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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 63

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen im Jahre 1904
Date
1906-04-01
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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ausgedrückt: es heirateten einen christlichen Ehegatten im ja]lrc 1903 1904 von je 100 heiratenden jiid. Männern 9,58 11,01 von je 100 heiratenden jüd. Frauen 8,17 9,08 von je 100 heiratenden (inännl. und weibl.) Juden überhaupt. . . 8,88 10,06 Jede 10. heiratende jüdische Person ging also im Jahre 1904 eine Mischehe ein. Rechnet man die Mischehen je zur Hälfte den Christen und Juden zu, so entfielen Eheschließungen: in absol. Zahlen auf je 1000 im Jahre christliche jüdische Christen Juden 1904 291 839 2 893 8,56 7,37 1903 282 607 2 776 8,29 7,08 1902 278 72') 2 812 8.'18 7.17 1901 285 981 2 797 8.39 7.13 1900 290 267 2 797 8.52 7.13 Die Heiratsziffer der Juden ist also beträchtlich niedriger als die der Christen. Das ist um so auffälliger, als die Juden — nach den aus vielen Städten vorliegenden Daten über die Altersgliederung bei Christen und Juden — erheblich weniger Kinder und erheblich mehr heiratsinündige Personen unter sich haben als die Christen. Es läßt dies keinen anderen Schluß zu als den, daß bei den Juden verhältnismäßig erheblich mehr Personen ledig bleiben, eine Erscheinung, welche den preußischen Juden zu den Juden in Oestereich-Ungarn und Rußland, wo ein lediggebliebener Jude eine Seltenheit ist, in Gegensatz bringt. Die Sterbefälle sind in Tabelle III angegeben. Ihre Zahl ist sowohl bei Christen wie bei Juden geringer als im Jahre 1903. Bei den Juden ist die Sterbeziffer mit 14,22 Gestorbenen auf 1000 Einwohner auf einem bisher noch nie Tabelle HL im Jahre Es starben Es waren unter Allf Jc 1000 Einwohner 15 Jahr alt von gleicher Konfusion je 100 gestorb. entfielen gestorbene Christen; Juden [Christen | Juden Christen Juden über 15 Jahr'unter 15 Jahr alt | alt! überhaupt über 15;unter 15'.., , t j mberhpt. Jahr alt!Jahr alt! 1904 1903 1902 1901 1900 356 045 | 340 525! 698 570 348 380! 353 921; 702 301 348 202! 323 373 i 671 635 344 647! 369 028 i 713 675 363 585! 375 890! 739 555 4474 4477 4457 4308 4503 1103 j 5577 1172 | 5649 1201! 5658 1298 5606 1365 5868 48.69! 19,78 50 39 I 20,75 48.15 j 21,23 51.71 i 23,15 50,84 i 2^.26 20.44! 14.22 20 61 : 14.40 19,71 14.42 20,94 : 14,29 21.70; 14,96 erreichten niedrigen Stande angelangt. Zu verdanken ist dieser niedrige Stand dem Umstände, daß die Zahl der Todesfälle im Kindesalter (bis zu 15 Jahren) wiederum wie schon seit vielen Jahren zurückgegangen ist. Während bei den Christen 48,89% aller Gestorbenen unter 16 Jahre alt waren, betrug dieser Prozentsatz bei den Juden nur 19,78%. Hierbei ist freilich nicht zu vergessen, daß diese niedrige Kindersterblichkeit bei den Juden zum erheblichen Teile nur das Korrelat ihrer niedrigen Geburtenziffer ist. Es ist vom allgemeinen sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkte höchst interessant, das Sinken der Sterbeziffer bei den Juden zu verfolgen. Denn dieses Sinken ist, abgesehen von dem Zusammenhange mit der sinkenden Geburtenziffer, zweifellos durch die günstigen wirtschaftlichen Verhältniße der Juden verursacht, welche dem Einzelnen bessere Pflege und Hygiene ermöglichen, und kann als ein — sonst kaum noch irgendwo in solcher Schärfe zu beobachtendes — Experiment zur Beantwortung der Frage angesehen werden, wieweit überhaupt durch günstige soziale Bedingungen die Sterblichkeit herabgedrückt werden kann. Die natürliche Zun ahme: die sich durch Abzug der Sterbeziffer von der Geburtsziffer erzielt, betrug im Jahre bei den Christen bei den Juden 1904 16,49 4,49 1903 15,42 4,00 1902 16,82 5,21 1901 15^82 5,07 1900 14,57 4,52 Die Juden vermehrten sich hiernach im Jahre 1904 nur etwa ein Viertel so stark als die Christen

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