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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die Juden auf den preußischen Universitäten
Date
1905-09-01
Page
Seite 16 (sequence 5)
Language
German
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— 16 — prozentual ein Rückgang der Juden. Unter den einzelnen philosophischen Disziplinen wiesen im Jahre 1902/03 Philosophie*), Philologie und Geschichte 4,45 %, Mathematik und Naturwissenschaften 5,61%, Landwirtschaft, Nationalökonomie und Kameralia 2,85%, die Pharmazie 9,02%, die Zahnheilkunde 26,86% Juden auf. Die letztgenannte Disziplin ist damit die bei weitem am stärksten von Juden besetzte. Am deutlichsten zeigt sich der Wechsel in der Wahl des Studienfachs durch die Vergleichung, wie sich 100 jüdische Studierende in den verschiedenen Jahren auf die einzelnen Fakultäten und Disziplinen verteilt haben. Diese Vergleichung ist in Tabelle III durchgeführt und zeigt insbesondere, daß in der Zeit von 1886/87 bis 1902/03 der Anteil der Juristen unter den jüdischen Studierenden von 15,63% auf 37,62%, der Anteil der Philosophen von 25,59% auf 32,13% gestiegen, der Anteil der Mediziner dagegen von 58,78% auf 30,25% gesunken ist. Unter den einzelnen philosophischen Disziplinen weisen in derselben Zeit Philosophie, Philologie und Geschichte einen Rückgang von 11,66% auf 10,41 %, Mathematik und Naturwissenschaften eine Steigerung von 8,95% auf 11,47%, Landwirtschaft, Kameralia und Nationalökonomie von 0,62% (im Jahre 1889/90) auf 1,89% auf. Pharmazie und Zahnheilkunde, auf die zusammen im Jahre 1889/90 *) Anm. Hierunter sind auch die jüdischen Theologen enthalten. 6,65% aller jüdischen Studierenden entfielen, zählen jetzt 8,36 %. Was die Verteilung der Studierenden auf die einzelnen Universitäten angeht, so sind darin im Jahre 1902/03 keine wesentlichen Änderungen gegen früher eingetreten. Nach wie vor konzentrieren sich die jüdischen Studierenden an den Universitäten Berlin und Breslau, neben denen nur noch Bonn und Königsberg eine nennenswerte Anzahl von jüdischen Studierenden aufweisen. An allen übrigen Universitäten bleibt die Zahl der jüdischen Studierenden unter 30 oder geht nur ganz wenig darüber hinaus. Detaillierte Aufschlüsse über den Besuch der einzelnen Universitäten durch Christen und Juden gibt Tabelle IV. Es zeigt sich, daß von den preußischen. Juden fast 2/3, nämlich 65,2 %, in Berlin und weitere 16,8% in Breslau studieren, sodaß sich an diesen beiden Universitäten 82o/0 aller jüdischen Studierenden (gegenüber nur 38,5 % aller christlichen Studierenden) befinden. Die außerpreußischen deutschen Juden suchen mit Vorliebe Berlin (73,1%) und Kiel (11,1%) auf, während die ausländischen Juden hauptsächlich nach Berlin (71,6%; und Königsberg (13,0%) gehen. Die geringste Zahl von jüdischen inländischen und ausländischen Studierenden weisen (abgesehen von dem nur für christliche Theologen bestimmten. Lyzeum Hosianum in Braunsberg) die Akademie Münster mit 5, Greifswald mit 19 und Halle mit 26 jüdischen Studierenden auf. Statistisches Archiv. Frankreich. Ausgaben des französischen Staats für jüdische Kultuszwecke, Angesichts der bevorstehenden Trennung von Staat und Kirche in Frankreich ist es von Interesse festzustellen, wieviel der französische Staat bisher für jüdische Kultuszwecke aufgewendet hat. Diese Aufwendungen waren nach dem amtlichen Annuaire statistique 1903 (Paris 1904:) im Jahre 1902 folgende: Für die Beamten des jüdischen Kultus 132 01.6 Fr. „ das israelitische Seminar....... 22 000 „ Bauunterhaltungskosten für israel. und Protestant. Gotteshäuser*)...... 26 770 „ Nimmt man an, daß von den Bauunterhaltungskosten *) Dieser Betrag ist nicht getrennt für Protestanten nnd Israeliten angewiesen. der vierte Teil auf Synagogen entfällt, so würden die gesamten Ausgaben für jüdische Kultuszwecke etwa 160 700 Frcs. betragen und damit 0,38% der gesamten Ausgaben des französischen Staates für Kultuszwecke, die sich auf 42 669 834 Frcs. belaufen, ausmachen. Sie sind damit etwas hoher, als der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung beträgt, da die Juden in Frankreich nach unserer Schätzung 100 000 Seelen zählen dürften und somit 0,26 °/o der gesamten 38 961 945 Seelen (im Jahre 1901) zählenden Bevölkerung Frankreichs ausmachen. Nebenbei sei bemerkt, daß die Gesamtzahl der staatlich besoldeten jüdischen Kultusbeamten (Rabbins et ministres) in Frankreich im Jahre 1902 56 betrug, von denen sich 12 im Seine-Departement (Paris) befanden. Fär die Redaktion verantwortlich: Dr. Arthur Klippin, ChaTlottenburg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Halensee. — Druck von K Boll, Berlin.

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