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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 40

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897
Date
1906-03-01
Page
Seite 40 (sequence 2)
Language
German
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— 40 — T , Grroß- Juden Russen Landwirtschaft...... 32,4 703,4 Extraktion der Mineralien und Steinkohlen......1,0 4,8 Eisenbahnverkehr.....1,4 8,4 Post, Telegraph, Telefon . . 0.2 1,6 Dagegen sind die Juden gegenüber den ' Groß-Russen viel stärker beteiligt an folgenden Berufen : T , Groß- Judeü Russen Wissenschaft, Literatur und Kunst 24.8 3,5 Industrieen animal. Produkte . . 14,3 3,6 Destillation und Biererzeugung . 3,2 0,7 Fabrikation von pflanzl. und tier. Nahrungsmitteln...... 36,2 6,7 Tabakindustrie.......3,5 0,5 Polygraph. Industrie.....8,2 1,7 Herstellung v. Instrumenten, Uhren 4,2 0,5 Bekleidungsindustrie.....154,5 19,4 Wagenverkehr und Landtransport 33,8 7,5 sowie in sämtlichen Zweigen des Handels. Am krassesten ist hier das Verhältnis im Getreidehandel, in dem 43,80/Ou der Juden, aber nur 1,7°/00 der Russen beschäftigt sind, in dem also die Juden verhältnismäßig 26 mal so stark vertreten sind als die Russen — ein Verhältnis, das zur Folge gehabt hat, daß der russische Getreidehandel im Ansiedlungsrayon und am schwarzen Meere so gut wie ganz in jüdischen Händen ruht. Schließlich dürfte der Erwähnung wert sein, daß von je 1000 Juden 10,7 in Heer und Marine dienen gegenüber 13,6 bei den Groß-Russen, 12,0 bei den Polen, 9,7 bei den Deutschen und 9,9 bei der Gesamtbevölkerung. Berücksichtigt man, daß die Juden bei den Berufsunteroffizieren nur in geringem Umfange, unter den Offizieren garnicht vertreten sind, so ergibt sich, daß in Rußland die Juden mehr Soldaten stellen als die übrige Bevölkerung. Daß die Juden zu den Prostituierten ein etwas größeres Kontinent stellen als die Russon, ist unschwer aus ihrem überwiegenden Wohnen in den Scädten, den eigentlichen Sitzen der Prostitution, und ihrer wirtschaftlichen Notlage zu erklären. Das a und o aller vorstehenden Ausführungen ist, daß die Juden in der Landwirtschaft im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung zu wenig und im Handel und der handwerksmäßig betriebenen Industrie zu stark vertreten sind. Wie exzeptionell gering die Beteiligung an der Landwirtschaft ist, zeigt der Umstand, daß von je j 100 (männlichen und weiblichen) Personen zur! Landwirtschaft gehören bei den Großrussen . . 70,35 Zigeunern . . . 11,59 Kleinrussen . . 81,46 Juden . . . . 3,24 Weißrussen . . 89,93 Grusiniern . . . 76,29 61.42 Tschetschene ren 92,39 Litauern . . . . 84,15 Pinnen . . . 68^81 Letten . . . . . 66,46 Esthen 64,25 Rumänen . . . 92,19 Morduanen . . 95,31 Deutschen . . . 32,43 Tataren . . . . 75,77 Griechen . . . . 70,89 Baschkiren . . 89,75 Armeniern . . . 43,86 Kirgirsen . . . 22,93 Es gibt also keinen Volksstamm in Rußland, der auch nur annähernd der Landwirtschaft so fremd ist wie die Juden. Was die Frage anbelangt, wie viele Personen bei den einzelnen Nationalitäten selbst erwerbstätig und wieviele Angehörige von Erwerbson je 100 27,85 37,89 30,04 80^22 tätigen sind, so waren erwerbstätig vc Großrussen . . 28,12 Litauern . Kleinrussen . . 22,79 Letten . . Weißrussen . . 20,89 Deutschen Polen......31,69 Juden . . Die hieraus ersichtliche Verschiedenheit zwischen den einzelnen Nationalitäten kann einmal auf die Verschiedenheit in der Altersgliederung (ein größerer Prozentsatz an Kindern hat auch einen größeren Prozentsatz von Angehörigen zur Folge), sodann aber auch auf die Verschiedenheit in der Berufsgliederung zurückgeführt werden. Im Ackerbau können die Kinder in viel größerem Umfange nutzbringend verwendet wrerden als im Handel und Handwerk. Deshalb ist bei denjenigen Nationalitäten, die hauptsächlich Ackerbau treiben wie die Kleinrussen und Weißrussen, der Prozentsatz der „Angehörigen" hoch, weil die Kinder längere Zeit beim Vater verbleiben und sich in dessen Wirtschaft nützlich machen. Ob für die Tatsache, daß es bei den Juden weniger Erwerbstätige gibt als bei Polen und Letten, noch als Grund geltend gemacht werden kann, dnß bei

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