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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-06-01 · Heft 6 (Juni 1905) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 6 (Juni 1905)
Article
Ein deutsches Dorf mit überwiegend jüdischer Bevölkerung
Date
1905-06-01
Page
Seite 11 (sequence 2)
Language
German
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— 11 — Baden. Battenhausen(Württembg.) mit 229 Juden unter 677 Binw. Gailingen (Baden) mit 663 Juden unter 1702 Einwohnern. Kl. Eicholzheim (Baden) mit 74 Juden unter 223 Ehrw. Es ist bemerkenswert, daß alle diese Orte in Süddeutschland liegen. In den preußischen Ostprovinzen, inbesondere in Posen, in denen es früher Orte mit sehr dichter jüd. Bevölkerung gab, existiert unseres Wissens heute kein Ort mehr, in dem der Anteil der Juden unter der Gesamtbevöikerung 20% erreicht. Die relativ stärkste jüd. Bevölkerung dürften in der Provinz Posen die Orte Janowitz mit 223 Juden unter 1566 Einw. und Kempen mit 1059 Juden unter 5718 Einw. aufweisen, was einem Prozentsatze von 14,24 bezw. 18,52 entspricht. Etat und Besteuerung der israelit. Religionsgemeinschaft in Baden. Der Großherzogliche Oberrat der Israeliten in Baden veröffentlicht in seinem Verordnungsblatt vom 28. Dezember 1904 den Voranschlag für alJgemeine kirchliche Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinschaft des Großherzogtums Baden für die Jahre 1905/1907. Hiernach betragen die voraussichtlichen Ausgaben jährlich 54 650 M., wovon 21 500 M. als Zuschuß an gering besoldete Religionslehrer, 8 000 M. als Zuschuß an den israelitischen Reiigionsschul- und Pensionsfond, 6000 M. zur Unterstützung bedürftiger israelitischer Gemeinden, 6000 M. für soziale Zwecke, insbesondere iür das Lehrlingsheim, 3000 M. als Zuschuß an das Israelitische Landesstift für Heranbildung israelitischer Religionslehrer, 5 020 M. als Verwaltungsunkosten, 5130 M. in sonstiger Weise verwendet werden sollen Diese Ausgaben umfassen nur die allgemeinen (d. h. allen Juden in Baden gemeinsamen) Bedürfnisse; daneben werden natürlich von den einzelnen jüd. Gemeinden für ihre besonderen Bedürfnisse weit höhere Beträge verausgabt. Von den oben angegebenen jährlichen Ausgaben von 54 650 M. weiden 1800 M. durch Zinsen von Kapitalien gedeckt; 52 850 M. sind durch Steuern aufzubringen, was einer Besteuerung von 2,02 M. pro Kopf der jüdischen Bevölkerung entspricht. Die Besteuerung erfolgt allerdings nicht in dieser Weise durch eine direkte Kopfsteuer, sondern in der Weise, daß von je 100 M. Kapital, das d. Kapitalrentensteuer unterliegt, 0,55Pf. Kapital, das der Grund-, Häuser-, Gefäll- und Gewerbesteuer unterliegt, ......0,825 Pf Einkommen.................. 11 Pf. zu zahlen sind. Nach den amtlichen Steuerregistern für 1904 beträgt das hiernach zur Besteuerung heranzuziehende in jüdischen Händen befindliche Kapital, das der Kapitairentensteuer unterließt, 173750250 M., das in jüdischen Händen befindliche Kapital, das der Grund-, Häuser-, Gefäll- und Gewerbesteuer unterliegt, 170 458 500 M. und das den Juden zufließende jährliche Einkommen 26 729 230 M. Die höheren Lehranstalten in Elsass=Lothringen wurden am I.November 1899 von8904Knaben besucht, unter denen sich 792=8,89g Juden befanden. Von den 792 Juden besuchten 700 öffentliche und 92 private Anstalten. Mit dem Reifebezw. Abschlußzeugnis wurden entlassen vom Sommer 1890 bis Ostern 1900 Elsaß-Lothringen. aus den Schüler überhaupt darunter Juden in absoluten j pr zen- Zahlen | tualiter Gymnasien...... 1961 97 4,95 Progymnasien. . . . 105 3 2,86 Oberrealschulen . . 102 7 6,86 Realschulen..... 776 100 12,89 Sa. 2944 207 7,03 Unter den 29 Direktoren an den höheren Lehranstalten gab es keinen, unter den 90 Professoren 4, unter den 174 Oberlehrern 7, unter den 41 wissenschaftlichen Hilfslehrern und den 42 Probanden keinen Juden. Die vorhandenen 11 jüdischen Professoren und Oberlehrer waren sämtlich an staatlichen Anstalten beschäftigt. (Statist.Handbuch für Elsaß-Lothringen 1902.) (Elsaß-Lothringen Die soziale Herkunft der jüd. Studierenden ist bisher statistisch noch nicht für größere Gebiete festgestellt worden. Für Elsaß-Lothringen bringt das Statist. Handbuch für Elsaß-Lothringen Jahrgang 1902 (Straßburg 1902) einige Angaben. Danach war von den 54 Juden, welche aus Elsaß-Lothringen stammten und im Winter- Semester 1898/99 an einer deutschen Universität studierten, aeP Vater in Fällen Landesu. Kommunalbeamter ohne akadem. Bildung..................... 1 Lehrer j akadem. Bildung Geistlicher.................. 6 Privatbeamter ohne akadem. Bildung ... 2 Kaufmann ..................... 33 Fabrikant..................... 3 Gewerbetreibender................ 3 Rentner....................... 1 54 So klein die Zahlen sind, so zeigen sie doch, daß die Mehrzahl der jüd. Studierenden aus den Familien von Kaufleuten hervorgeht. Frequenz der Universitäten und technischen Hochschulen in Oesterreich im Jahre 1901/02. 1. Die Universitäten zählten Studierende: Oesterreich. imWint.-Semest. im Sommer- 1901/02 Semester 1902 i. absol. in°/oall. i. absol. in°/oall. Zahlen Stud. Zahlen Stud. Katholiken . ... 13 777 74,9 12 582 75,5 oriental. Griechen . . 788 4.3 678 4,1 664 3,6 561 3.4 Juden .......... 3 050 16,6 2 729 16.4 sonstige......... 103 0,6 111 0,6

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