Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 56

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Die Juden in den Vereinigten Staaten
Date
1906-04-01
Page
Seite 56 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187651-3187656-3188755--0623-3188774
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 56 — einrichtung allein von der Grundsteuer befreit blieb, auf $ 13 558 100. Jetzt existieren in den Vereinigten Staaten jedenfalls ca. 1000 Synagogen: hierzu kommen ca. 314 Grebethäuser, wie sie im Osten von New York üblich sind (Federation, März 1904). Das ergibt eine Gesamtanzahl von 1334, von welchen ca. 100 rReformsynagogenu sind. Ungeachtet dieser verhältnismäßig großen Synagogenanzahl gehören ca. 80% der jüdischen Einwohner in verschiedenen ISTew Yorker Distrikten keiner Synagoge als Mitglieder an, wenn auch dieses Verhältnis in Brooklyn auf 33.8 Prozent gesunken ist. (Federation, Oktober 1905.) Es ist interessant, die Verbreitung des Logen- Systems zu beobachten. Die in der statistischen Veröffentlichung der American Hebrew Congregations im Jahre 1880 gegebenen Details können mit denen im ..American Jewish Year Book", 5662, verglichen werden: Groß Logen Mit¬ Name des Ordens Jahr glieder¬ Logen zahl ETnai B'ritli 1880 1900 7 302 317 22 814 Ind. Order, Free Sons 1880 9 86 8 604 of Israel 1900 109 Order Keslier Sliel 1880 - 170 10 000 Barzell 1900 O 70 Improvcd Order Free Sons of Israel 1800 l 44 2 479 Ind. Order Sons of Benjamins Order B'ritli Abraham 1900 188 270 IX. Verschiedenes. Im Jahre 1880 existierten 15 jüdische periodische Zeitschriften, die in den Vereinigten Staaten herausgegeben wTurden: im Jahre 1904 waren 82 vorhanden und außerdem 13 Jahrbücher oder gelegentliche Veröffentlichungen. Von den 14,443 Personen, die in „Who^s Who in Amerika4' erwähnt sind, waren 169 Juden, ungefähr gerade der Prozentsatz der einheimischen d. h. in Amerika gebürtigen Juden. Das „American Jewish Year Book" für das Jahr 1904 enthält Biographien von 405 Juden in gelehrten und künstlerischen Berufen (unter 900, an die das Jahrbuch sich um biograph. Auskunft gewandt hatte]; das vom Jahre 1903 gab 421 Biographien von Rabbinern und Kantoren (von j 694, an die man sich gewandt hatte) und das | Jahrbuch 1905 Biographien von 294 im G-emeindei dienst tätigen Personen (unter 452 zur Mitteilung i Aufgeforderten). Im ganzen ist also eine Zahl! von 2 046 Juden von den Herausgebern des; „American Jewish Year Book" zur Aufnahme in j das Jahrbuch würdig befunden wurden; 1 120 | Biographien davon sind erschienen. Ermittelungen haben gezeigt; daß die Fruchtbarkeit der Juden in den Vereinigten Staaten größer ist als die der Andersgläubigen und anderer Nationalitäten. So hat eine ^Untersuchung in New York ergeben, daß, während die durchschnittliche Kinderzahl in protestantischen Familien 1,85 und in Römisch - Katholischen Familien 2.03 betrug, sich dieser Durchschnitt bei den jüdischen Familien auf 2/54 stellte. („Federation, New York, Juni 1903. S. 34). Entgegen jeder sonstigen Erfahrung ist festgestellt w7orden, daß jüdische Familien mit Dienstboten durchschnittlich mehr Kinder haben als die Familien ohne Dienstboten. Dies ist zuerst von J. S. Billings ( Vital Statistics of the Jews of the United States, S. 17) beobachtet worden. In einem bestimmten Viertel von New York sind die jüdischen Familien fruchtbarer als alle anderen, und zwar beträgt ihre Durchschnittsziffer an Kindern 2,9. Außer ihrer großen Fruchtbarkeit ist auch ihre Heiratsziffer besonders hoch wegen der großen Anzahl heiratsfähiger Personen, die in den Vereinigten Staaten ankommen, und wegen der Geschlechtsverschiedenheit; so sind von 1884 bis 1905 342 300 männliche Personen gegenüber 221 247 weiblichen eingetroffen. Man sagt, daß Mischheiraten vorkommen, um dem Mangel abzuhelfen, jedoch haben gemäß den Erhebungen des Kirchenbundes von 9 668 New Yorker jüdischen Familien nur 78 Mischehen geschlossen, d. h. weniger als 1 Prozent. X, Sterbeziffer. In Bezug auf die niedrige Sterbeziffer der Juden in den Vereinigten Staaten haben sich bemerkenswerte Ergebnisse gezeigt. J. S. Billings stellte 1890 die Sterbeziffer von ziemlich 12 000 Juden auf nur 7,11 pro mille und in den östlichen Staaten auf 2,29 fest. Im Jahre 1895 betrug die Sterbeziffer der russischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.