Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Winterhalbjahr 1904 in Berlin
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
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Tabelle III enthält die Zahl der christlichen und jüdischen Schüler, in den einzelnen Klassen; der Gemeindeschulen. Der durchweg geringere j Prozentsatz der j üdischen Schüler und Schülerinnen j in den höheren Klassen wird wohl darauf beruhen, daß viele jüdische Kinder nach Absolvierung der ersten 3 oder 4 Klassen die Gremeindeschule verlassen; um in eine höhere Schule einzutreten. Statistisches Archiv. Q " Konfession der Einkommensteuer Benin. Pflichtigen in neriin. Das .r~=^=====.: statistische Jahrbuch der Stadt Berlin für 1904 (Berlin 1905) bringt folgende Tabelle über die Konfession der Einkommensteuer- Pflichtigen in den Sätzen von 21 Mk. und mehr, d. Ii. mit mehr als 1500 Mk. jährlichem Einkommen im Jahre 1903/04. Es ergibt sich daraus, daß die Juden, Konfession o oß "o <x> o v: % der Gesamtzahl der Censiten Staatscinkom.- Steuer-Soll c3 m , © Eink.- Steuer- Soll pro Kopf Evaiigeiiscji , 138 862 75,044 18 812 477 61.438 135,46 KatnoiiKen . 13 909 7,515 1 497 754 4,891 107,68 And. Cimsieii, Dissii etc. 825 0,446 303 224 0,990 367,54 Juden , , 27 95S 15,107 9 220 890 30,114 329,81 Sonstige , . 12 0,006 592 0 002 49.33 Garnison . 3 484 1,882 785 496 2,565 225,46 185 070 100,000 30 620 433 100,000 165,45 die (im Jahre 1900) nur 4,88°/0 der Berliner Gesamtbevoikerung betragen, 15,107% der Gesamtzahl aller Steuerpflichtigen mit einem Einkommensteuersatze von 21 Mk. und darüber ausmachten und von dem gesamten Ertrage der Einkommensteuer dieser Steuerpflichtigen 30,114 °/0 aufbrachten. In der Höhe des auf den Kopf entfallenden Steuerbetrages werden die Juden nur von den Dissidenten, unter denen sich wiederum viele aus dem Judentum ausgetretene Personen befinden, übertroffen.; ""~ ~" — Stipendien an preussischen Uni» Preußen. versitäten. Die Gesamtzahl der --=^ reichsiniänd. Studierenden, welche im Winterhalbjahr 1902-1903 an preuß. Universitäten irgend ein beneficiura erhielten (Freitisch, Stipendium, üonorarstundung oder Honorarerlaß) betrug i evangelische......2461 katholische . . . 1367 jüdische..........174 sonstige......._5 4007 Da sich im selben Studienhalbjahr die Zahl der j rcichsinländischen Studierenden auf 15 246 Christen \ und 1220 Juden belief, so nahmen von je 100 christl Studierenden 25,14, von je 100 jüdischen 14,26 ein Stipendium in Anspruch. Schlüsse auf die Bedürftigkeit lassen sich aus diesen Zahlen nicht ohne eiteres herleiten, weil viele Stipendien nur den Angehörigen einer bestimmten Konfession zugänglich sind. " Ii ®ie Frequenz der Universität;! Bukowina. jj Czernowitz ist nach den Angaben '=====ä ]n ßen vom akidemischen Senate herausgegebenen Vorlesungsverzeichnisse in der folgenden Tabelle für das Winter-Semester 1904/05 und das Sommer-Semester 1905 dargestellt. Die von Zahl der Studierenden an der Universität Czernowitz.! Winter-S. 1904/5 Sommer-S 1905 Christen j Juden Christen; Juden i Theologen . . . I 85 1 0 I 81 j 0 Juristen . . . . j 170 I 194 166 j 188 Philosophen. . 138 i 74 125 | 65 Pharmazeuten; o : 12 0! 11 393 | 280 372 i 264 uns bereits in No. 6 der Zeitschrift S. 12 bemerkte Tatsache, daß die Universität Czernowitz unter allen Universitäten der Welt den größten Prozentsatz von jüdischen Hörern hat, wird durch diese Zahlen neu bestätigt. Im Winter-Semester 1904/05 waren 41,6%, im Sommer-Semester 1905 41,5% aller Studierenden Juden. In der juristischen Fakultät (eine medizinische ist nicht vorhanden) bildeten die Juden mit 53,3% im Winter-Semester 1904/05 und 53,1 % im Sommer- Semester 1905 sogar die Majorität. Die Studierenden der Pharmazie waren sämtlich Juden. Ihren Charakter als deutsche Universität kann Czernowitz nur infolge dieser hohen Frequenz durch Juden, die fast ohne Ausnahme Deutsch als Muttersprache haben, bewahren. Es gab nämlich im Winter-Semester 1904/05 im ganzen nur 361, im Sommer-Semester 1905 nur 351 Studierende mit deutscher Muttersprache; zieht man die oben angegebene Zahl der jüdischen Studierenden hiervon ab, so würden nur 81 bezw. 87 christliche Studierende mit deutscher Muttersprache übrig bleiben, die dann einer erdrückenden Majorität von 312 bezw. 285 nichtdeutschen (hauptsächlich rumänischen, ruthenischen und polnischen) Studierenden gegenüberstehen würden. Für; die Redaktion verantwortlich: Dr. J. Thon, Ealensee. — Verlag des Bnreans für Statistik der Jnden, Halensee. — Druck von E. Boll, Berlin.