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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. Seite 15

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
Ueber den Militärdienst der jüdischen Studierenden in Preussen
Date
1905-11-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
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_ 15 — Von den 27.4% christlichen und 21.3% jüdischen Studierenden, die bisher bereits eine detimtke Entscheidung über ihren Militärdiensu erlange lieben, Iie; d en Christen "bei d en J udea waren zum Dienste tauglich 17,7 % 12.0 °/0 sind dem Landsturm oder der Ersatzreserve überwiesen 6.7 °/0 5,5 % waren untauglich (militärfreü 8,3 °/0 3,8 % Der Prozentsatz der Untauglichen und der minder Tauglichen (dem Landsturm oder der Ersatzreserve Ueberwiesenen) ist hiernach bei Christen und Juden nur ganz wenig verschieden. Im allgemeinen lassen die Zahlen den Schluß zu. daß eine erhebliche Verschiedenheit in der ">Tiiitärtaiig'licbkeit der jüdischen und christlichen Studierenden nicht bestehe. Dies Ergebnis steht im Gegensatz zu den bisherigen — allerdings nur sehr spärlichen — Zahlen, die über den Anteil der Juden im Heere in den Ländern mit aligemeiner Mintardseiistpflicht vorliegen. Nach unserer Kenntnis giebt es solche Zahlen nur für Deutschland auf Grund der Berufs¬ und Gewerbezählung von 1895 für Oesterreich-Ungarn auf Grund der — seit dem Jahre 1893 nicht mehr veröffentlichten — Angaben im Militär-Statistischen Jahrbuch für das Jahr 1893 (Wien 1894). und für Ungarn allein auf Grund der Volkszählung von 1900. Hiernach kamen Dienende (ausschließlich Offiziere) bei den Ts ei den Ciirist. BSachefi. auf 1000 Einwohner Juden (einsclil.Dis*id.) Mischehen in München im Jahre V.r&h Daß die Großstädte den gün- ■ - -.......-- stigsten Boden für das Zustandekommen von Mischehen zwischen Juden und Christen bieten, lehrt ein Vergleich zwischen München und dem übrigen Bayern. In München sind im Jahre 1903 42 rein jüdische Ehen und 10 Mischehen (5 mit jüdischem B;äu:igam und 5 mit jüdischer Braut) geschlossen worden, d. h. unter je 100 heiratenden jüdischen Männern und Frauen heirateten je 10,6 einen nichtjüdischen Ehegatten. Im übrigen Bayern dagegen gingen im selben Jahre von je 100 heiratenden jüdischen Männern nur 1,3 und von je 100heiratenden jüdischen Frauen;i,4 eine Mischehe ein. (Mitteilungen des Statistischen Amtes der Stadt München. Bd. 18 Heft 5 München 1905.) in Deutschland (Heer und Marine) 4,02 11,61 in Oesterreich-Ungarn (nur Heer) 3,53 4.54 in Ungarn.............. 6,91 6,02 Zwar erhöht sich für Deutschland der prozentuale Anteil der Juden im Heer und Marine dadurch, daß viel mehr Juden als Einjährig-Freiwillige dienen, aber er erreicht doch unzweifelhaft nicht den Anteil der Christen. Und das gleiche gilt für Oesterreich-Ungarn. Wenn sich im Gegensatz hierzu unter den preußischen Studierenden, d. h. also in einer gleichen Berufsklasse., der Anteil der diensttauglichen Juden und Christen als annähernd gleich herausstellt, so spricht dies für die Annahme, daß bei den nichtStudierenden Juden die Verschiedenheit des Berufs gegenüber den Christen, d.h. also die überwiegende Berufszugehörigkeit zum Handel und zur Bureauarbeit in der Industrie und die geringe Berufszügenörigkeit zum Ackerbau und zu der technischen und Handarbeit in der Industrie den hauptsächlichsten Grund für die geringere Militärtauglichkeit der Juden bildet. Frequenz der städtischen Schulen in Mannheim. Die Bevölkerungsziffer --- der Stadt Mannheim beträgt 141131. darunter Juden 5478=8,89 °/0. Die simultanen Volksschulen (es gibt nur Simiütanschulen) der Stadt Mannheim waren am Ende des Schuljahres 1904/05 besucht von 19 121 Schülern, darunter Juden 116 0,60%. Die Bürgerschule (gehobene Volksschule mit Schulgeld und erhöhtem Lehrprogranim) war besucht von 1955 Schülern, darunter Juden 160 8.69o/0. An Volks- und Bürgerschule sind unter 497 Lehrern 6 jüdische L20ö/0. An der städt, höheren Mädchenschule (Mittelschule) waren am Ende des Schuljahres 1904/05 von 869 Schülerinnen 234 jüdische - 26.11 %. Schweiz. Jahr 1850 1860 1870 1880 1890 1900 Zahl der Juden in Die Schweiz hatte wohner: in absol. Zahlen 3145 4 210 6 996 7 373 8 069 12 264 der Schweiz. jüdische Einin % der Gesamtbevölkerung 0,1 0,2 0,3 0,2 0,3 0,4 Von den im Jahre 1900 gezählten Juden wohnten im Kanton Zürich . . . 2933 Basel-Stadt 1897 Bern .... 1543 Genf. . . . 1119 Vaud.... 1076 Neuehatel. 1026 Die übrigen Kanione zählen weniger als 1000 Juden. Gar kein Jude wohnte in den Kantonen Obwaiden. Nidwaiden und Appenzell dnnerrheiniseh). Weniger als 10 Juden hatten die Kantone Uri, Schwyz und Glarus. Auf eine Einwanderung von Juden aus Rußland nach der Schweiz deutet der Umstand, daß 3937 Einwohner (aller Bekenntnisse) in Rußland geboren sind. (Statist. Jahrbuch der Schweiz 1904. Bern 1905. . ..^_t-!£0nfÖSSjon (jer Wegen Verr raakreiCd. brechen Verurteilten in Frankreich. (Annuairo statistique 23. Bd. 1903, Paris 1904). Von den im Jahre 1901 zu Zuchthaus (etablissement penitentiaire) verurteilten 6805 Personen (6097 männl. und 708 weibl.) waren 26 Juden (sämtl. Männer). Die Juden machten hiernach 0,38% de? Verurteilten aus, während ihre Anzahl auf 100 000 und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung demnach auf 0,26% anzunehmen ist. Von den zu Zwangserziehung verurteilten 4258 (3568 männl. und 690 weibl.) Personen — nur jugendliche Personen können zu Zwangserziehung verurteilt werden — waren 6 (3 männl. und 3 weibl.) Juden; hier betrug der Anteil der Juden also nur 0,14 °/0 der Verurteilten. Eine genauere Statistik der Verurteilten, sondert nach Konfession und Deliktsart, ist beider

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