Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 17 (sequence 1)
- Language
- German
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ttiifeDHaibhiMitoMi. (F- Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6— M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin »Halensee, Georg »Wilhelrnstrasse 22. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. H Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Georg Wilhelmstr. 22. Für die Umschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 Mark, pro halbe Seite 15 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. 2. Jahrgang. Februar 1906. Heft No. 2. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. Arthur Ruppin, Berlin: II. Die rassischen Juden naca der Volkszählung von 1897. — Ludwig Wassermann, Üünchen: Aufbau der jüdischen Bevölkerung Badens während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. — Schulbesuch christlicher und jüdischer Schäler im Winterhalbjahr 1904 in Berlin. II. Statistisches Archiv. Konfession der Einkommensteuerpfiichtigen in Berlin. — Stipendien an preussischen Universitäten. — Die Frequenz der Universität Czernowitz. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die russischen luden nach der flolRszahlung von 1897. Von Dr. Arthur Ruppin, Berlin. II. Neben der Kenntnis des Lesens, d. Ii. der Elementarbildung, ist auch der Besitz einer höheren Bildung, wie sie durch Besuch der höheren Schulen (Gymnasien) erlangt wird, bei der Volkszählung von 1897 Gegenstand der Erhebung gewesen. Aus den in Tabelle VI dargestellten Ergebnissen dieser Erhebung ist neben der Tatsache, daß die Juden hiernach prozentual weniger Personen mit höherer Bildung unter sich haben als die Gesamtbevölkerung und insbesondere als die Deutschen und Polen, hauptsächlich bemerkenswert, daß unter den jüdischen Frauen die höhere Bildung mehr verbreitet ist als unter den jüdischen Männern — eine Erscheinung, die bei keiner Tabelle VI. Es besaßen eine höhere als Elementarbildung in absoluten Zahlen unter je 100 Männer Frauen Männer Frauen 60S424 408 697 1,47 0,96 112 288 47 122 2.88 1,18 Litauer und Letten . . . 11 210 1451 0.74 0.09 47 702 34 720 5,39 3^3 20 910 23 721 0,85 0,92 Finnen....... 5 069 1714 0,29 0,09 Gesamtbevölkerung . . . 848932 535 211 1.36 0,85 anderen der aufgeführten Nationalitäten ein Analogon hat. Außerdem steht sie im Gegensatze zu dem. was wir früher über die Vernachlässigung der Bildung des weiblichen Geschlechts sagten. Der anscheinende Widerspruch wird aber gelöst, sobald wir 2 Umstände in Betracht ziehen: einmal die gesetzlichen Bestimmungen, welche den Gymnasialbesuch der Israelit. Knaben (nicht auch 'der Mädchen) nur zu einem geringen Prozentsatze der Gesamtschülerzahl zulassen und sodann die Macht der religiösen Tradition, welche bei der großen Masse der russischen Israeliten noch immer das Cheder als die gewiesene Bildungsstätte für den jüdischen Knaben vorschreibt, während sie inbezug auf die Mädchen den Eltern freiere Hand läßt. Zwar ist nicht zu verkennen, daß diese Tradition nicht mehr mit derselben Kraft wirkt wie in früheren Zeiten, wo sie den Besuch eines Gymnasiums durch einen israelit. Knaben so gut wie