jüdischer „ geschlossen, sodafi unter je 100 heiratenden jüdischen Männern 13,6 und und unter je 100 heirarenden jüdischen Frauen 7,2 eine Mischehe eingingen. Geboren (lebend und tot) wurden im Jahre 1905 Kinder von jüdischen Eitern.......... 197 „ jüdischem Vater u. christlicher Mutter . . 9 „ christlich. „ „ jüdischer „ . . 13 sonst ehelich von christlichen Eltern .... 4300 unehelich von jüdischer Mutter...... 5 „ w christlich. „ ...... 593 Rechnet man die Kinder aus Mischehen je zur Hälfte den Juden und Christen, die unehelichen Kinder der Konfession der Mutter zu, so entfielen Geborene auf je 1000 Jaden 13,41 „ „ 1000 Christen 22,01 Die Heburtsrate ist also bei den Juden in Charlottenburg noch erheblich niedriger als ihre an sich schon sehr niedrige Geburtsziffer in Preußen '(17,50), wie auch die Christen in Charlottenburg hinter der Geblirtsrare der Christen in Preußen (33,47) beträchtlich zurückbleiben. Daß für die Höhe der Geburtsrate der 'Wohlstand der Bevölkerung von entscheidendem Einflüsse ist, wird schlagend dadurch bewiesen, daß im Durchschnitt der Jahre 1904/05 für das von d-r wohlhabenderen Bevölkerung bewohnte Ostviertel die Geburtenziffer 10,90, für den Stadtteil am Kurfürstendamm 12,10, iür Westend 12.86, dagegen für das Schloßviertel 32.02 und das hauptsächlich vonArbeitern bewolmteMari iniken - leide 39,48 betrug. Gestorben sind im Jahre 1905 180 Juden 11,33 pro Mille 2767 Christen — 12,42 „ Die Steibezitfer ist bei Juden und Christen außerj ordentlich niedrig und geringer als in irgend einer j anderen deutschen Großstadt. Die natürliche Zunahme j beträgt bei den Juden nur 2,08, bei den Christen dai gegen 9,59 pro Mille.! ========- 1 Beobachtungen an jüäifehen ferien-! Bayern, p, kolonifren. Der Münchener Kinder- I!!— 11 arzt Dr. E. Dörnbeiger berichtet untei I obigem Titel im Internationalen Archiv für \ Schulhygiene, III. Bd., 3. Heft über den Einfluß des Ferien-Landaufenthalts auf jüdische Kinder aus j München, die von dem jüdischen Verein für Ferienj kolonien in München auf sein Ferienheim in Schwaben \ geschickt wurden. Die Beobachtungen erstrecken sich I auf 148 Knaben und 138 Mädchen. Die Kinder; standen vor der Abreise in die Ferienkolonien inbezug; auf das Körpergewicht gegen die Kolonisten anderer I Konfessionen um 1 — 2 Jahre zurück, d. h. das Christ- liehe Kind erreicht schon 1—2 Jahre früher ein Ge- \ . wicht, das das jüdische Kind erst entsprechend später 1 erreicht. Während des Ferienaufenlhaks verringerte sich dieser Abstand erheblich, die durchschnittliche Zunahme betrug 1,71 kg. Audi hinsichtlich des Brustumfangs zeigte sich ein günstiger Einfluß des Ferienaufenthaltes. Inbezug auf die Körperlange blieben die jüdischen Knaben beträchtlich, die Mädchen unerheblich hinter der Körperlänge christlicher Kinder zurück. (Eingesandt von Ch. Wassermann.) Israeiitifdie Kuliussemeinden in;; angarn. j: Ungarn. Im Jahre I9ür> gab es in :.====—=i: XJngarn 2371 israelitische Kultusgemeinden (581 Haupt- und 1790 Filialgemeinden), von denen 159'/ orthodox, 539 sogen. Koiigrcß-Eeiigionsgemeinden (ei?. scliließL 23 reformicrte-israelir. Kultusgenieinden in Kroafcien-Slavonien) und *2H5 sogen. Status quo Gemeinden waren. (Im Jahre 18(58 wurden auf einem Kongreß jüdischer Gemeinden in Ungarn gegen den Willen der Orthodoxen Statuten geschaffen, die für sämtliche lleligionsgenieinden Ungarns bindend sein sollten. Dagegen protestierten die Orthodoxen und erlangten 1871 die Genehmigung der Regierung für die von ihnen verfaßten Satzungen. Je nach dem Organisationsstarut gibt es somit sog. Kongreß-Gemeinden (liberal-reformiert) und orthodoxe; die neben diesen bestehende 3. Gruppe der „Status quo ante"-Gemeinden haben die vor 18(37, dem jähre der Erlassung der Staatsgrundgesetze und der bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden gilt ige Gcnuundeverfassung beibehalten. Letztere unterstellen den staatlichen Verwaltungsbehörden, wohingegen die Kongreß- und orthodoxen Kultusgemeinden in der israelitischen Laudeskanziei, resp. der orthodoxen Durchführungskommission autonome Centraiorgane besitzen). Von sämtlichen 412 Rabbinern in Ungarn, wa'eu 238 in orthodoxei; Gemeinden, von allen 1300 kabbiuatsverwesern und Religionslehrern 889 in orthodoxen Gemeinden angestellt. Auf Kroatien- Slavonien entfallen 2G Kultusgemeinden mit 21 Rabbinern und 35 Rabbinatsverwesern. r r €hefdilie§unaen im Jahre 1905 in Deuffdiiand. Beuffdtland. Das 1. Viertel- --■====—ij jahrsheft zur »Statistik des Deutschen Reiches. 16. Jahrgang 1907 (Berlin 1907) bringt die Zahlen der Eheschließungen in Deutschland im jähre 1905, die, soweit sie die Juden betreffen, in der Tabelle zusammengestellt sind. Die Gesamtzahl aller Eheschließungen betrug 4-85900. Rechnet man die Mischehen zwischen Christen und Juden je zur Hälfte den Christen und Juden zu. so kamen (bezogen auf die Volkszählung von 1900) im Jahre 1905 unter 10000 Christen 86,3t unter 10000 Juden 73,53 Eheschließungen ver. Die geringere Zahl der Eheschließungen bei den Juden ist um so auffälliger, als sich unter der jüdischen Bevölkerung verhältnismäßig mehr Personen im heiratsfähigen Alter befinden als unter den Christen und deshalb eigentlich zu erwarten gewesen wäre, daß die Eheschlicßungszi li'er der Juden die der Christen übertreffe. Das umgekehrte Verhältnis muß teils dadurch erklärt werden, daß eine größere Zahl von Juden unvermählt bleibt, teils dadurch, daß bei den Juden das Eingehen einer zweiten und einer dritten Ehe nach der Auflösung der ersten seltener ist»

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