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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die Juden auf den preußischen Universitäten
Date
1905-09-01
Page
Seite 14 (sequence 3)
Language
German
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14 — Durchschnitt des S.-H. 1899 u. W.-H. 1899/1900 (wo sie 1464 betrug) und als in allen früheren Zeitperioden. Auch der Prozentsatz der Juden unter der Gesamtzahl aller Studierenden ist gegenüber der Periode 1899/1900 in der Periode 1902/03 von 9,22% auf 9.38% gestiegen, erreicht jedoch mit diesem letzteren Prozentsatze noch nicht den Prozentsatz der Jahre 1895/96, wo er 9,71 % betrug, oder gar des Jahres 1892/93, wo er mit 10,06 % den höchsten bisherigen Stand aufwies. Die Zunahme der jüd. Studierenden in der Periode 1902/03 gegenüber der Periode 1899/1900 ist, wie sich aus Tabelle I ergibt, lediglich der erheblich gewachsenen Zahl der ausländischen Juden zuzuschreiben, die 1899/1900 nur 265, 1902/03 dagegen 455 Studierende zählten und amals 24,38%, jetzt 32,78,% aller ausländischend Studierenden überhaupt ausmachten. Sieht man von den ausländischen Studierenden ab und betrachtet allein die jüd. Studierenden preußischer oder sonstiger deutscher Staatsangehörigkeit, so ist ihre Zahl seit 1899/1900 fast genau stabil geblieben (1220 gegen früher 1199) und ihr Prozentsatz unter der Zahl aller preußischen bezw. sonstigen deutschen Studierenden ist sogar erheblich gesunken, für die preußischen jüd Studierenden von 8,28% auf 7,55%, für die sonstigen deutschen jüd. Studierenden von 6,78% auf 6,40%. Überhaupt zeigt sich — unter Berücksichtigung nur der reichsinländischen Studierenden — schon seit dem Jahre 1886/87 ein ständiger Rückgang des prozentualen Anteils der Juden. Unter den gesamten 16 466 reichsinländischen (preußischen und sonstigen deutschen) Studierenden befanden sich im Jahre 1902/03 nur noch 7,41% Juden gegenüber 8,10% im Jahre 1899/1900, 9,08% im Jahre 1892/93 und 9,12% im Jahre 1886/87. Der Rückgang entspricht dem relativen Rückgang der jüdischen Bevölkerung in Preußen, die im Jahre 1880 noch 1,33%, 1890 nur noch 1,24% und 1900 sogar nur 1,14% der Gesamtbevölkerung Preußens betrug. Ein Vergleich über den verschieden starken Andrang der einzelnen Konfessionen zur Universität läßt sich durch die Feststellung gewinnen, wieviel preußische Studierende auf je 10000 männliche Bewohner gleichen Bekenntnisses in Preußen entfallen. Es kamen Studierende auf je 10 000 männliche Bewohner gleichen Bekenntnisses im Durchschnitt der Studienhalbjahre. W.-H. 1891/92 b. W.-H. 1895/93 S.-H. 1899 tl W.-H. ]S99/1900 S.-H. 1902 u. W.-H. 1902/03 evangel.. . 7,02 7,90 8,37 kathol. . . 4.39 4,33 6,61 jüdische . . 50^83 55,97 54,75 sonstige . . 7,24 6,52 5,50 überhaupt. 6,63 7,18 8,26 Der viel stärkere Andrang der Juden zur Universität, welcher den der Evangelischen um das 6V2 fache und den der Katholiken um das 8V2 fache übertrifft, geht aus diesen Zahlen klar hervor. In der Periode 1889/1900 war dies Verhältnis noch höher; seitdem ist aber derZudrang der Evangelischen und ganz besonders der Katholiken zur Universität gestiegen, während die Juden einen Rückgang aufweisen; 1899/1900 entfielen auf 10 000 jüdische Bewohner 55,97 jüdische Studierende, 1902/03 nur noch 54,75. Dieser Rückgang braucht allerdings nicht in einer Abwendung vom Universitätsstudium und Hinwendung zu anderen Berufen oder Hochschulen (technische Hochschulen, Handelshochschulen) seinen Grund zu haben; er ist vielleicht mit größerem Rechte auf eine Änderung in der Altersgliederung der Juden in Preußen (die infolge starken Geburtenrückgangs jetzt weniger Kinder und Jünglinge unter sich haben als in früheren Jahren) zurückzuführen. Von großem Interesse ist die Verteilung von Christen und Juden auf die einzelnen Fakultäten und Studienfächer. Da diese Verteilung bei den ausländischen Studierenden eine ganz andere ist als bei den inländischen Studierenden (für manche Studienfächer, z, B. die Jurisprudenz, kann ein Ausländer eine zur späteren praktischen Ausübung in seinem Heimatlande befähigende Ausbildung fast nur auf den Universitäten seines Heimatlandes erwerben), so würde eine Hereinbeziehung der an preußischen Universitäten studierenden reichsausländischen Juden, von denen im Durchschnitt des S.-H. 1902 und des W.-H. 1902/03 31 Jurisprudenz, 182 Medizin, 85"Philosophie, Philologie und Geschichte, 118 Mathematik und Naturwissenschaften, 31 Landwirtschaft.

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