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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Winterhalbjahr 1904 in Berlin
Date
1906-02-01
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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— 30 - Zahl der schulbesuchenden jüdischen Knaben größer sein als die der Mädchen, die, selbst wenn sie eine höhere Mädchenschule besuchen, dieselbe doch in der Regel mit 15 oder 16 Jahren verlassen. Die schon erwähnte Verschiedenheit in der Verteilung der christlichen und jüdischen Schulkinder auf die einzelnen Schulgattungen ist sehr bedeutend. Von sämtlichen christlichen Schülern besuchen die unterste Schulgattung, die Gemeinde- Schulen, 84.04%, von sämtlichen christlichen Schülerinnen 87,36%. dagegen von den jüdischen Schülerinnen nur 33,82%. Mehr als 3/5 aller jüdischen Schüler (60,90%) befinden sich in höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen. Realschulen, Vorschulen derselben und sonstigen höheren Knabenschulen), von den christlichen Schülern dagegen nur 14,92%. Aehnlich ist das Verhältnis bei den Mädchen, indem 55,08% aller jüdischen Schülerinnen, hingegen nur 10,52% aller christlichen höhere Mädchenschulen besuchen. Auch in den privaten Mittel- und Elementarschulen sind die Juden stärker vertreten, nämlich mit 4,93% aller jüdischen Schulkinder gegenüber 1,53% aller christlichen Schulkinder. Schließlich ist ein beträchtlicher Teil der jüdischen Kinder (8,62% der Knaben und 6,84% der Mädchen) in den von der jüdischen Gemeinde in Berlin unterhaltenen Schulen, die an sich Elementarschalen sind, aber doch ihren Zöglingen eine bessere als Elementarbildung zuteil werden lassen. Die Vereinsschulen werden dagegen fast ausschließlich von christlichen Kindern besucht. Bemerkenswert ist, daß die christlichen Schüler in ungefähr gleichem Maße Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen besuchen, wohingegen die jüdischen Schüler ganz ausgesprochen die Gymnasien bevorzugen und die Realgymnasien und Oberrealschulen 2 mal, die Realschulen 4 mal seltener aufsuchen als die Gymnasien. Der Anteil der Juden an der Gesamtzahl der (männlichen) Schüler war prozentualiter in den Gymnasien....... 25,44 Realgymnasien u. Oberrealsch. 16,58 Vorschulen.......24,01 Gemeindeschulen.....1,89 sonstigen öffentlichen Schulen 1,28 privat, höhern Knab.-Schulen 20,40 priv. Mittelu. Element.-Sch. 20,15 allen Schulen überhaupt . . 5,20 In den Gymnasien also, in denen sie am; stärksten vertreten sind, bilden die Juden den; vierten Teil aller Schüler, beinahe ebensoviel in \ den Vorschulen (24,06%). Demgegenüber ist ihr Anteil in den Gemeindeschulen außerordentlich! klein (1,89%). Unter 100 Schülerinnen überhaupt gab es j jüdische Schülerinnen an den höheren Mädchenschulen . . 30,96 Gemeindeschulen..... 1,82 sonstigen öffentlichen Schulen 1,47 Vereinsschulen..... 0,34 priv. höh. Mädchen-Schulen . 15,15 priv. Mittelu. Elementarsch. 12,03_ allen Schulen überhaupt 4,57 Demnach ist der Anteil der jüdischen i Schülerinnen an allen Schulen zusammen geringer | als bei den jüdischen Knaben (4,57 gegen 5,20), I was auf den schon erwähnten Umstand, daß die jüdischen Knaben bis zu einem höheren Lebensalter in die Schule gehen, zurückzuführen ist. Der Prozentsatz der jüdischen Mädchen an den höheren Schulen ist noch größer als bei den Knaben, dagegen sind sie an den Gemeindeschulen ebenso gering vertreten wie die Knaben, nämlich mit 1,82%. Tabelle II gibt an, wie sich die christlichen und jüdischen Schüler auf die einzelnen Klassen der städtischen Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschalen verteilen. Hier ergibt sich zunächst, daß die Juden in den Vorschulklassen der Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschalen einen noch höheren Prozentsatz bilden als in den genannten 3 Schul gattungen überhaupt. Es entfielen nämlich von sämtlichen Schülern gleicher Konfession auf die Vorschulklassen Christen Juden in den städtischen Gymnasien 22,47 25,16 in den städt. Realgymnasien und Oberrealschulen . . 21,45 27,77

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