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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Die Juden in Algier
Date
1906-01-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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— IG — üeber- Es wurden geboren: hau p t: Darunter lebendgeboren Totgeboren :! unehelich ehelich J anei, :nicM an. Ii ,aniTBM i| kannte | erkannte!! ^ainmea ehe-;unehe-l! zulich lieh 1 sammen! II Von aus Europa stammenden Altern IS 186; 15 466 :i 1485; 666 17 617 , Israeliten............... 2 552! 2169 234 68 2 471 „ Mohamedanern........... 127 118! 125 765 94 183 -\ 126 042 512 ' 57 |! 569 77 : 4 | 81 1063 13 | 1076 147 856 jj 143 400 jj 1813 917 ü 146130 1 652 74 j! 1726 eingewanderten Juden giebt es dann femer noch die Juden der Oase Mzab (vergl. No. 1 der Zeitschrift), die an Zahl etwa 1000 betragen und gleich den Arabern und Kabylen als sujets francais nur geminderte Bürgerrecht« besitzen. Im folgenden geben wir auf Grund der amtlichen französischen Statistik Zahlen über die Bewegung der Bevölkerung und den Schulbesuch. Gemäß Tab. I kamen bei den Europäern 32,57, bei den Mohamedanern 30,83, bei den Juden 44,67 Geborene auf 1000 der Bevölkerung. Die Geburtsziffer ist also bei den Juden bei weitem am größten, allerdings nicht mehr so hoch wie in den Jahren 1897—1899. wo sie sogar 50.39 betrug. Der Prozentsatz der Totgeborenen betrug bei den Europäern 8,13, bei den Juden 3.17, dagegen bei den Mohamedanern nur 0.85 %. Die Juden stehen hiernach inbezug auf die relative Häufigkeit von Eheschließungen, Ehe- Es fanden ferner statt: In absolut. Zahlen Auf je 1000 euro- | jiimohapiiisch j diseh med. E»r> jjuden! MoUf- Piier j umed. Eheschließungen ]: 4 563| 521=47 036 Ehescheidungen 165 26il4 372 Todesfälle . . 12 9 \9 1 176 81 060 8,17 9.1241,41 0,30; 0.46 3,49 23,14120^8 19,66 Scheidungen und Sterbefällen überall in der Mitte zwischen Europäern und Mohamedanern. Ihre Heiratsziffer beträgt 9,12 (gegenüber 8,17 bei den Europäern und 11.41 bei den Mohamedanern), ihre Sterbeziffer 20,58 (gegenüber 23,14 bei den Europäern und 19,66 bei den Mohamedanern). Die Ziffern für die Ehescheidungen sind wegen der bei den Mohamedanern herrschenden Polygamie und des ganz andersartigem Eherechts nicht miteinander vergleichbar. Die Zahl der Schulkinder im Schuljahr 1901/02 ist in Tab. II angegeben. Es waren Schüler Europ. Franzosen Juden Mohamedaner Nichtfranz.Eu ropäer vorhanden: i männlich weiblich. raäDnlich , werblich mär-nlich weiblich männlich weiblich In den cooles primaires . . maternelies! 25 382 4 8S9 25 401 5 352 6 215 4 874 2 014 2 126 23 541 392 1324 372 15 224 4 724 15 021 5 270! 30 271 30 753 8 229 7 000 23 938 1696 19 948 20 291 Es ergiebt sich hieraus eine erfreulich rege Benutzung der öffentlichen Schulen durch die Juden, welche zugleich das beste Zeichen für das Aufwärtsstreben der jüdischen Bevölkerung ist. Es entfallen Schulkinder auf je 1000 der Bevölkerung bei den Europäischen Franzosen . . . . 16,75 Europäischen Nichtfranzosen . 20,74 Mohamedanern......... 6,21 Juden.............. 26.65 Beim Vergleich dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, daß unter den Juden infolge ihres größeren Kinderreichtums auch mehr Schulkinder vorhanden sind als bei den Andersgläubigen; aus den Zahlen dürfte daher zwar nicht zu schließen sein, daß die Juden ihren Kindern in noch höherem Maße, wohl aber, daß sie ihnen in gleichem Maße wie die aus Europa eingewanderten Eltern Schulunterricht zuteil werden lassen. Den Mohamedanern sind die Juden inbezug auf die Benutzung der öffentlichen Schulen weit überlegen. Bemerkenswert ist, daß die Juden — entgegen der früher in Algier wie überall im orthodoxen Judentum herrschenden Gewohnheit — in steigendem Maße auch ihre Töchter in die Schule schicken. Die jüdischen Schülerinnen machen bereits 85,05 % der jüdischen Schüler aus. Wenn diese Zahl auch beweist, daß immer noch mindestens 15 % der jüdischen Mädchen keine öffentliche Schule besuchen, so muß dies gegen frühere Verhältnisse schon als erheblicher Fortschritt gelten, besonders wenn man in Betracht zieht, daß bei den Mohamedanern die schulbesuchenden Mädchen nur 7.09 % der schulbesuchenden Knaben betragen. Kür die Redaktion verantwortlich: Dr. J. Thon, Halensee. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Halensee. —• Druck von R. Boll, Berlin.

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