Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1905)
- Article
- Die Auswanderung aus Oesterreich nach den Vereinigten Staaten
- Date
- 1905-07-01
- Page
- Seite 14 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-3187624-3187632-3188316--0304-3188343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 14 Der Beruf der Einwanderer, nach Nationalitäten geschieden, ist in Tabelle II dargestellt. Dieselbe bestätigt zunächst ebenfalls die eben erwähnte Behauptung, daß die Auswanderung der Juden mehr als bei den anderen Nationalitäten eine Familien-Auswanderung ist, denn keine andere Nationalität hat soviel Berufslose (d. h. Kinder und Frauen) unter sich wie die Juden. •40,9 % aller einwandernden Juden sind berufslose Angehörige. Von den übrigen 59,1 0;o sind 35,5 % gelernte Arbeiter, 9,2 °/o Dienstboten, 8,8 °<o ungelernte Industriearbeiter, 0,4% landwirtschaftliche Arbeiter; nur 0,7% gehören den freien Berufen, nur 4,5 % den sonstigen Berufen (Handel) an. In absoluten Zahlen (und etwas anderer Berufsgruppierung) sind von den im Jahre 1902/03 eingewanderten 76 2ü3 Juden Angehörige der freien Berufe .... 499 Kaufleute........... 2 363 Handwerker.......... 26 329 Farmer............ 46 Landwirtschaftliche Arbeiter .... 334 Minenarbeiter......... 13 Tagelöhner.......... 6 664 Dienstboten.......... 7 039 Angehörige sonstiger Berufe .... 756 Unbekannten Berufs ....... 1 008 Ohne Beruf incl. Weiber und Kinder . 31 152 Sa. 76 203 Wenn diese Rubrizierung richtig ist, so sind die Juden, während sie durch die größere Belastung mit Angehörigen im Nachteil sind, doch gegenüber den anderen Nationalitäten wenigstens dadurch im Vorteil, daß sie relativ am meisten gelernte Arbeiter (wohl hauptsächlich Schneider, Schuhmacher und sonstigo Handwerker) nach Amerika entsenden, für die hier bessere Chancen bezüglich _ ihres Fortkommens bestehen als für das Heer der ungelernten Arbeiter, der Kaufleute usw. Es scheint hiernach, da die Juden in Oesterreich zu einem viel größeren Teile Händler als gelernte Kaufleute sind, die Auswanderung in dieser Beziehung wenigstens eine zweckmäßige Auslese zu treffen. Tabelle II. Von je 100 Aogehör. der naehbenaDiiten Nationalität, gehören den nebenstehenden Berulsgruppen an. ™>) ■IV1 Deutsche Tschechen Kroaten Slowen, Dalmatiner Bosnier, . .( Herzegowin. J Magyaren Polen....... Slowaken . . . Rumänen . . . . Ruthenen - . . . Juden ...... Italiener..... Engländer . . . . Irländer...... Skandinavier . . Franzosen . . . . Bulgaren . . . Serben . . . 1 MontenegrinJ Gesamteinwanderung 5 i « Z ' 2 c! 2-S -5-5 1.5 '20,1 0,9127,2 0,11 5,8 6,3! 18.8 11,8 5,0;l4.7jl5,l 12,0!68,0' 4.8 .6 4,5 0.0 i 4,0 0,2 4,1 0,1 1,7 0,7 35,5 0,3 13,5 5,6 29,1 0,8 9,3 0,8 15,4 5,4 27,6 0,0; 2,7 0,8 14,5 14,1 2,5 9,3 7,0 6,0 0,4 16,6 1,3 3,5 3,2 7,1 7,5! 48,51 9,9 59,3.13,7 52.912,8 20,4 35,4! 33,4; 8.1! 6,1 3,7 1,2 100 100 100 18,2 19,8 81.8 1,0 08,6 14,3 8,8 9,2 43,4 3,7 9# 7,8 27.9 43,0! 12,1 35,9 22,lj 18,6 10,810,0 29,3 85,2i 0,8: 3,0 5,0 9,2 40^9 21,0 34,6 37,410,8 23,3 1.4 100 0,6 jlOO 0.6 100 0,9 100 0,1 :100 4.5 100 1,5 100 12,3 100 3,4 100 4,0 100 9,8 1100 0,8100 4,1 100 Auf die einzelnen Staaten der Union verteilten sich die in den fünf Jahren 1898/99 bis 1902/03 einwandernden Juden wie folgt: in in °/ft aller absol. Zahlen eingewand. New York. . . 199 920 68,9 Pennsylvania. . 29 034 10,0 Massachusetts . 17 777 6,1 Illinois . . . . 9 976 3,4 New Yersey . . 7 053 2,4 Maryland . , . 4 774 l,7 Ohio . . . . 4 281 Connecticut . . 8 778 1,3 Missouri . . . 2 148 0,7 Minnesota . . . 1 773 0,6 Wiscousin . . 1 342 0,5 Ehode Island 1 236 0,4 Michigan . . . 1 090 (A4 Sonstige Staaten und Territorien 5 986 2,1 Zusammen 290 168 100.0 Die Juden bevorzugen hiernach in ganz außerordentlichem Maße New York: 68,9 % aller einwandernden Juden siedeln sich hier an.