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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-11-01 · Heft 11 (November 1906) · p. Seite 176

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 11 (November 1906)
Article
Jahresbericht der Jewish Colonization Association für 1905
Date
1906-11-01
Page
Seite 176 (sequence 2)
Language
German
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— 176 — schale Erfolg von neuen Maßnahmen, welche bezwecken, auf ihren Ländereien Juden mit Kapital als völlig selbständige Kolonisten gruppenweise anzusiedeln. Ein Anfang ist auf der Domäne Leloir, die 100OuO ha. groß ist, bereits gemacht. Der Gesamt besitz der Gesellschaft in Argentinien hat sich im Berichtsjahre von 401 815 auf 403 <1(> vergrößert. Die Zahl der Schulen in den Kolonien herrügr 20, an denen von 04 Lehrkräften ->05 Knaben und 822 Mädchen unterrichtet werden. In Brasilien unterhält die Gesellschaft die Kolonie I'hilippson mit 45 Kolonisten und 285 Seelen und sie hat ferner mehrere Kolonien in Kanada, über welche genauere Zahlenangaben fehlen. Kleinere Kolonien befinden sich in Cypern, Palästina und Klcinasicn. In der Wirksamkeit der Gesellschaft für den Unterricht in eigenen Ackerbau- und Handwerkerschulen Hrgerifinjen, hat sich seit dem Eingangs erwähnten Berichte in dieser Zeitschritt Wesentliches nichts geändert. r'-^-""--^ j)|e Zahl der Juden in Tripolis. Tripolis. Ueber die Bevölkerung von Tripolis ■- ■ -- bringt Mehier de Marhuisiculx im 12. Hefte der Zeitschrift L'Anthropolugie Bd. XVH (Paris 11)06) Angaben, die er als die verlässlichsten bisher bekannt gewordenen bezeichnet, da sie auf der neuesten türkischen Volkszählung beruhen und ihm von einem türkischen Beamten geheim mitgeteilt worden sind. Die Gesamtbevölkerung von Tripolis beträgt danach 711000, darunter sind 10770 Juden. Diese Zahl weicht von dem Resultate einer Enquete der Alliance Israelite Universelle, über die sich ein Referat von Wassermann im 5. Heft des 1. Jahrg. d. Ztschr. findet, nur unerheblich ab. Dort war die Zahl der Juden auf 18(500 angegeben. Die Juden sind sehr ungleichmäßig im Lande verteilt: man findet sie an der Küste und im Dschebel (Gebirge). Der südlichste Tunkt, \vu man noch Juden trifft, ist Orfella. Die Zahl der Juden beträgt in : Tripolis Zenzour Zavia Gariana Orfella 12000 00 450 (50 00 Taor^ha Vit reu Meehya Tadjourah Msellata 200 1000 1000 200 850 Khoms 300 Oase Zlirten 450 Misrata 400 Die Einwanderung von Juden nach Argentinien hat, wie wir dem —------- - Jahresbericht der J'ewish Colonization Association für 1905 Seite 53 (Paris 1006) entnehmen, in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Sie war in früheren Jahren sehr gering, dürfte im Jahre 1004 nach der Schätzung der L C. A. bereits 4000 betragen haben, und ist im Jahre 1005 nach der amtlichen argentinischen Statistik auf 7510 Personen gesi legen. Die Juden sind der argentinischen Regierung als Einwanderer sehr willkommen; es wird ihnen durch die amtlichen Einwandenmgsbureaus Arbeit nachgewiesen und sie werden, wenn sie Arbeit im Innern des Landes annehmen, auf Kosten der Regierung dahin befördert. Austritte vom und Uebertritte zum Judentum im Jahre 1904. Außerdem gibt es 2150 Juden im Sandjak Ben- Ghasi, von denen 2000 im Hafen Ben-Ghasi und 150 in Derna leben. — Ueber die soziale Lage der Juden bemerkt- Mehier de Mathuisieulj: Die Juden sind in einer sehr unglückliche» Lage. in Tripolis leben 8000 Juden im schwärzesten Elend und auch die übrigen haben heute kein sicheres Brot für morgen. Im Dschebel ist die Situation womöglich noch schlimmer; die Juden sind dort die Opfer von mittelalterlichen Gebräuchen, deren sich die Türken noch nicht ganz entschlagen haben. Die arabischen Schelks können sie nach Belieben ausplündern und sogar töten. Die Unglücklichen wandern nicht aus, weil sie nicht wissen wohin: sie leben abgeschieden in ihren Bergen und haben alle Beziehungen zu ihren Glaubensgenossen an der Küste verloren. Deutschland. Den statistischen Mitteilungen aus deutschen e van ge 1 isc h e n Lanu es kirch en f ür d as Jah r 101 >4 (Stuttgart 1005) entnehmen wir die folgende Tabelle über die Ein- und Austritte vom Judentum zur evangelischen Kirche. Die Zahlen bieten insofern kein ganz zutreffendes Bild der TJchertrinsbewegung. als darin jedenfalls auch eine erhebliche Zahl von Kindern ans Mischehen enthalten sind. ^Vgl. darüber Heft 10 des 1. Jahrgangs der Zeitschrift). Es sind im .fahre 1004 Ostpreußen..... Westpreußen .... Berlin ...... Brandenburg .... Pommern..... Posen....... Schlesien..... Sachsen...... Westfalen..... Rheinland..... S chl es w ig-Hol s te in. . Hannover..... Hessen-Nassau . . . Konigr. Preußen . . . „ Bayern . . . „ Sachsen . . . „ Württemberg . Baden...... Hessen...... Mecklenburg-Sch wenn - Sachs.-Weim.-Eiseuach . Oldenburg..... Gotha. 7..... Koburg...... Anhalt...... Wald-Pyrmont . . . Bremen...... Hamburg..... Els.-Lothr (augsb. K onf.) Zusammen Juden zur Evangelische evang. Kirche zum Juden tum uisgetreren; übergetreten 0 11 153 32 15 1 00 17 0 30 5 14 30 1 34 404 9 26 ,i 10 1 1 1 1 i 4 20 48 1 i 497 52

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