Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- Eheschließungen im Jahre 1904
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 159 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 159 — Jahre 1904 unter 10000 Christen 84,88, unter 10 000 Juden 74,55 Eheschließungen vor. Die geringere Zahl der Eheschließungen bei den Juden ist um so auffälliger, als sich unter der jüdischen Bevölkerungverhältnismäßig mehr Personen im heiratsfähigen Alter befinden als unter den Christen und deshalb eigentlich zu erwarten gewesen wäre, daß die Eheschließungsziffer der Juden die der Christen übertreffe. Das umgekehrte Verhältnis muß teils dadurch erklärt werden, daß eine größere Zahl von Juden unvermählt bleibt, teils dadurch, daß bei den Juden das Eingehen einer zweiten und einer dritten Ehe nach der Auflösung der ersten seltener ist Die absolute Zahl der jüdischen Eheschließungen hat seit dem Jahre 1901, seit welchem zum ersten Eheschließungen fanden statt in Mann und Prau j jüdisch i Manu jüdisch, Frau Frau, jüdiscl: Mann evangelisch katholisch sonst, christl. sonst öd unbek.Bek. evangelisch \ katholisch i sonst, christl. ' Ostpreußen t\< 5 1 0 O 2 0 0 Westpreußen 94 2 0 0 O 1 0; 1 Stadt Berlin (528 13012 10 O 84 11 1 Brandenburg L>3 39 7 0 O 23 2 1 Pommern >3 2 1 O O 2 1 0: Posen 23-> 0 0 0 0 4 i; 0 Schlesien 324 11 4 0 O 11 10 0 Sachsen 44 8 0 (): 0 3: 1 (1 Schleswig-Holstein l(') 9 1. O 0 5 0 O Hannover 95 12 4 0 O 18 0 0 Westfalen 148 (>' 1. 2 0 11 2 0 Hessen-Nassau 340 7 9 1 0 12 9 i) Rheinland 35 / 22 15 1 0 3112 1 Hohenzollem 5 0 0, 0 0 0 0 0 Königreich Preussen 2602 2535544; C 207 49 4 Bayern 445 8 12| 1: 3 5 5 0 Königreich Sachsen 52 7 V 1, 2 3: 0 1 Württemberg 92 1 1 0: U 2 1 0 Baden 205 7: 2 0 0 (.) 3 0 Hessen 190 7 0' 0: 0 2 3: 0 Mecklenburg-Schwerin 11 1, 0 0 0 0 0 0 Sachsen-Weimar 4 0 0 0: 0 0 0 0 Mecklenburg-Strelitz ♦> 1 0 0 0 (1 0 0 Oldenburg 11 0 O. 0; 9 u 1 0 Braunschweig 8 1 0. 0 0 3 0: 0 Sachsen-Meiningen i -) i _ 0 0 0 0 1 0 0 Sachsen-Koburg-Gotha 1 jL 0 0. 0 0 1 0 0 Anhalt 0 0 0 0 {! 1 0 Lübeck b V 0 0 1 (i; {). 0 Bremen 7 3 r 0 0 O 0 0 Hamburg 102 23 1 0 0 21 0 0 Elsaß-Lothringen 22( 3 1 0 (j 3. 5 0 übrige deutsche Staaten 14 0 0 0 0 1 0 0 Deutsches Reich 4001 316 74 16 6 256 74 5 dagegen 1! : im Jahre 1903 3831 279 08 11 5 21870 13 im Jahre 1902 392: 244 75 8 4 217 03.11 im Jahre 1901 387b 258 07 13 4 222 70 10 Male Ziffern für ganz Deutschland vorliegen, nur geringe Schwankungen (3878 — 3925 — 3831'— 4001) erfahren. Die Zahl der Mischehen zwischen Christen und Juden, die im Jahre 1901 658 betrug und im Jahre 1902 auf 026 gesunken war, ist im Jahre 19U3 auf 008 und im Jahre 1904 auf 748, also ziemlich erheblich gestiegen. Unter diesen 748 Eheschließungen waren 412 solche zwischen jüdischem Mann und christlicher Frau, 330 zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau. Das größte Kontingent zu den Mischehen stellt Berlin und die Provinz Brandenburg (mit den Berliner Vororten). Nicht weniger als 320 - 42,78° 0 aller Mischehen (und zwar 198 zwischen jüdischem Manu und christlicher Frau, 122 zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau) sind in Berlin und der Provinz Brandenburg geschlossen worden. In Berlin und der Provinz Brandenburg haben unter je 100 heiratenden jüdischen Männern 19,43, unter je 100 heiratenden jüdischen Frauen 12,94 einen christlichen Ehegatten geehelicht. Für ganz Deutschland betrug dieser Prozentsatz dagegen nur 9,34 bei den jüdischen i Männern und 7,75 bei den jüdischen Frauen.; Jahresbericht der Alliance Israelite Universelle 1 (1905). Die Einnahmen der Ali. Isr. Univ. betrugen im Jahre 1905 1 504 2ol Frcs (geefen 1 441 787 Frcs.; im Jahre 1904), die Ausgaben 1486022 (gegen 1416086 im Jahre 1904). Somit sind die Einnahmen um 62 464, die Ausgaben um 09 936 Frcs. gestiegen. Die Jahresbeiträge der Mitglieder beiiefen sich auf 102006 Frcs. i und waren um 6940 niedriger als im Vorjahre, da-; gegen erhöhten sich die in immerwährenden Beiträge um 13046 (auf 46427 Frcs.), die „verschiedenen" Einkünfte um 31698 auf 886989 Frcs.), die Subvention von der Jewj.sk Colonization Association blieb in gleicher Höhe (263 i(H) Frcs.). Der weitaus größte Teil der Ausgaben entfällt auf Unterhaltung oder Subveni tionierung von Schulen. Es kosteten: Elementarschulen für Knaben u. Mädchen 732144 Frcs. Vorbereitungsschulen für Mädchen 66943 „ Verpflegung von Schulkindern 56528 „ j Bekleidung „ „ 28602 „ Mittlere und höhere Schulen 10835 „ Reparaturen der Schulgebäude 32279 „ Lehrlingswerk für Knaben im Orient 61017 „ Lehrlingswerk für Mädchen im Orient 25014 „ Werks;ätte zu Jerusalem 71431 „ Ackerbanschule zu Jaffa 78618 „ Meierei zu Djedeida 68127 „ Domaine Reghaia 37422 „ Aus den Kassenberichten der einzelnen Komitees liehen wir die Mitglieder-Jahresbeiträge der wichtigsten Komitees in Deutschland hervor. Es liefen an Jahresbeil ragen ein: in Berlin 7842 Mark. „ Breslau") 3408 „ „ Dürkheim 2725 „ „ Köln 8429 „ „ Mannheim 3619 „ „ Nürnberg*) 5707 „ „ Bosen*) ' 1730 „ *) bamt zugehörigen Orten (Leber die Zahl der Zöglinge und die Schulkosten nach Ländern geordnet brachten wir eine ausführliche Notiz im Juli-Heft unserer Zeitschrift.)