Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1906-04-01
- Page
- 49 (sequence 1)
- Language
- German
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Uli ü Erscheint monatlich. — Abonnementspreis —- für das ganze Jahr 6— M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Qeorg-WUhelmstrasse 22. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. I Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Georg Wilhelmstr. 22. Für die Urnschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite SO Mark, pro naibe Seite IS Mark, für? Nummern 50 und 25 Mark. 2. Jahrgang. | April 1906. j Heft No. 4. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. Arkadiits Elkind, Moskau: Anthropologische Untersuchungen über die russisch-polnischen Juden und der Wert dieser Untersuch im gen für die Anthropologie der Juden im allgemeinen. — Joseph Jacoos, New York: Die Juden in den Vereinigten Staaten, — Dr. J. Thon, Berlin: Die Alliance Israelite Universelle. — Dr Arthur Ruppin: Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen im Jahre 390-i. II. Statistisches Archiv. Schulbesuch in Bulgarien. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. flnthpopoiogisciie Untersuchungen übei> die russisch-polnischen luden und der Bert dieser Untersuchungen für die Anthropologie der luden im allgemeinen. (Nebst einem Diagramm und fünf Tabellen.) Von Dr. Arkadius Elkind. Moskau. Die geographische Verbreitung der Juden, ihre Zerstreutheit über viele Länder der Erdkugel erschweren bedeutend die Aufgabe der anthropologischen Erforschung dieser Nation. Verschiedenartige soziale und klimatische Bedingungen und verschiedenartige Lebensweise verdunkeln ihren äußeren Charakter und führen zu der Notwendigkeit, die einzelnen Teile der jüdischen Bevölkerung, die in den verschiedensten Gegenden der alten und neuen Welt und insbesondere Europas leben, zu erforschen, ehe man von einem allgemeinen anthropologischen Typus der Juden überhaupt reden kann. In dieser Richtung wenig bekannt blieben bis jetzt die zahlreichen Juden, die die Grenzen des ehemaligen Königreichs Polen, des heutigen Weichselgebietes, bewohnen. Zusammengedrängt auf engem Flächenraume. ein ganz abgesondertes, unter vielfachen eigenartigen historischen Bedingungen entstandenes Leben führend, sind sie ihren ältesten und mittelalterlichen Ahnen und Gebräuchen treu geblieben: und da sie sich schwer der Einwirkung der äußeren Einflüsse unterwerfen, so haben die polnischen Juden nach dem Zeugnis v. Baerls ihren semitischen Typus wenig verändert. Diese Ansicht des berühmten Naturforschers des 19. Jahrhunderts steht nicht vereinzelt da. Analoge Meinungen werden auch von nicht wenigen anderen bedeutenden Anthropologen geäußert. Anderseits wird von anderen nicht minder bedeutenden Gelehrten nicht nur die Zugehörigkeit der Juden der Gegenwart zu der semitischen Rasse, sondern überhaupt jegliche Existenz eines selbständigen Typus der Juden geleugnet. Ohne uns in ausführliche Darlegungen über diese Frage einzulassen, da ich dies zum Teil schon an anderem Orte l) getan habe, wollen wir in den folgenden Zeilen mittels der vergleichenden anthropologischen Analyse die Frage!) Die Juden. Mitteilungen der kaiserlichen Gesellschaft der Freunde der Naturwissenschaft, der Anthropologie und Ethnographie, Bd. CIV. Moskau 1903 (russisch). Hieraus sind alle materiellen und literarischen Daten für die vorliegende Arbeit entnommen.