Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Die Beteiligung der Juden am rumänischen Handel
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 143 (sequence 1)
- Language
- German
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— 143 — -_-^ £||e Beteiligung der Juden am ru- Rumänien. j! manischen Handel. Ein soeben veröffentlichter amtlicher Bericht über den inneren Handel giebt die Zahl der Kaufleute in Rumänien am 1. April 1905 auf 136 674 an gegen 105 771 im Jahre 1896. Der Zuwachs beträgt also 28 Proz. Der Mietswert der Handelsgeschäfte betrug im Jahre 1905 Lei 47 963 000, gegen Lei 34 668 000 im Jahre 1896. Hier beträgt der Zuwachs 38 Proz. An Handelssteuern bezahlten die Kaufleute 1905 Lei 2 092 871. Interessant sind die Zahlen, welche die Verteilung des Handels auf die verschiedenen das Land bewohnenden Nationalitäten andeuten. Daraus ist zu entnehmen, daß 1905 101 779 Kautieute Rumänen, 12 228 fremde Untertanen und 22 667 einheimische Juden waren. Es ergibt sich daraus, daß sich der Handel zum größten Teil (74,5 I'roz.) in Händen der Rumänen, und nur zu einem geringen Teil in Händen der Fremden (8,9 l'roz.) und der Juden (16,6 i'roz.) befindet. Aus einem Vergleich mit den entsprechenden Zahlen des Jahres 1896 ergibt sich, daß während die Zahl der rumänischen Kaufleute von 68 785 auf 101 779 gestiegen ist, jene der Fremden mit 12 385 und J2 228, absolut gerechnet, sich gleich geblieben, die der Juden aber von 24 601 aut 22 667 gesunken ist. Prozentual drückt sich diese Abnahme noch deutlichei aus. 1896 machten die rumänischen Kaufleute 65 Proz. der Gesamtzahl aus, 1905 bereits 74,5 Proz. Bei den fremden Kaufleuten sank der Prozentsatz von 11,7 auf 9,8, und bei den jüdischen von 23,3 auf 10,6 Proz. Die Auswanderung der Juden erklärt zum großen Teil diese Abnahme. t ~: Rückgang der jüdischen Bevölkerung; Dänemark ' \n Dänemark" Das dänische sta- : tistische Amt hat ein Tabellenwerk über die Bevölkerung Dänemarks im 19. Jahrhundert (Befolkningsforholdene i Dan mark i det 19. Aarhundrede. Kopenhagen 1905) herausgegeben, dem wir folgendes entnehmen. Es betrug bei der Volkszählung die Zahl der Juden im Jahre in abs. Zahlen in 0 oo der Gesamtbevölkerung. 1840 3839 2,99 1845 3670 2,72 1850 3941 2,80 1855 4143 2,76 1860 4214 2,63 1870 4290 2,40 1880 3946 2,00 1890 4080 1,88 1901 3476 1.42 Es zeigt sich hiernach, daß die jüdische Bevölkerung Dänemarks sich in den 60 Jahren von 1840 bis 1901 nicht vennehrt hat, sondern absolut und noch mehr relativ zurückgegangen ist. 1840 waren noch 2,99 °/oo, 1901 nur noch 1,42 °;0ü der Gesamtbevölkerung jüdisch, der Anteil der Juden war also um mehr als die Hälfte gesunken. Der Grund ist neben geringer Kinderzahl hauptsächlich in den zahlreichen Mischehen zu suchen, durch welche die dänischen Juden allmählich von der christlichen Bevölkerung aufgesogen werden. Interessent ist, daß unter den dänischen Juden starker Frauenüberschuß herrscht und stets geherrscht hat. Es waren nämlich unter 1000 Personen männliehen Geschlechts im Jahre 1840 bei den Juden 462 bei der Gesamtbvkg. 494 1845 463 494 1850 495 492 1855 468 495 1860 482 496 1870 478 494 1880 489 491 1890 473 488 1900 470 487 Dem Alter nach waren in % aller Einwohner gleicher Konfession bei der unter 20 Jahr 20 bis 60 Jahr über 60 Jahr Volkszhlg. von Juden! £es- J i Bev. Juden Ges.- Bev. >de"lEet 1880 1890 1901 318 428 290 438 249! 436 508 533 579 476 460 465 174 96 177; 102 172 i 99 I Die Zahlen zeigen, daß die Jaden erheblich weniger; Personen unter 20 Jahren unter sich haben als die; Christen, und bringen damit die geringe Zahl der Ge-; burten bei den Juden zum Ausdruck. Andererseits j weisen sie nach, daß ein verhältnismäßig sehr großer | Prozentsatz der Juden (17,2 % gegenüber 9,9 % bei! der Gesamtbevölkerung) ein Alter von mehr als 60 Jahren; erreicht. Ueber die kaufmännische Beanlagung der Jaden.! In der Politisch-Anthropologischen Revue 5. Jahrgg. I Nr. 5 spricht sich Dr. M. Oskar Vitting in einer Ab- | handlung „Zur Psychologie der jüdischen Rasse" im! Anschluß an eine Besprechung des Buches von F. Pinkus! „Studien zur Wirtschaftsstellung der Juden" (vergl. | darüber das Referat im Heft 6 des 1. Jahrggs. dieser i Zeitschrift) über die Ursachen für die ausgesprochene | kaufmännische Begabung der Juden folgendermaßen j aus: „Die antiken Juden waren Ackerbauer, Hand werker j und tapfere Krieger — alles andere als Handelsunb I Schacherleute. Wie ist nun dieser große Wandel in I der jüdischen Seele eingetreten? Ich glaube, daß man I hierfür nur die natürliche Auslese und den! Rassen Wechsel im jüdischen Volke veri antwortlich machen kann. Wir sind über die gegenj wärtige Rassenzusammensetzung der Juden ziemlich i genau unterrichtet. Sie setzen sich aus mittelländischen i (eigentlich semitischen), nordischen, alpinen und den; sogenannten hethitischen Elementen und ihren Misch-