Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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ttftril d Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,—M. für das halbe Jahr 3,50M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Georg Wilhelmstrasse 22. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Georg Wilhelmstr. 22. Für die Umschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 Mk, pro halbe Seite 15 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. 3, Jahrgang, J Januar 1907. Heft No. 1. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. S. Wrissenberg, Elisabethgrad: Der Anteil der Juden an der Revolutionsbewegung in Ruß' land. — Dr. Maurice Fishberg, New-York: Zur Frage der Herkunft des blonden Elements im Judentum. — Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Rumänien. II. Statistisches Archiv. Jüdische Studierende an der Universität Leiden. — Die Juden im Stadtbezirk Leipzig. — Geburten und Sterbefäüe in Bukarest. — Juden in Wiener Irrenanstalten. — Tuberkulose-Sterblichkeit in Chicago. — Rasse und Verbrechen. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Der Anteil der Juden an der Re Von Dr. S. Wei s s o Der Anteil der Juden an der russischen Revolution ist ein von vielen Standpunkten; sehr interessantes Problem. Die Regierung j selbst ist sehr geneigt, die ganze revolutionäre; Bewegung den Juden in die Schuhe zu schieben,; und dieser Meinung gaben ihre Leiter dadurch! Ausdruck, daß die Juden, um sie abzuschrecken und so von der Revolution abzubringen, auf das grausamste verfolgt wurden. Den Anfang machte, wie bekannt, ganz unverhohlen, Plehwe mit Kischmew, dann folgten Shitomir, Hornel, die Massen-Massacres von Oktober 1905 und endlich schon in der konstitutionellen Aera Bialystok und Sedletz. Selbstverständlich wurden die Juden durch diese Verfolgungen nicht abgeschreckt, sondern im Gegenteil, jeder Pogrom führte der Revolution neue Kräfte zu, so daß sich zuletzt selbst in der loyalen jüdischen Partei der Zionisten eine revolutionäre Fraktion, 'olutionsbewegung in Rußland. b e r g, Elisabethgrad. die der Zionisten-Sozialisten bildete. Aber nicht nur die Verfolgungen an und für sich sind es, weiche die Juden revolutionieren, denn im weiten Rußland gibt es auch andere Völker, welche nicht minder verfolgt werden und trotzdem ganz ruhig sind. Man muß vielmehr dabei den größeren Bildungsgrad und die Explosivität des jüdischen Charakters in Betracht ziehen. Nach dem allgemeinen Rezept der russischen Bureaukratie suchte man auch der Staatsverbrechen einfach durch die Verheimlichung derselben Herr zu werden und so wurden im Jahre 1879 nach Verordnung des Justiz-Ministeriums die Staatsverbrechen von der allgemeinen Kriminalitäts-Statistik ausgeschieden, welche weise Verordnung erst im März 1905 aufgehoben wurde. Auf diese Weise wurde zwar die Revolution nicht abgeschafft, aber niemand kannte die Zahl ihrer