Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1905-10-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,-— M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin Haiensee, Georg =Wühe!mstrasse 22. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälische Strasse 46. ^- Für die ümschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 Mnrk. pro halbe Seite 15 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. 1. Jahrgai^7~l[ Oktober 1905. Heft No. 10. f X 22 A Jj T: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I.Abhandlungen. B. Goldberg. Wilna: Die Juden unter der städtischen Bevölkerung Rußlands. — Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die Tätigkeit der Jewisli Colonization Association. — ür. Leo Öofer, Wien; l-cber die Entmischung der Rassen. — Austritte aus dem Judentum und Uebertritte zum Judentum im Jahre 1903 in Deutschland. — H. Statistisches Archiv. Häufigkeit einiger jüdischer Namen. — Mischehen in Ungarn im Jahre 1903- — Die Juden in Egypten. — Frequenz der höheren Knabenschulen in der Bukowina. — Schulbildung in Victoria, (Australien). Ilf. Literatur. Dr. A. Eckstein: Der Kampf der Juden um ihre Emanzipation in Bayern. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Juden unter der städtischen Bevölkerung Ruüanös. Von B. Goldberg in Wiina. Die Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf Stadt und Land ist an und für sich ein wichtiges Moment des Volkslebens und einer Er- \ forschung würdig. In der letzten Zeit ist aber j die Klarstellung dieser Verhältnisse besonders aktuell geworden, denn laut Gesetz vom 6./19. August 1905 über die russische Volksvertretung erteilt das proklamierte russische Wahlgesetz der städtischen Bevölkerung ganz wesentliche Vorrechte, und die Chancen einer jüdischen Vertretung sind direkt vom Ueberwiegen der Juden in der städtischen Bevölkerung des Ansiedlungsrayons abhängig. Zum besseren Verständnis der betreffenden Verhältnisse will ich hier nochmals kurz die Verteilung der jüdischen Bevölkerung über das ganze russische Gebiet und deren relative Dichte an- ' führen. In den 25 Gouvernements des Ansiedlungsrayons. wo die jüdische Bevölkerung am dichtesten konzentriert ist. bildet dieselbe im Durchschnitt 11,46 % der Gesamtbevölkerung, wobei die mindeste Dichte bei 4,02 (Gouv. Poltawa) beginnt und die maximale mit 18.12 % in Warschau erreicht wird. Außerhalb des Ansiedlungsrayons ist die Dichte der jüdischen Bevölkerung eine ganz minimale: sie sinkt in 47 Gouvernements unter 7-20/G; bleibt in 8 Gouvernements zwischen 3/2% und 1 °/ü, in 7 Gouvernements zwischen 1 und 2 % und erreicht nur in 2 Gouvernements mehr als 2 % (Livknd 2:24 %, Kurland 7;33 °/o). Wenn wir die Verteilung der jüdischen Bevölkerung in den noch kleineren administrativen Bezirken, in den sogenannten „Oujesden" betrachten, so kommen wir zu folgenden Resultaten: Innerhalb der 25 Gouvernements des Ansiedlungsrayons gibt es im ganzen 234 Oujesden, darunter aber nicht einen einzigen, wo die jüdische Bevölkerung eine Majorität oder auch nur ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmacht. Nur in drei Oujesden mit hervorragenden städtischen Bezirken haben wir eine jüdische Bevölkerung von mehr als 25 %. nämlich: 1. Bialystok . . 28,77 % 2. Warschau . . 28.20 % 3. Lodz . . . . 25^00 % Ferner haben 11 Oujesden eine jüd. Bevölkerung von20—25% 25 „?, „ 15—20% 07 „ „ „ 10—15% ol 41 von wenig, als 5 %.