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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Zum Stande der zionistischen Bewegung
Date
1905-09-01
Page
Seite 11 (sequence 1)
Language
German
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Zum Stande der zii Vom 27. Juli bis 2. August 1905 fand in Basel der 7. Zionistenkongreß statt, zu welchem nach den in dem offiziellen zionistischen Organe „Die Welt" veröffentlichten Berichten 800 Delegierte in allen Teilen der Welt — auf je 200 organisierte Zionisten entfällt ein Delegierter — gewählt und 600 aus 22 verschiedenen Staaten nach Basel gekommen waren. Auf Grund der dem Kongreß erstatteten gedruckt vorliegenden Referate bringen wir einige zahlenmäßige xAngaben über die zionistische Bewegung, insbesondere über die Einnahmen und Ausgaben der Organisation, über den Nationalfonds und über die Kolonialbank. Die Einnahmen der zionistischen Organisation bestehen im wesentlichen aus dem jährlichen Beitrage (Schekel), den jeder stimmberechtigte Zionist zu leisten hat und der 1 Krone österreichischer Währung (bezw. 1 Frc., 1 Mark oder 1 Schilling) beträgt. In der am 30. Juni 1905 abgeschlossenen Abrechnung für die voraufgegangenen zwei Jahre sind als eingenommene Schekelbeiträge verzeichnet 130 218 K., zu denen noch 2 971 K. sonstige Einnahmen kommen, sodaß die gesamten Einnahmen in den 2 Jahren vom 1. Juli 1903 bis 30. Juni 1905 133 189 K. betragen. Aus dem Gesamtbeträge des Schekels von 130 218 K. innerhalb zweier Jahre würde sich folgern lassen, daß in jedem der beiden Jahre 65 000 Zionisten den Schekel gezahlt haben. Diese Zahl ist jedoch zu niedrig, weil erstens nach dem Bericht der Parteileitung noch nach dem 1. Juli 1805 zirka 30 000 Frcs. an Schekelbeiträgen eingegangen sind, weil ferner viele unbemittelte Zionisten den Schekel nur in jedem 2. Jahre (zur Erwerbung des Stimmrechts zu den Kongreßwahlen) zahlen und weil schließlich fast alle zionistischen Landesorganisationen den Schekel nicht voll an die Hauptorganisation abführen, y sondern teilweise zur Deckung ihrer eigenen Propaganda-Unkosten behalten.*) ~*)wDer Referent über die zionistische Bewegung auf dem Kongresse stellte in seinem Referate die Veröffentlichung einer Zusammenstellung der Sehetelzahler in den einzelnen Ländern in dem offiziellen Organe in Aussicht. Bisher konnte diese Veröffentlichung nach einer uns vom Referenten gewordenen Mitteilung nicht erfolgen, weil immer noch verspätete Schekelbeiträge einlaufen. istischen Bewegung. Die Frage nach der Gesamtzahl der organisierten Zionisten läßt sich deshalb nicht mit Sicherheit beantworten. Nimmt man die Zahl von 200 "Wählern auf jeden Delegierten zur Grundlage, so würde sich bei 800 gewählten Delegierten eine Zahl von 160000 schekelzahlenden Zionisten ergeben, während nach Ausweis der Schekeleingänge — selbst unter Hinzurechnung der nachträglich eingegangenen 30000Fr. — nur eine Zahl von 80 000 Zionisten herauskommt. Man kann wohl mit Recht die eine Zahl als Maximalzahl und die andere als Minimalzahl betrachten, zwischen denen die wirkliche Anzahl liegt. Für einige wenige Länder sind übrigen« in dem erwähnten Kongreßreferat Zahlen mitgeteilt worden; so wurden für die Schweiz 1360 Schekelzahler (d. h. etwa 11% der gesamten jüdischen Bevölkerung), für Italien 1200 (d. h. etwa 3% der jüdischen Bevölkerung), für Australien 3000 (ca. 18%) angegeben. Den Einnahmen in Höhe von 133189 K, stehen Ausgaben in Höhe von 129 06B K. gegenüber. Hiervon entfallen 51501 EL. auf Reisen und Agitation, 27 827 K auf die Presse, 15 405 K. auf Spesen, 12150 K. auf Gehälter. Der Jüdische Nationalfonds, aus freiwilligen Spenden von Zionisten seit 1. Januar 1902 gesammelt und zum Ankauf von Land in Palästina bestimmt, untersteht der Verwaltung der zionistischen Organisation und betrug nach dem sehr übersichtlichen von dem Verwalter des Nationalfonds erstatteten Bericht am 1. Juli 1905 41997 £ (ca. 850 000 M.). Gegen den 31. Juli 1903, wo er 18 668 £ betrug, ist er also um 23 329 £ gewachsen. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Zusammenstellung über die Spenden für den Nationalfonds in den einzelnen Ländern (Brutto- Einnahmen, von denen die Verwaltungsspesen abgehen). Es zeigt sich, daß mehr als die Hälfte aller Spenden (50,9%) aus Rußland kommen, dem erst in weitem Abstände England mit Südafrika (16,3%), Österreich-Ungarn (9,6 %), Nordamerika (7,4%) und Deutschland (6,8%) folgen. Pro Kopf der jüdischen Bevölkerung wird am meisten zum Nationalfonds beigesteuert in der

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