Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 45 (sequence 7)
- Language
- German
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— 45 — Tabelle XU. Es sind in alosoInten Zaalen Juden weiblich zusammen Erbliche Adelige ...... persönl. Adelige u. Beamte Klerus der christl. Kirchen Ehrenbürger ...... Kaufleute............ Städtische Bürger...... Bauern............. Kosaken............ Eingeborene Völkerschaften FMänder...... . . . Andere soziale Klassen Ohne Angabe ...... Ausländische Untertanen . Summa 96! 1 968 21 3 415 35 889 2 317 058 103 344 24 261 2 4 543 1262 3 512 1O0 139S 16 2 756 35 959 2 450 094 94 36 j 21 203 2 554 1105 3 195 196 3 366 37 6 171 71 848 4 767 152 197 704 45 464 2 7 097 2 367 6 707 2 471 395 12 591 761 5 063 156 unter je 100 Juden : Russea | Polen i^L^tenj06^80*1* 0.00 0,07 0,00 0,12 1,42 94,15 3,91 0,00 0,01 0,19 0,13 0,76! 0.61! 0?62 0,341 0,20: 7,38! 86,22 s 3,35! 0,03^ 4,41 0,78 0,04 0,05 0,05 15,28 77,69 0,00 0,00 1,32 0,10 0,03 0.03 0.02! 4,40 93,87 0,00 0,00 1,39 0.96 0,14 0,S3 0,66 18,12 70,71 0,00 0,00 0,43 0,25 i 0,15 0,47 0,06 1,45; 0,0S 6,72 100: 100; 100; 1001 100 Klassen (Ständen) angegeben. Diese Gliederung nach Ständen hat (wie es z. B. auch in Preußen im .18. Jahrhundert der Fall war und sich besonders deutlich irn Preußischen Allgemeinen Landrecht zeigt) in Rußland für die staatsrechtliche und privatrechtliche Stellung des Einzelnen erhebliche Bedeutung, indem Rechte und Pflichten der Angehörigen der einzelnen Stände von einander abweichen. Der städtische Bürger hat eine andere Rechtsstellung als der Bauer. Die Juden sind, wie die Tabelle zeigt, fast ausschließlich (zu 94,15%) städtische Bürger, im Gegensatze zu den Russen, bei denen nur 7,38 % diesem Stande angehören. Dagegen sind die Juden im Stande der Bauern und Beamten erheblich schwächer als die Nichtjuden vertreten, obwohl der Umstand, daß 197 704 Juden 3,91 % aller Juden dem Bauernstände angehören, immerhin als Beweis dafür dienen kann, daß die oben als zur Landwirtschaft gehörig aufgeführten Juden auch wirklich Bauern und nicht wie in Oesterreich Land Verpächter sind. Im einzelnen ist zu der Tabelle XII noch zu erwähnen, daß unter den 71 848 jüdischen Kaufleuten nicht die kleinen Krämer, sondern die Großkaufleute zu verstehen sind, die zur Kaufmannsgilde gehören und die beträchtliche Steuer, welche mit dieser Zugehörigkeit verbunden ist, zahlen. Ein Kuriosum sind die 37 Juden, welche dem Klerus der christlichen Kirchen angehören und von denen wir schon früher gesprochen haben. Interessant ist auch, daß es unter den Juden 196 erblich Adlige, 3366 persöhnlich Adlige und Beamte, 6171 Ehrenbürger, 45 Kosaken und 464 Angehörige eingeborener Völkerschaften gibt. Die letztere Klasse wird wohl ausschließlich von den bereits erwähnten kaukasischen Bergjuden repräsentiert. 6707 0,13 % aller Juden sind nicht russische Untertanen, sondern Angehörige eines fremden Staates. Die Kindersferbllchheit in Krakau. Von Hans Block, Kannover. In seinem Aufsatz „Die jüdische Bevölkerung in Krakau" (Novemberheft 1905 der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden) berechnete Dr. J. Thon, wie viel von je 100 Gestorbenen bei Christen und Juden auf die einzelnen Altersklassen entfallen, und stellt die für die beiden Konfessionen so gewonnenen Zahlen in der Tabelle IV einander gegenüber. Da diese Zahlen in den Altersklassen 0—15 bei den Juden größer sind, als bei den Christen, so meint Thon, daß „die Juden viel häufiger als die Christen im Kindesalter sterben" und er sucht für diese „große Kindersterblichkeit", „wodurch die Sterblichkeitsverhältnisse der Juden in