Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Schulbesuch in Bulgarien
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 64 (sequence 1)
- Language
- German
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Statistisches Archiv. lieber den Schulbesuch in Bulgarien j Fürstentums Bulgarien (Statistique des.Ecoles im Schuljahr 1899/1900 bringen wir j priniaires dans la Principaute de Bulgarie nachfolgende Angaben auf Grund der j pendant Tannee scolaire 1899/1900.) Veröffentlichunsen des Statistischen Amtes des! Es betrug die Zahl der Bulgarien. Schulen Lehrkräfte Schüler r Knaben Mädchen ■ gemischt isammen Lehrer © ii p ü *S Ii 1 II Ö CD 2 cö Zf} Knaben c i © i 3 *^ .' ' o . § 2. £ KZ \ i*^ N 4 63 S im ganzen Fürstentum 482!; 68 | 4022; 4522 6013 H 1906;! 7919 220384 108833 | 329267 in den Städten 74 43 316 433 1028 841 1869 42564 33539 76103 davon sind israelitisch 14 4 13 31 102 31;j 133 2701 i 1465!! 4166 Sämtliche israelitische Schulen sind städtisch. Sie bilden 7,16 % aller städtischen und 0,69 % aller Elementarschulen in Bulgarien überhaupt. Die 133 jüdischen Lehrkräfte machen 7,11 °/0 der jüdischen und 1,68 % aller bulgarischen Elementarschullehrer aus. Aus diesem Verhältnis in Verbindung mit dem Verhältnis der jüdischen Schüler zur Gesamtzahl der Schüler (5,48 % aller städtischen und 1,27 °/o aller Elementarschulkinder überhaupt) läßt sich schließen, daß die jüdischen Schulen zwar nicht so überfüllt sind, wie durchschnittlich die städtischen, jedoch mehr als die Dorfschulen. Von den israelitischen Schulen waren einklassig .........1, zweiklassig.........4, dreiklassig.........2, vierk lassig..........24. Die jüdischen Schüler verteilten sich auf die einzelnen Klassen, wie folgt: Es gab Knaben Mädchen in der f. *}Klasse 1051 611 „ „ IL » 615 368 III. , 564 306 , n IV.*') „ 471 180 Das Verhältnis der schulbesuchenden Knaben zu den Mädchen drückt sich in folgenden Zahlen aus: Es entfielen in den städtischen Schulen auf 100 nichtjüdische Mädchen 124,39 nichtjüdische Knaben, in den israelitischen Schulen auf 100 israelitische Mädchen 184.36 israelitische Knaben, in den Dorfschulen auf 100 nichtjüdische Mädchen 236,01 nichtjüdische Knaben. Es bestätigt sich hier die in allen kulturell zurückgebliebenen Ländern, in denen die allgemeine *) untersten, **) obersten. Schulpflicht nicht streng durchgeführt ist, zu beobachtende Erscheinung, daß der Unterricht der Mädchen weit mehr vernachlässigt wird als der der Knaben. In Bulgarien stehen in dieser Beziehung die Juden zwar günstiger da als die dortige Landbevölkerung, bleiben jedoch beträchtlich hinter der städtischen Bevölkerung zurück. Was die für die Schulen aufgebrachten Kosten anbetrifft, so sind aufgewendet worden in Francs für die Schulen seitens d. Staates seitens d. Kommune oder anderer Quellen zusammen im ganzen Fürstentum 3696556 3370095 7066651 in d. Städten 963348 1481966 2445314 israelitischen Schulen _ 192037 192037 Sämtliche israelitische Schulen sind Privatschulen, die vom Staate gar keinen Zuschuß erhalten, auch von den politischen Gemeinden nur den ganz unerheblichen Beitrag von 2000 Francs, während die übrigen 190037 Francs von jüdischen Organisationen aufgebracht werden. Von der Alliance Israelite Universelle allein, die sämtlichen Schulen Subventionen zukommen läßt, werden zu dieser Summe, wie wir ans ihren Berichten feststellen konnten, an 50000 Francs jährlich zugeschossen (für das Jahr 1901 486U Francs.) Die israelitischen Schulen scheinen übrigens finanziell am besten ausgestattet zu sein, da die jährlichen Unkosten einer israelitischen Schule sich auf 6159 Francs belaufen, wohingegen eine nihtjüdische städtische nur 5605 Francs und eine Dorfschule sogar nur 1814 Francs jährlich durchschnittlich kostet. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. J. Thon, Baiensee. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Halensee. — Druck von R. Boll, Berlin.