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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Anteil der Juden am Hochschulstudium in Oesterreich seit dem Jahre 1851
Date
1907-03-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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- 38 — die Hälfte aller jüdischen Techniker. Auch \ relativ sind die Juden dort und an der Prager deutschen Technischen Hochschule stark vertreten; sie "bilden in beiden mehr als den vierten Teil sämtlicher Hörer. Ihnen am nächsten steht inbezug auf die Prozentzahl der Juden die deutsche technische Hochschule! in Brünn, sodann die Lemberger, während die böhmische in Prag und die Grazer nur sehr wenige Juden haben. In Brünn besteht seit einigen Jahren noch eine böhmische technische Hochschule, die jedoch von Juden fast garnicht besucht wird. Die Kriminnlltät der Juden and der Alkohol Yon Dr. Hopp Zu den wichtigsten und bestbekannten Faktoren der Kriminalität gehört unbestritten der Alkohol. Es weiß ja ein jeder, und die Durchsicht der lokalen Nachrichten und der Berichte üb er Gerichts Verhandlungen in den Zeitungen lehrt es jeden Tag, eine wie ungeheure Bedeutung schon die gelegentliche Alkoholvergiftung,der Rausch,besonders bei derErzeugung der sog. Roheits- und Gewalttätigkeitsdelikte hat. Lord Coleridge sagte im Jahre 1877 bei Eröffnung einer Großjury: „Die Verbrechen aus Gewalttätigkeit entstehen mit wenigen Ausnahmen im Wirtshaus und sind durch Trunkenheit bedingt. Neun Zehntel der Gefängnisse würden wir leeren können, wenn wir England nüchtern machen könnten." In der Tat ergeben auch die Statistiken einen außerordentlich großen Prozentsatz der im Rausch verübten Straftaten. Nach einer im Jahre 1895 im Grossherzogtum Baden angestellten Statistik waren von 2437 Straftaten 34,7 % im Rausch ausgeführt worden, und zwar von Majestätsbeleidigung 71 %, von Religionsvergehen 66 %, von Widerstand 64 %, von Raub und Erpressimg 57 %, von Sachbeschädigung 47%, von Nötigung und Bedrohung 46 %, von Körperverletzung 43 %, von Sittlichkeitsdehkten38 % ,von Delikten gegen die Ordnung 30 %, von Delikten gegen das Leben 18 %, von Diebstahl 7 %. Höhere Zahlen schon ermittelte Wie'seigren bei einer umfassenden Erhebung, welche die von 1886—1897 in die schwedischen Gefängnisse und Zuchthäuser e, Königsberg. eingelieferten Gefangenen, über 27 000, betraf. Von diesen hatten die Straftat im betrunkenen Zustande begangen 54,1 % der Männer und 8,5 % der Frauen, und zwar Delikte gegen die Staatsgewalt (Widerstand) 82 %, Verletzung der öffentlichen Ordnung 86%, Mord, Todschlag, und andere Gewalttaten 76 %, Freiheitsberaubung 63%, Raub 67%, Diebstahl 62%, Brandstiftung und andere Eigentumsbeschädigungen (Sachbeschädigung) 45 %, Sittlichkeitsverbrechen 42 %. Die Zahl bei den Gewalttätigkeitsdelikten sind hier noch relativ gering, wie überhaupt die Zahlen nur als Minimalzahlen zu betrachten sind. Löff ler in Wien fand, daß unter den 1896 und 1897 wegen Roheits-u. Sittlichkeitsdelikten bestraften 1159 Personen 59 % zur Zeit der Tat berauscht waren, und zwar bei Widerstand 78%, bei Totschlag 71 %, bei Notzucht 83 %, bei Sachbeschädigung 63%, bei gefährlicher Drohung 57%, bei schwerer Körperverletzug 54%, bei Raub 50%, bei Religionsstörung 50%. - Auch das sind, wie Löffler näher ausführt, nur Minimalzahlen, da die Trunkenheit schon einen erheblichen Grad erreicht haben muß, ehe sie eine aktenmäßige Feststellung erfährt. Die sorgfältigste Statistik in dieser "Beziehung rührt von Wadlin her, der die im Jahre 1894/95 im Staate Massachusets vorgekommenen 26672 Kriminalfälle der eingehendsten Untersuchung unterzog und dabei fand, daß nicht weniger als in 82 % Trunkenheit Ursache der Bestrafung w7ar (allerdings

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