Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Der Cheder-Unterricht in Rußland
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 6 (sequence 1)
- Language
- German
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- Hrodna 1× ep/1044655
- Kaunas 1× ep/1000678
- Minsk 1× ep/1000754
- Vilnius 1× ep/1000947
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- 6 — Obp [hetier-Uniepriciif in Huiianl Von M. Lawin, St. Petersburg. Die Jewish Colonization Association hat bekanntlich im vorigen Jahre in russischer Sprache ein zweibändiges Werk1) über die ökonomische Lage der Juden in Rußland herausgegeben, aus dem uns die Angaben über den Unterricht in jüdischen Schulen besonders interessant erscheinen. Als Material für die Bearbeitung dieses Gegenstandes dienten die von 507 Orten (unter 1200 untersuchten überhaupt,) eingelaufenen Angaben über denCheder-Unterricht. In diesen 507 Orten wohnen 1420 653 Juden, das heißt, beinahe 30% der gesamten jüdischen Bevölkerung (4 874 636) der 25 Gouvernements des Ansiedlungsrayons. Natürlich kann ein solches Material keine statistische Vollständigkeit beanspruchen. Berücksichtigt man jedoch, daß zu den Orten, auf die das Material über die Chedarim sich ^bezieht, 15 Gouvernementsstädte, 100 Kreis- und mehr als 380 Kleinstädte gehören, so können wir die unten angeführten Angaben ungefähr für den ganzen Ansiedlungsrayon als typisch annehmen. a. Schulen. In 507 Orten befanden sich nach näherem Ausweis der Tabelle I 7145 Privat - Chedarim. Tabelle I. PriYat- Chedarim Talmud- Thora- Anstalten Insgesamt Im Nord-Westlichen Gebiet*)...... 2 555 86 2 641 Im Süd - Westlichen Gebijt**) ...... 2 297 41 2 338 Im Südlichen Gebiet***)...... 433 16 499 In Polen........ 1810 70 1880 Insgesamt im Ansied- 7145 213 7358 x) Wir werden auf diese bedeutsame Publikation noch in einem ausführlichen Referate zurückkommen. (Red.) *) Das Nord-Westliche Gebiet umfaßt folgende Gouvernements: Wilna, Kowno, Grodno, Minsk, Mohilew und WTitebsk. **) Das Süd-Westliche Gebiet: Kiew, Wolhynien, Podolien, Tschernigow und Poltawa. ***) Das Südliche Gebiet: Bessarabieu, Cherson, Jekaterinoslaw und Taurien, Es kommt demnach in diesen 507 Orten 1 Privat- Cheder auf 199 Juden im Durchschnitt. .Nimmt man dasselbe Verhältnis für die gesamte jüdische Bevölkerung im Ansiedlungsgebiete an, so würde die Gesamtzahl der Ohedarim ungefähr 24 540 betragen, Die Gruppierung der Chedarim in den einzelnen Rayons ist in Tabelle II angegeben. Tabelle IL 1 Cheder kommtauf Die Zahl der jüd. Bevölk. Die hypothetische Zahl der Chedarim Im Nord-Westlichen Gebret........ 176 Juden 1410 001 8 011 Im Süd - Westlichen 168 „ 1 418 279 7 793 Gebiet....... Im Südlichen Gebiete 282 „ 729 780 3 012 In Polen ....... 230 . 1 316 576 5 724 Insgesamt im Ansied- 199 , 4 874 636 24 540 Was die gemeinschaftlichen Talmud-Thora- Schulen betrifft, die sich von den Privat-Chedarim dadurch unterscheiden, daß sie von Gemeinden oder Vereinen unterhalten werden, so dürfte ihre Zahl in ganz West-Rußland nur 500—600 betragen. Wenn wir dieselben zu den privaten Chedarim hinzu rechnen, so gibt es in dem Ansiedlungsra}7on ca. 25 000 Chedarim. Organisierte jüdische Schulen mit festgesetztem Lehrplan und einer Einteilung in Klassen gab es zu Ende des Jahres 1899 in allen 25Gouvernements nur 820, d.h.30mal weniger als unorganisierte Schulen oder Chedarim. Am geringsten ist die Cheder-Bildung in den südrussischen Gouvernements, wo die Juden erst seit einem Jahrhundert wohnen dürfen, verbreitet. Während im ganzen Ansiedlungsrayon 1 Cheder auf 199 und 1 Cheder-Schüler auf 13 jüdische Einwohner entfällt, kommt in den südrussischen Gouvernements 1 Cheder auf 282 und 1 Cheder- Schüler auf 15 jüdische Einwohner. Im ganzen Ansiedlungsrayon bilden die Cheder-Schüler 53% der Gesamtzahl der jüdischen Jugend im schulpflichtigen Alter; in den südlichen Gouvernements aber nur 46%. Bekanntlich haben sich die südrussischen Juden im Verhältnis zu anderen