Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Konfession der wegen Verbrechen Verurteilten in Frankreich
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 16 — nicht vorhanden, und die oben angegebenen Zahlen j für die Juden sind so klein, daß sie zu sicheren Schlüssen nicht ausreichen. Immerhin kann der Umstand, daß die Zahl der wegen Verbrechen verurteilten erwachsenen Juden etwas größer ist als die Zahl der Juden, Im Vergleich mit dem umgekehrten Verhältnis in Deutschland als Bestärkung der Ansicht dienen, daß Unterschiede zwischen der Kriminalität der Christen und Juden eines Landes hauptsächlich durch Unterschiede in der ökonomischen Lage veranlaßt sind. In Frankreich dürften die Juden, die zum großen Teil erst in neuerer Zeit aus Rußland eingewandert sind, nämlich im Gegensatz zu Deutschend inbezug auf den durchschnittlichen Wohlstand erheblich hinter den Christen zurückbleiben. i Mischehen in Budapest im Jahre Budapest.!| 190I wurden geschlossen: zwischen jüd. Mann und kathol oder griech.-orient. Frau............. 03 zwischen jüd. Manu und lutherischer, reform, oder unitar. Frau ......... . . ... 23 überhaupt zwischen jüd. Mann und christl. Frau 116 zwischen jüd. Frau und kathol. oder griech.- oriental Mann.................... 77 zwischen jüd. Frau und luth., reforin. oder unitar. Mann.................... 24 zwischen jud. Frau und konfessionslosen Mann 7 Summa der Mischehen......224 Den 224 Mischehen stehen 1359 rein jüdische Ehen gegenüber, die Mischehen machten also 16,4 o/0 der rein jüdischen Ehen aus. Von je 100 heiratenden jüdischen Männern haben 7,86, von je 100 heiratenden jüdischen Frauen haben 7,3t> einen nichtjüdischen Gatten geehelicht. Eine Uebereinkunft bezüglich der Konfession des zu erwartenden Kindes aus den Mischehen wurde in 22 Fällen getroffen, wo der Mann, und in 20 Fällen, wo die Frau jüdisch war. Bei den ersten 22 Mischehen sollen die Kinder nur in o Fällen, bei den letztgenannten 20 Mischehen nur in 3 Fällen jüdisch bleiben. (Monatshefte des Budapester kommunalstatist. Bureaus. Mai 1905. Budapest 1905.) jj Verteilung der dänischen Juden auf;j Dänemark. jj Stadt und Land. Nach der Volks- :j —- Zählung von 1901 gab es in Dänemark 3476 Juden 0,14% der GesanitbevÖlkerung von 2 449 540 Seelen. Von den 3476 Juden waren 1633 männlich und 1S43 weiblich; 2826 lebten in Kopenhagen, 239 in dessen Nachbarort Frederiksberg und nur 411 in anderen Orten (darunter 245 in Städten, 166 in Landgemeinden). Die außerordentlich ungleiche Verteilung der Juden auf Stadt und Land geht daraus hervor, daß der Anteil der Juden unter der GesanitbevÖlkerung betrug: in Kopenhagen......0,71 °/0 von 400 575 Seelen „ Frederiksberg . . . . 0,31 °/o r 76 231 „ den übrigen Städten 0,05 °/o * 482 099 „ „ Landgemeinden 0,01% » 1 490 635 (Statistisk Aarbog. 9. Jahrg. 1904. Kopenhagen 1904.);! . jj Schulbesuch in Tunis. Nach dem jl Tunis.;| amtlichen französischen Annuaire —— statistique 1903 (Paris 1904) waren im Jahre 1902 die einzelnen Nationalitäten bezw. Konfessionen in den tunesischen Schulen wie folgt vetreten: öffentl . Schul. privat. Schul. zusammen Knaben j Müde Ii. Knaben Maden. Franzosen .... 1912 1434 427 528 4 301 Mohamedaner. . 3029 i 19 1 12 3 061 eingeb. Israeliten 932 I 1042 1480 914 4 368 Italiener..... 2541! 1905 171 480 5 097 Malteser..... 832 : 681 48 175 1 736 127 73 35 38 273 Sa. 9373 j 5:54 2162 2147 LS £36 Die Zahl der Juden beträgt nach den letzten Schätzungen (vgl. Nr. 5 der Zeitschrift S. 8) 62 540; es entfällt also auf 14,3 Juden ein Schulkind, während bei den Franzosen, deren Zahl 24 201 beträgt, bereits auf 5,6 Personen ein Schulkind kommt. Den Mohamedanern sind die Juden inbezug auf den Schulbesuch daseien weit überlesen. Literat up. F. Stähelin: Der Antisemitismus des Altertums in j andererseits in ihrer Absonderung inbezug auf Kultus seiner Entstehung und Entwicklung. 54 Seiten. \ und Umgang, die ihnen von den Griechen undEgyptern Basel 1905. C. F. Lendorff. j ajs Dünkel und Fremdenhaß angerechnet wurde. Der Verfasser sieht als Wiege des Antisej Über die Entwicklung des Antisemitismus in Alexmitismus die Stadt Alexandria und als ersten j andria bis ins 1. nachchristliche Jahrhundert bringt antisemitischen Schriftsteller den egyptischen Priester | das Buch ausführliche Angaben nach griechischen Manethos an, der in seiner in der ersten Hälfte des \ und römischen Quellen. Zu bedauern ist, daß der dritten vorchristlichen Jahrhunderts geschriebenen j Verfasser, der dem Stoffe mit Verständnis und Geschichte Egyptens eine ausgesprochen Judenfeind-! Objektivität gegenübersteht, die Verhältnisse in den liehe Tendenz "zeigt. Den Grund für das Entstehen j anderen Ländern und die so wechservolle Gestaltung einer antisemitischen Strömung in Alexandria findet in der Zeit, als das Christentum zur Herrschaft ge¬ Verfasser einerseits in der großen Zahl, dem Einfluß langte, gar nicht oder nur ganz beiläufig berührt und Wohlstand der in Alexandria lebenden Juden, hat. A. R. Für die "Redaktion verantwortlich: Dr. Arthur Kuppln, Charlottenlmrg. — Verlas dos Bureaus für Statistik der Juden, Halensee. — Druck von ß/ßoll, Berlin.