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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 22

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897
Date
1906-02-01
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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- 22 — Jagd) 17 und in der Forstwirtschaft sogar 38 Personen Juden sind. In der Forstwirtschaft sind also die Juden annähernd in einem ihrem Anteil an der Bevölkerung gleichen Prozentsatze beteiligt. Worauf diese Bevorzugung der landwirtschaftlichen Nebenzweige vor dem Ackerbau beruht, ist schwer zu sagen, doch steht die Tatsache damit im Einklang, daß auch in anderen Ländern und insbesondere in den jüdischen Ackerbaukolonien sich vielfach eine Vorliebe der Juden für diese landwirtschaftlichen Nebenzweige zeigt. Bei der Forstwirtschaft dürfte in Rußland allerdings der Umstand ausschlaggebend sein, daß hier viele Juden als Holzfäller in den Forsten beschäftigt sind. In der Industrie überragt alle anderen Industriezweige an Bedeutung die Bekleidungsindustrie, in der 254 384 Juden (202 714 Männer und 51 670 Frauen) erwerbstätig sind. Einschließlich der Angehörigen beträgt die Zahl der aus der Bekleidungsindustrie ihren Erwerb ziehenden Juden 782 454, d. h. mehr als ein Siebentel der gesamten jüdischen Bevölkerung in Rußland gehört diesem Bezufszweige an, zu dem neben der handwerksmäßigen Schneiderei, die das Hauptkontingent stellt; auch die Schuhmacher, Hutmacher, Modistinnen, Handschuhmacher usw. gehören. Die Schneiderei ist im Ansiedlungsrayon so gut wie ausschließlich in jüdischen Händen, insbesondere soweit die Anfertigung von Männerkleidung in Betracht kommt; aber auch das Schuhmacherhandwerk, die Anfertigung von Männer- und Fraueühüten, von - Handschuhen, Stickereien und Modeartikeln können als vorwiegend jüdische Handwerke bezeichnet werden. Der Bekleidungsindustrie kommt an Bedeutung für die Juden am nächsten die Nahrungsmittel- Industrie mit 183 316 Berufsangehörigen, das Baugewerbe (Maurer, Zimmerleute, Glaser usw.) mit 152 678, die Metallindustrie (Klempner^ Schlosser, Schmiede) mit 148 329 und die Holzindustrie (Tischler, Drechsler) mit 139 476 Berufsangehörigen. Alle anderen Industriezweige haben weniger als 100 000 Berufsangehörige. In Handel und "Verkehr überwiegt, wie für Rußland als Ackerbaustaat natürlich ist, der Handel mit den Produkten der Landwirtschaft (Getreide, Vieh und sonstige landwirtschaftliche Produkte). Nicht weniger als 877 280 Juden, d. h. 45,35 % aller überhaupt vom Handel lebenden Juden gehören diesem Handelszweige an. Daneben sind alle anderen Handelszweige unter den Juden stark vertreten, am stärksten der Handel mit Geweben und Kleidern (mit 158 883 Berufsangehörigen), mit Bau- und Heizmaterialien (121 807), ferner die Handelsvermittlung (69 556j und der Hausierhandel (69 720). Sehr groß ist die Zahl der im Wagenverkehr und Landtransport berufszugehörigen Juden; zu den hierher gehörigen 170 724 Personen stellen die Fuhrwerksbesitzer das Hauptkontingent; dazu kommen Lastträger. Spediteure usw. MM der jüdischen EsBölfterung in Baden wehrend der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.*) Von Ludwig Wassermann, München. Da die erste brauchbare Zählung im Grofiherzogtum Baden erst aas dem Jahre 1852 datiert, kann eine wissenschaftliche Betrachtung *) Literatur: Seit Abschluß der in der „Jüdischen Statistik", herausgegeben von Nossig (Benin 1903), S. 70—75 gegebenen Bibliographie über die badischen Juden und der ebendort wiedergegebenen Blunr sehen Enquete sind folgende einschlägige Schriften erschienen: Statisfscb.es Jahrbuch des Groliheizogtuins Baden. Bd HO, 18P9: Bd. 31, 19lV: Bd. 32, 1901: Bd. 33, J9ü2: Bd 34, 191*3; Martin Offenbacher: Konfession und soziale Schichtung < Volkswirtschaftliche Abhandlungen der Badisehen Hochschulen), Held: Verschiebungen der Kofessionen in Bayern %und Baden (Leipziger Dissertation -90i) vgl. ferner Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Jahrgang 1, Nummern 4, 6 und 7, sowie das im „Statistischen Jahrbuch deutscher Juden 1905" über Baden mitgeteilte Matenal bes. S. 1SU i'f. der badischen Bevölkerung erst von diesem Zeitpunkte an einsetzen, so interessant es auch wäre sich mit Daten aus früheren Jahren zu befassen. Im Verlaufe des hier betrachteten, fast fünfzigjährigen Zeitraumes hat sich nun, wie aus der Tabelle I zu ersehen ist, die jüdische Bevölkerung- Badens numerisch sehr wenig verändert, denn die Zahl der Juden, die sich im Jahre 1852 auf rund 23 700 belief, beträgt 1900 nach geringen Schwankungen im Laufe der Jahre ca. 26 100.

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