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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 13

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Austritte aus dem Judentum und Uebertritte zum Judentum im Jahre 1903 in Deutschland
Date
1905-10-01
Page
Seite 13 (sequence 2)
Language
German
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wortet geblieben, und die Bichtigkeit der Antworten unterliegt kaum einem Bedenken, da es wenig Austritte und Uebertritte geben wird, die nicht, sei es auf amtlichem, sei es auf privatem Wege zur Kenntnis des Gemeindevorstandes gelangen. Nur für die ganz großen Gemeinden dürfte hier eine Einschränkung am Platze sein. In der folgenden Tabelle I sind für ganz Deutschland 259 Austritte aus dem Judentum und 20Uebertritte zum Judentum verzeichnet. Von den 259 Austritten entfallen auf Berlin allein 126*). Dann folgen von anderen großen Städten'"*) Breslau und Frankfurt a. M. mit je 9, Dresden mit 6, München mit 5, Stuttgart und Kassel mit je 4, Tabelle 1. j ZaM der im Jahre 1903 erfolgten in Austritte ans j dem Judentum Uebertritte zum Judentum 2 1 Westpreußen ...... 1 — 126 V 5 5 4 — 20 1 2 _ Schleswig-Holstein. . . 1 — 2 — 8 1 26 1 Rheinprovina ...... 17 3 Königr. Preußen .... 218 7 10 4 „ Sachsen .... 9 1 » Württemberg. Großherzogtum Baden 6 3 7 1 „ Hessen 4 — Uebrige Bundesstaaten 4 2 Elsaß-Lothringen .... 1 2 Deutsches Reich .... 259 20 Tabelle II. ZaM der Aastrittsfälle in Gemeinden mit . . . jüd. Einwohnern nnt. 100 |10O~30O|3« »1—5001 501-1000 ober 1000 mit 1 Person 6 10 1 4! 4 11 „ 2 Personen 4 4 2 S 1 5 - 3 , 1 1 0 1 0 o » 4 „ 0 1 0! 0 2 m.menrals4Pers. 1 0 o! 0 6 12 16 6 \ 5 27 *) Beredinet als Durchschnitt für die Zeit vom 1. IV. 1901 bis zam 31. III-1904. **> Für Hamburg und Posen fehlen AugaheD, für Leipzig sind keine genauen Angaben vorhanden. Stettin, Dortmund und Wiesbaden mit je 3 Austritten. Wie aus diesen Zahlen hervorgebt und aus der Tabelle II im einzelnen zu ersehen ist. liefern die großen Gemeinden weitaus das stärkste Kontingent zu den Austritten. Von den 66 Orten, in denen überhaupt Austritte im Jahre 1903 vorkamen, waren 27 solche mit mehr als 1000 jüd. Einwohnern, 5 solche von 501 —1000 jüdischen Einwohnern. Doch gibt es immerhin auch 12 Orte mit weniger als 100 jüd. Einwohnern, in denen Austritte stattfanden. Die Tatsache, daß in einem solchen Orte 3 und in einem andern sogar mehr als 4 Personen austraten, erklärt sich dadurch, daß hier eine ganze Familie ausgetreten ist. Von den gesamten 259 Austritten fanden statt in Berlin...........126 „ sonstigen Orten mit mehr als 1000 Juden 73 501—1000 „ 8 „ „ 301— 500 „ 9 l „ n 101— 300 „ 20 „ „ „ weniger als 100 „ 23 Bezüglich der Konfession, die die austretenden Juden wählen, läßt sich sagen, daß die wenigsten der katholischen Kirche zufallen und daß die anderen in ungefähr gleicher Zahl zum Protestantismus und zu den Dissidenten übertreten. In 96 Fällen, in denen die spätere Konfession der Austretenden angegeben war, traten 44 zu den Dissidenten, 42 zum Protestantismus, 10 zum Katholizismus über. Ueber die Uebertritte fehlen leider die betreffenden Zahlen für Berlin. Im übrigen Deutschland kamen 20 Uebertritte zum Judentum [vor. In Preußen (ohne Berlin) stehen 92 Austrittsfällen 7 Uebertritte gegenüber, in den außerpreußischen Staaten 41 Austritten 13 Uebertritte, In Elsaß- Lothringen findet sieht merkwürdigerweise nur 1 Austritt aus dem Judentum, dagegen 2 Uebertritte zum Judentum verzeichnet. In 3 Fällen waren die Ueber tretenden früher Juden gewesen, sind also jetzt zum Judentum zurückgekehrt. Die hier gegebenen Zahlen bilden den ersten Versuch, die Austritte aus dem Judentum und

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