Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Krakau
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 9 (sequence 5)
- Language
- German
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— 9 — Tab. VI. Es traten aus dem Judentum aus im Jahre Männer Frauen ledige verheir. zus. 1887 12 16 24 4 28 1888 6 20 26 0 26 1889 5 18 20 3 23 1890 4 22 25 1 26 1891 10 16 24 2 26 1892 9 21 30 0 30 1S93 12 18 29 1 30 1894 5 15 19 1 20 1895 6 13 18 1 19 1893 8 17 23 2 25 1897 9 29 34 4 38 189S 11 19 2S 2 30 1899 15 15 27 3 30 1900 8 20 27 1 28 Sa. 120 259 354 25 379 ausschließlich vorherrscht) ausgetreten. In derselben Zeit fanden nur 8 Uebertritte zur evangelischen Kirche und 2 zur griechisch-katholischen statt. Uebertritte zum Judentum sind fast garnicht vorhanden; in den genannten 14 Jahren traten 1 Mann und 1 Frau aus der römischkatholischen Kirche und 1 evangelische Frau zum Judentum über. Nur ganz wenige von den Austretenden stammen aus der Stadt Krakau selbst (in der ganzen Zeit 40), die meisten dagegen (249) aus dem übrigen Galizien, viele (71) aus Kussisch - Polen, die Uebrigen von | anderswo. Es wäre darnach unrichtig die für Galizien verhältnismäßig recht hohe Ziffer (durchschnittlich 27 Austritte jährlich) zu der Krakauer jüdischen Bevölkerung in Verhältnis zu setzen. Denn wie aus den obigen Zahlen hervorgeht, kommen die Juden, die sich taufen lassen wollen, aus der Ferne, zum mindesten aus ganz Westgalizien, aber auch aus dem übrigen Galizien und aus Ilussiscb-Polen, nach Krakau, um sich außerhalb des Heimatortes der Taufe zu unterziehen. Inbezug auf den Beruf der getauften Juden ist zu bemerken, daü die meisten (137) noch ohne Beruf sind, 123 gehören dem Handels¬ und Handwerkstande an, 55 sind Dienerinnen« 49 Studierende und Angehörige der liberalen Berufe, 15 sind Handwerker, Tagelöhner und Militärangehörige. Die Berufs-, allgemeinen Bildungs- und Unterrichtsverhältnisse sollen in einem folgenden Artikel behandelt werden. Russische Studierende m wi Von Dr. Arthur Zu den Forderungen der russischen Juden . 3 deren Erfüllung sie von der jetzigen Umwälzung erwarten, gehört mit in erster Linie die Aufhebung der Bestimmungen, welche die Zulassung der Juden zu den russischen Universitäten auf einen geringen Prozentsatz aller Studierenden beschränken. Diese Bestimmungen, die seit dem Jahre 1886 bestehen, hatten zur Folge, daß eine große Zahl von Juden, soweit sie die erhöhten Kosten des Studiums an einer nichtrussischen Universität erschwingen konnten, sich auf ausländische Universitäten begaben, und zwar fast ausschließlich auf die Universitäten des Deutschen Reiches, Oesterreichs, der Schweiz und Frankreichs. Die Zahl der an den Universitäten der genannten 4 Länder studierenden russischen Juden istEUFopaischeii Onhiepsifsfen. Ruppin, Berlin,! läßt sich mit völliger Genauigkeit nicht angeben'! teils weil viele von ihnen, insbesondere Frauen, | nur als Hospitanten (Gasthörer) zum Universitätsbesuche zugelassen werden und dann in der Universitätsstatistik nicht erscheinen, teils weil vielfach die Heimat und Konfession der ausländischen Studierenden nicht angegeben ist. Immerhin soll im folgenden wenigstens der Vers ach gemacht I werden, das gesamte inbezug auf diese Frage | vorhandene Material zusammenzustellen, j Die genaueste Statistik liefert Preußen. | Auf den preußischen Universitäten waren im | Sommerhalbjahr 1902 270 und im Winterhalbjahr I 1902/03 332 reichsausländische Studierende vor-! handen, die jüdischer Konfession und im europäischen Eussland geboren worden waren. Neben den 332 jüdischen im europ. Russiand geborenen