Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Juden in Wiener Irrenanstalten
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
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— 16 — Gestorben im Ganzen Juden M. F. zus. M. F. zus. 1902 138 52 190 19 8 27 1903 152 67 219 28 7 35 Sa. 290 119 409 47 15 62 16,2% 12,6o/0 15,4% Besondeis groß ist das Mißverhältnis bei den jü" diseben Männern. Es seheint dies daran zu liegen, daß unter den geheilt Entlassenen die Alkoholisten die Mehrzahl bilden (1902 unter 129 geheilt entlassenen Männern 86, 1903 unter 144 Männern 77), während die Juden fast gar keine Alkoholisten liefern; auch unter den geheilt entlassenen Frauen bilden die Alkoholistinnen einen nicht unerheblichen Prozentsatz (1902 u. 1903 15 unter 183 oder 9%), während sich unter den Jüdinnen gar keine Alkoholistinnen befinden. Der Umetand aber, daß unter den Gestorbenen die Juden einen so erheblichen Prozentsatz bilden, zeigt, daß sie auch sonst an schwereren und mehr unheilbaren Störungen srkranken. Die Prozentzahl der Aufnahmen von Juden ist übrigens wesentlich größer als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht (8,86 % nach der Volkszählung Ton 1900). Sie ist ferner in den letzten Jahren gestiegen, denn 1898-1901 betrug sie nur 10,99%. (Bericht über die niederösterreich. Irrenanstalten für 1902). Hoppe. tuberkulose-Sterblidtkeif in Chicago. Theodor B Sachs.. Tuberculosis in the Jewish District of Chicago. (Tuberkulose in dem jüdischen Distrikt von Chicago). Journ. of the American Medial Association 1904, 6. August. Die Statistiken von Sachs stimmen nicht mit den von Rilling überein, wonach die Tuberkulose unter den Juden in Amerika selten sein soll. Nach Sachs Untersuchungen ist sie im Gegenteil sehr häufig infolge der unsauberen Wohnungen und des strapaziösen Lebens, und dabei in deutlicher Zunahme begriffen. Letztere Feststellung ist wohl eine Folge der Assimilation, denn die sogenannte Immunität der Juden gegenüber akuten und chronischen Infektionskrankheiten ändert sich mit den ökonomischen und hygienischen Bedingungen, indem unhygienische Verhältnisse mit günstigen Zuständen wie frühe Heirat, Keuschheit, Seltenheit der Syphilis und des Alkoholismus, sorgfältige Beachtung des Gesundheitszustandes, peinliche Auswahl und Zubereitung des Fleisches sich auch in der mannigfaltigsten Weise kombinieren. Hoppe. Rasse und Verbrechen. In einem in Heft 8/9 S. 140 des 2. Jahrgangs dieser Zeitschrift auszugsweise wiedergegebenen Artikel hatte R. Weinberg betont : „Die rasseabiologische Struktur birgt in sich eine der Wurzeln des Verbrechens." Hierzu bemerkt Näcke (Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik 25. Bd. 1. u. 2. Heft, S. 66): „Dem schließe ich mich entschieden an, soweit es den endogenen Faktor der Kriminalität anbelangt. Freilich halte ich für das Gros der Verbrecher daran fest, daß der exogene Faktor, das Milieu, entscheidender ist als der endogene, persönliche, womit naturlich nicht gesagt ist, daß wir diesen unterschätzen sollen, aber erst recht nicht überschätzen, wie es Lombroso und seine Schute tun. Man weiß ja z. B., welchen Wert Lombroso auch der Rasse beimißt; er unterschätzt sie aber jedenfalls, wie auch die meisten endo- und manche exogenen Elemente des Verbrechertums." Speziell über die Juden sagt Näcke : „Von altersher hat man besonders gern die Juden als Beweis für die Rassenwirkung angesehen und das nicht ganz mit Unrecht. Man weiß, daß sie Vorliebe und Abneigung für bestimmte Krankheiten haben; auch bezw. der Psychosen, des Selbstmords und der Verbrechen bestehen, wie wohl jetzt ziemlich fest steht, nicht unbeträchtliche Verschiedenheiten. Daß der jüdische Charakter seine Eigenheiten hat, wird wohl Niemand leugnen. Trotzdem die Juden in den verschiedensten Milieus leben, ist der Charakter im ganzen derselbe geblieben, wie wir ihn schon in der Bibel finden. Und eine Legende ist es wohl mehr oder weniger, wenn gesagt wird, alle die schlechten Eigenschaften, die man ihnen nachsagt, seien allein durch das fremde Milieu herangezüchtet worden. Mag einiges daran wahr sein, so finden wir sie doch schon in der Bibel in den Hauptzügen wieder und Jahwe ist nur ein getreues Widerspiel. Schon als die Juden in Palästina einwanderten, waren sie keine reine Rasse mehr und haben später noch manche fremde Elemente aufgenommen. Während man in ihnen früher Torwiegend Semiten sah, hält man sie jetzt mehr für Arier, allerdings mit stark semitischer Beimischung, und letzterem scheint das, was man als „jüdischen Charakter" geschildert findet, in der Hauptsache anzugehören, wie auch scheinbar die Verschiedenheit der Juden bezw. die Quantität und Qualität von Verbrechen und Wahnsinn. Aber selbst bei ihnen gibt es doch ziemlich große Unterschiede, woran sicherlich wieder Rassenmischungen beteiligt sind. Die polnischen, die deutschen Juden sind von den Sephardim (den Spaniolen) ziemlich verschieden, noch mehr von den sogen, schwarzen Juden etc. Ich zweifle nicht einen Augenblick, daß auch hier deshalb pathologische etc. Unterschiede bestehen werden, die nicht restlos durch Verschiedenheit der Milieus sich erklären lasse»."