Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Die Hauptergebnisse der Unterrichtsstatistik im Königreich Bayern für das Schuljahr 1903/1904
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
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- 9: >3 — Unterfranken (25), Schwaben (8). An den Volksschulen wirkten 28158 Lehrkräfte, darunter 172 0,61 °/o jüdische (161 0.57 männliche, 11 0,4°/o weibliche). Die letzteren Zahlen besagen nicht viel, da die jüdischen Religionslehrer hierbei mitgerechnet sind. Jüdische Volksschullehrer als ordentliche Lehrer gibt es nur an den jüdischen Schulen. Leber die Verhältnisse der jüdischen Volksschulen sowohl, als die der jüdischen Eeligionslehrer werden zur Zeit vom Israelitischen Lehrerverein für das Königreich Bayern Erhebungen gepflogen, auf Grund von Fragebogen, die vom Vorstand dieses Vereins zusammen mit den Vertretern des Vereins für Statistik der Juden in München ausgearbeitet worden sind. Es ist zu erwarten, daß sich auf Grund des Materials ein zuverlässiges Bild der Lage der jüdischen Volksschulen und Religionslehrer in Bayern entwerfen lassen wird. Unter den insgesamt 936888 die Werktagsschule besuchenden Kindern waren 4708 0,50 % jüdische. (Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung zirka 0,9 %!) Unter den 283185 Sonntagsschülern waren 826=0,29 % Juden. II. An den Mittelschulen betrug die Zahl der Schüler: 1. Humanist. Gymnasien, Progymnasien und Lateinschulen . , 2. Realgymnasien . . 3. Realschulen . . . 4. Industrieschulen. . 5. Handelsschulen . . 6. Höhere Töchterschulen 7. Privatiehrinstitute . . O —3 rö S CS o ^. N fZ2?:=3 20 261 1335 12 978 548 2 224 15 702 429 931 123 541 14 466 1369 11 21192 1458 13 5191) 5622) 2 6903) 17 0714) 440 4.4 8,6 4,0 2,5 1,7 8,0 2,5 Zusammen 53 477;3 455i 56 932 6,1 Es ergibt sich hieraus, daß der Besuch der Mittelschulen durch jüdische Schüler im Durchschnitt nahezu siebenmal so groß ist (6,1 %), als dem Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung entspricht (0,9 °/o). *) Zeitschrift des K. Bayer. Statist. Bureaus. Jahrg. 1906 No. 1.!) Es fehlen Konfessionsangaben für 10 Schüler. Diese sind den nichtjüdischen zugezählt. -) Dito für 12 Schüler. 3; Dito für 32 Schülerinnen. 4) Dito für 95 Schülerinnen. Unter die Mittelschulen zählt die bayerische Statistik noch gewisse Fachschulen, die, soweit sie jüdische Schüler haben, nachstehend aufgeführt sind, ferner die Lehrerbildungsanstalten. Anstalten Zahl der Schüler Darunter Juden 1. 2 235(5) 3 2. Fachschulen für Maschinenbau u. 404 1 3. Fachschulen für Textilindustrie . 141 4 4. 587 1 5. i 375(«) 112 6. 8S23(7) i80 7. Sonstige Fachschulen..... 6 382(8) 129 Keine Juden sind an folgenden Fachschulen: Fachschule für Holzbearbeitung (577 Schüler), Fachschule für Keramik (9 Schüler), Arbeitslehrerinnenseniinar (86 Schülerinnen), Landwirtschaftsschulen (192 Schüler), Kreisackerbauschulen (210 Schüler), Gartenbauschulen (13 Schüler), Wein- und Obstbauschulen (53 Schüler), Zentral-Turnlehrer-Bildungsanstalt (49 Schüler). Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten: a. Präparanden-Schulen. Unter den 3267 Schülern finden sich 100 jüdische. Weitaus der größte Teil davon entfällt auf die beiden jüdischen Präparanden-Anstalten in Burgpreppach und Höchberg bei Würzburg. b. Schuliehrer-Seminarien. Die Statistik pro 1904 weist 37 jüdische Seminaristen auf (insgesamt 1 621), sämtliche im Kreise Unterfranken, und wohl ohne Ausnahme Schüler der jüdischen Lehrer - Bildungsanstalt in Würzburg. IV. Hochschulen. Eine Hochschul Statistik mit Ausscheidung der Konfessionen ist in Bayern für die Universitäten München und Erlangen, sowie für die Technische Hochschule München letztmals für das Jahr 1884/85, für die Universität Würzburg nur ein einziges Mal 1851/52 aufgenommen werden. Auch hier beabsichtigt der Verein für die Statistik der Juden eine Ergänzung zu schaffen. 5) Es fehlen Konfessionsangaben für 28 Schüler, c) ferner vorbanden 711 Hospitanten der Musikschule Würzbnrg, die ohne Konfessionsangabe, daher hier weggelassen, 7) von 65 Schülerinnen fehlt Konfessionsangabe, behandelt wie Aninerk. 1, s) ferner 5 7ö7 Schüler ohne Konfessionsangabe.