Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 49 (sequence 1)
- Language
- German
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Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr6,—M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Georg Wilhelmstrasse 22. " " Redaktion: Dr. Arthur Rnppin. N Für die Umschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Suchhändlern und Verlegern — entgegengenommen, insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 Mk, pro halbe Seite 5 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Haiensee, Georg Wilhelmstr. 22. 3. Jahrgang. April 1907. Heft No. 4. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. Hugo Hoppe, Königsberg: Die Kriminalität der juden und der Alkohol. — Dr. S. Weissenberg, Elisabethgrad : Die Auswanderung von Rußland nach Palästina. — Carl v. Tyszka, München : Alter und Familienstand der Juden und Christen in München im Jahre 1900. iL Statistisches Archiv. Hilfsverein der deutschen Juden in Berlin. — Mischehen in Triest. — Die frühzeitigen Heiraten in Ungarn. — Berufsuud Gewerbezählung in Deutschland im Jahre 1907. — Ein vergessener Versuch zu einer Statistik des Judentums. — Die Bewegung der Bevölkerung in Frankfurt a. M. im Jahre 1905. — Die Staatsangehörigkeit und Muttersprache der Juden in Preußen. — Ausländische juden im Groß- Herzogtum Hessen. — Taubstumme Kinder in Holland. — Mischehen in Ungarn im Jahre 1904. — Geisteskrankheiten bei den Juden in Algier. — Baron Hirsch-Schulen in Galizien. — HL Mitteilungen. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Kriminalität der Juden und der Alkohol. Von Dr. Hugo H< (Schluß). i Die bisherigen Zahlen gaben nur über die Gesamt>Kriminalität der Juden Aufschluß und gewährten nicht den richtigen und genügendenEinbiick in die Verhältnisse. Diesen bekommen wir erst, wenn wir die einzelnen Straftaten ins Auge; fassen und Juden und Nichtjuden in Bezug j auf die einzelnen Delikte miteinander ver- \ gleichen. Dazu bietet uns die deutsche und j die österreichische Kriminalstatistik das ge- I nügende Material. (Tab. II u. III.); Was zunächst auffällt, ist, daß die Juden bei allen Gewalttätigkeits- und Eoheitsdeiikten eine viel geringere Kriminalität haben. Wenn wir uns den außerordentlich starken Einfluß! oppe, Königsberg. \ vergegenwärtigen, den der Älkoholismus bei der Erzeugung dieser Delikte hat, so ist die geringe Kriminalität der Juden in Bezug auf diese Straf tatengattungen leicht erklärlich. Fassen wir hier Deutschland und das Jahrzehnt 1892—1901 ins Auge, so betrug die | Kriminalität der Juden im Verhältnis zu der | der Nichtjuden bei gefährlicher Körperverj 1 etzung330/u,bei schwererl5° o,beieinfacher(1882 I bis 1891) 68 %7 hei Gewalt und Drohung gegen; Beamte 30 ();0, (in Österreich Gewalttätigkeit gegen obrigk. Personen 1901 u. 1902 etwa 50 %, 1903 u. 1904 etwas mehr), bei Widerstand gegen die Staatsgewalt 23 %, bei Befreiung von! Gefangenen (vorzugsweise eine Straftat, die