Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Die Juden in den preußischen Städten
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 187 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rawicz 1× ep/1048078
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— 187 — Die Juden in den preußischen Stödten. Von Dr. Jakob Die vom königlichen statistischen Landesi amt in Berlin veröffentlichten Ergebnisse der j Volkszählung von 1905 (vgl. darüber den Artikel in voriger Nummer) ermöglichen die Berechnung, welches Kontigent die Juden zur Stadtbevölkerung stellen. In ganz Preußen gibt es 1271) Städte. In diesen leben, wie Tabelle I zeigt, IG \-> Millionen Christen und 351 550 Juden: mehr als die Hälfte (55,11%) aller Christen wohnt in Landgemeinden, von allen preußischen Juden dagegen nur ungefähr Vt (14,55 %). Tabelle 1. Es wohnen in Städten mit Einwohnern von (in absoluten Zahlen) Christen Juden Christen Juden mehr als 200 (XX 100 000 - 200 000 50 000—100 000 30 000-50 000 20 000—30 000 10 000-20 000 5 000-10 000 3 000—5 000 2 000-3 000 1000-2 000 unter 1 000 zus. in Städten 4 748 505 2 48-4 583 1 088 923 1141 970 1 432 338: 1 015 1(50: 1510 623; 039 878 593 781' 358 713 40 600 188 920 36 588 18 209 15 007 16 900 17 459 ■ 23 018 16 519 10 948 0 803 953 jrozentualiter 12,87 0,75 4.5(5 3J0 3,88 4,38 4,11 2,55 1,61 0,97 0,11 46,13 8,93 ±M 8,06 4,14 4,26 5,76 4,03 2,67 1,54 0,23 10 556 455 851550 20 327 3( 58 57 951 44,89 1 85,85 55.11; 14,15 dagegen in Landgemeinden Dieser große Unterschied ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß beinahe die Hälfte aller preußischen Juden in Berlin und den großen Städten mit mehr als 200000 Einwohnern lebt, von den Christen dagegen nur 12,87 %. In der Verteilung der Christen und Juden auf die anderen Städte sind zwischen beiden nur unerhebliche Abweichungen festzustellen. Nur in den kleineren Städten wohnen die Juden verhältnismäßig etwas häufiger als die Christen. Tabelle II führt sämtliche preußischen Städte, die bei der Volkszählung 1005 mehr als 500 jüdische Einwohner zählten, auf. Es gab demnach 38 Städte mit über 1000 und 30 Städte mit 500—1000 Juden. Die Gesamtzahl der Juden in den ersten 33 Städten be¬ Thon, Berlin. trägt 237(555, in den 80 anderen h. in diesen 72 Städten wohnen beinahe 2;3 (04,00 %) aller preußischen Juden. Oder mit anderen Worten : 58,04% der Juden in Preußen leben in jüdischen Gemeinden mit mehr als 1000, 0,92 0 o in Gemeinden mit 500—1000 Mitgli edern. Gegen das Jahr 1000 hat sich die Zahl der Juden in 10 Städten mit über 1000 jüdischen Einwohnern um 115(5 Personen vermindert, in 23 dagegen um 25 510 vermehrt, sodaß die Gesamtzunahme 24354 beträgt, Hiervon entfallen 17251 auf Berlin und seine Vororte Charlottenburg, Schöneberg undKixdori die übrigen hauptsächlich auf rheinländische Städte. In 14 Städten mit 500—1000 jüdischen Einwohnern hat die Zahl der Juden um 892 zugenommen, in 25 dagegen um 024 abgenommen, sodaß im ganzen eine Abnahme von 32 zu verzeichnen ist, der Stand ist somit ungefähr gleich geblieben. Berücksichtigen wir, daß der Zunahme um 24 322 Juden in den behandelten 72 Städten eine Steigerung der jüdischen Bevölkerung in ganz Preußen um nur 17170 Personen gegenübersteht, so ergibt sich daraus, daß in den übrigen Gemeinden die Zahl der Juden sich w e n ig s t e n s um 7 148 vermindert hat.1) In 7 Städten, in denen jüdische Gemeinden mit mehr als 500 Mitgliedern im Jahre 1000 bestanden, ist die Zahl der Juden im Jahre 1905 auf unter 500 zurückgegangen und zwar fiel sie in : von 1900 792 (517 505 5(58 598 560 544 auf 190:) 393 318 8(58 479 39(5 428 479 Provinz | Zempelbuis Westpreußen ( Landsberg" in Brandenburg ( Sehrimm Posen { Rawitsch [ Csarnikau Mit Ausnahme der Berliner Vororte und einer unerheblichen Steigerung des Prozentanteiles der Juden an der Gesamtbevölkerung in einigen rheinischen Städten und in wenigen anderen, wie Wiesbaden, Fulda, Marburg und r) In Wirklichkeit ist die Abnahme grösser, da sieh die Einwanderung aus außerpreußisehen Staaten fast ausschliesslich den Großstädten zuwendet.