Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Die Bewegung der jüd. Bevölkerung in Bayern seit dem Jahre 1876
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 4)
- Language
- German
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ehen zwischen Juden und Protestanten in dem behandelten Zeitraum beinahe eben so zahlreich vor (233) wie zwischen Juden und Katholiken (259). Aus Tabelle IV ersehen wir alle wichtigeren Momente, die uns die sehr geringe Vermehrung der Juden in Bayern erklären. Wir sehen, daß die Eheschließungen unter den Juden zunehmen, daß jedoch die eheliche Fruchtbarkeit stark abnimmt, wie es sich aus der nachstehenden Tabelle ergibt: Tabelle V. Jahrfünft Zahl der Israel. Auf 1 Ehe Ehen Kinder entfall. Kinder 1876-1880 1783 8 360 4,75 1881—1885 1785 7 405 4,15 1886-1890 1787 6 220 3,49 1891-1895 1819 5 467 3,01 1896—1900 1958 4 888 2,50 1876-1900 9132 32 340 3,54 Da ferner die außereheliche Fortpflanzung, die bei den Christen einen so hohen Prozentsatz ausmacht, für die Juden nur wenig in Betracht kommt, so ist im Resultate' die Geburtenhäufigkeit bei den Juden eine überaus geringe, im Jahre 1900 beträgt sie 18,1 auf 1000, ist also nicht einmal halb so groß wie die Geburtenziffer der Christen in demselben Jahre und ungefähr gleich der für die Juden in Preußen im Jahre 1903 ermittelten 18,40 (s. Zeitschrift No. VI). Die Geburtenziffer der Juden sinkt von 33,5 im Jahrfünft 1876/80 auf 26,3 im nächsten Jahrzehnt und auf 19,9 im letzten 1890/1900. Infolge dieses Rückgangs der Geburtenziffer sinkt die Vermehrungsquote von 15,8 im Jahre 1876 auf 4,6 im Jahre 1900 trotz der sehr günstigen Sterbeziffer. Letztere ist während der ganzen Periode auch viel geringer als die der Christen. Indem beide gleichzeitig sinken, beträgt die Sterbeziffer der Christen im Jahre 1900 25,4, die der Juden 13,5 gegen 31,8 bezw. 18.6 im Jahre 1876. Die Zahlen für die Jahre 1902 und 1903 (Zeitschrift des Kgl. bayer. statist.Bureaus 1904, III und 1905, I) beweisen, daß in den letzten Jahren die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung auch fernerhin eine sehr ungünstige bleibt, ja im Jahre 1903 einen weiteren beträchtlichen Rückgang aufweist, indem die Geburtenziffer (17,9°/0o) noch weiter hinter der Geburtenziffer der preußischen Juden in demselben Jahre zurückbleibt. Tabelle VI. Im Jahre Es wurden geboren überhaupt Christen Juden männl. | weibl. jjzusammen männl i weim | Zus. 1902 122 900 115 550 j 238 450 528 479 1007 1903 118 683 j 112 349 j 231032 517 463 J 980 unter 1000 der Bevölkerung gleicher Konfession 19021 20,0 j 1839 jj 38,9 j 9,6 | S,7 |J 18,3 1903 j 19,4 j 18,3 jj 37,8 | 9,4 j 8,4 jj 17,8 davon totgeboren: 1902 Christen 7048 29,6, Juden 27 26,8 °/oo 1903 „ 6738 29,1, „ 26 26,0 °/00 davon unehelich: 1902 Christen 29 487 124,0 Juden 24 23,9 %0 1903 „ 28 909 125,0 * 25 25,5 °/00 "Während die Zahl der christlichen Eheschließungen in beiden Jahren konstant bleibt, geht die der jüdischen im Jahre 1903 gegen das Vorjahr zurück. Es schlössen nämlich Ehen: im Christen Juden Jahre überhaupt unter 1000 überhaupt unter 1000 1902 94 168 15,4 936 17,0 1903 94 101 15,4 857 15,6 Die Zahl der Mischehen unter den Juden erhält sich in diesen zwei Jahren ungefähr auf dem Durchschnitt des letzten Dezenniums, wobei die Zahl der eine Mischehe eingehenden jüdischen Frauen wächst. Es gingen, nämlich unter 100 heiratenden Juden im Jahre 1902 4,49 (und zwar unter 100 Männern 4,90, unter 100 Frauen 4,08) eine Mischehe ein, im Jahre 1903 3,58 (und zwar unter 100 Männern 3,05, unter 100 Frauen 4,18). Während die Fruchtbarkeit der christlichen Ehen stark zunimmt, nähert sie sich bei den jüdischen Ehen der der Mischehen. Es gab nämlich: im Jahre christliche jüdische Misch¬ Gel), aus Eheschl. J Geburten EhescM. j Geb. ehen üßischeh. 1902 1003 47105!207911 47034 | 202123 447 |983 413 [955 42 30 58 61 sodaß Kinder entfielen auf eine im Jahre christl. Ehe jüd. Ehe Mischehe 1902 4,41 2,20 1,38 1903 4,30 2,31 2,11.