Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Die Bewegung der Bevölkerung in Frankfurt a. M. im Jahre 1905
- Date
- 1907-04-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2650397-3187638-3187643-3189328--1069-3189371- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 6: 2 Da Frankfurt a. Einwohnern M. am 1./12. 1905 unier 334978 Von den Gestorbenen waren 202502 Evangelische 105814 Katholiken 23476 Juden 3186 Dissidenten u. Pers. unbek. Konf. zählte, so entfallen (von den Dissidenten wegen der Kleinheit der absoluten Zahl der Heiraten abgesehen) imf je 1000 Evangelische 10,9 Eheschließungen Katholiken 11,7 „ Juden 7,7 „ Die Juden haben also die relativ geringste Zahl von Eheschließungen aufzuweisen. Den 164 rein jüdischen Ehen stehen "20 Mischehen eines jüdischen Mannes mit einer christlichen Frau und 17 Mischehen eines christlichen Mannes mit einer jüdischen Frau gegenüber. Es heirateten demnach 10,87 % aller heiratenden jüdischen Männer und 9,39% aller heiratenden jüdischen Frauen einen nichtjüdischen Ehegatten. Dieser Prozentsatz ist an sich nicht unerheblich, allerdings weit geringer als bei den Evangelischen und Katholiken, bei denen von je 100 heiratenden Männern 26,67 bezw. 54,02 ihre Frau aus einer anderen Konfession wählten. Unter den 9439 (lebend und tot, ehelich und unehelich) Geborenen stammten aus rein jüdischen Ehen.........352 „ iviischehen zwiseh. jüdisch. Mann u. ehrist. Frau 17 „ „ „ christl. „ „ jüd. „ 14 unehelich von jüdischer Mutter.......12 Rechnet man die Geborenen aus Mischehen zur Hälfte den Juden, die unehelich Geborenen dem Religionsbekfnntni.N der .Butter zu, so wurden geboren Evangelische Katholiken Juden in absol. Zahlen 5622 3408 380 Diss.u. Unbekannte 29 aut je 1000 Einw. gleicher Konfession 27.76 32.21 16,19 9,10 zusammen 9439 2818 Die Juden haben hiernach, von den wenigen Geburten der Dissidenten abgesehen, weitaus die niedrigste Geburtsziffer. Totgeboren waren 7 Kinder jüdischer Mütter, d. h. 1,84% gegenüber 298 Totgeborenen =3,29% bei der christlichen Bevölkerung; unehelich waren 12=3,16% aller jüdischen und 1324=14,62% aller christlichen Geborenen (nach dem Religionsbekenntnis der Mutter). Gestorben sind in absol. Zahlen Evangelische 3088 Katholiken 1687 Juden 300 Diss.u. Unbekannte 211 auf je 1000 Einw. gleicher Konfession 15,25 15,94 12,78 unt. 1 Jahr alt unt.5Jahre alt -g! i -2 -»-5 *H o in absol Zahle prozentual] o| CG — |^ prozentual! bei den Evangelischen „ „ Katholiken „ „ Juden „ „ Diss. u. Unbek. 904 508 37 128 i 29,27; 30,11 : 12,33 1207 687 43 133 39,09 40,72 14,33 Aus den Zahlen geht deutlich hervor, daß die Juden ihre günstige Sterbeziffer der außerordentlich geringen Säuglings« und Kindersterblichkeit zu verdanken haben.;i |j Die Staatsangehörigkeit und lüutter- ' Preußen, jj spräche der Juden in Preußen wird ,; -= il ua^jj fav Volkszählung vom 1./12.1905 im Statistischen Jahrbuch für den preuß. Staat 4. Jahrgang (Berlin 1907) angegeben. Danach waren unter den 409501 Juden 38844 Reich «ausländer, die folgenden Staaten angehörten: Oesterdeich (einschließlich Bosnien und Herzegowina)...... 16665=43,0 % Rußland (in Europa u. Asien) . . . 13185=34,0 „ Ungarn (einschließl. Kroatien) . . . 3386= 8,7 „ Niederlande (nebst Kolonien) . . . 1366= 3,5 „ Vereinigte Staaten von Amerika (nebst Kolonien)......... 1193= 3,1 „ Rumänien.......... 854= 2,2 Großbritannien (nebst Kolonien) . . 953= 2,4 „ Türkei (in Europa und Asien, ohne Tripolis und Egypten)..... 398= 1,0 Frankreich (nebst Kolonien). . . . 158= 0,4 Schweiz........... 158= 0,4 „ Sonstige Staaten....... 423= 1,1 „ Ohne Staatsangehörigkeit bezw. ohne Angabe ...... .... 105= 0,2 „ Summa 38844 100,0 „ Neben__den 38 844 Juden waren 121 855 Evangelische, 349 337 Römisch-Katholische und 16 056 sonstige Personen Reichsausländer. Die Reichsausländer sind hiernach unter den Juden zahlreicher als unter den Christen, denn es entfielen Reichsländer auf je 100 Evangelische 0,52 Katholische 2,62 Juden 9,48 Sonstige 7,74 Von den gesamten 526 120 Reichsausländern machten die 38 844 reichsausländischen Juden 7,38 % aus. Bei diesen Zahlen ist allerdings zu berücksichtigen, daß die Volkszählung vom 1./12. 1905 gerade in eine Zeit fiel, in der sich wegen der russischen Unruhen zahlreiche Juden aus Rußland nach Deutschland geflüchtet hatten (vgl. No. 12 des 1. Jahrganges dieser Zeitschrift), die inzwischen bereits wieder nach Rußland zurückgekehrt sein dürften.