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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Schulbildung der jüdischen Kinder in den einzelnen preuss. Provinzen
Date
1905-05-01
Page
Seite 11 (sequence 2)
Language
German
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— 11 — Juden Anlaß geben, entnehmen. Der Hauptgrund wird nämlich darin zu suchen sein, daß die Juden in viel höherem Maße als die Christen die Städte und insbesondere die größeren Städte bewohnen und daß infolgedessen ihren Kindern die — hauptsächlich in Mittel- und Großstädten befindlichen — höheren Schulen viel leichter und mit geringeren Kosten zugänglich sind. Als fernere Gründe wirken der durchschnittlich größere Wohlstand der Juden und eine traditionelle Hochschätzung des Lernens und Wissens mit. (Aus Heft I der Veröffentlichungen des Büreaus für Statistik der Juden über den Anteil der Juden am Unterrichtswesen in Preußen.) Die Zahl der in der Land» Wirtschaft berufstätigen Juden in Deutschland betrug Deutschland bei der Berufszählung vom 14./6.1895 insgesamt 3371. Diese verteilten sich, getrennt nach dem Geschlecht und nach der sozialen Stellung (ob selbständig, Angestellte oder Arbeiter) auf die einzelnen Bundesstaaten wie folgt: Toi;al- Mann er Fr au en summe tc ® © c © § . © 3 r3 a 'S © a "© II ci Ig o ja M © bß ja 2 w © bß "J3 w Ä e= ^11 ~ © 'S CO < "o w < < C i-, o Kgr. Preußen .... 623 67 421 215 3 321 1650 1,03 „ Bayern..... 303 1 231 75 — 283 893 3,74 „ Sachsen .... — — 2 — — — 9 0,07 „ Württemberg. 32 1 15 15 — 13 76 1,47 Großherz. Baden . . 68 - 61 26 — 37 192 1,65 Hessen . 73 9 49 34 — 48 206 2,08 Elsaß-Lothringen . SC 1 85 45 — 61 272 1,95 übrige Bundesstaat. 18 1 29 9 — 23 80 0.54 Sa. 1197 73 893 419 3 786 3371 1,38 Hiernach sind Juden relativ am häufigsten in der Landwirtschaft zu finden in Bayern (3,74 % aller erwerbstätigen Juden) und im Großherzogtum Hessen (2,08%), am seltensten im Königreich Sachsen (0,07 °/o)- Von den gesamten in der Landwirtschaft tätigen 3371 Juden entfallen 3307 auf die Landwirtschaft im engeren Sinne nebst Gärtnerei und Tierzucht, 64 auf die Forstwirtschaft und Fischerei. Angesichts der zahlreichen Bestrebungen, die Juden wieder in größerem Umfange der Landwirtschaft zuzuführen, wäre es von großem Interesse, zu wissen, welches die spezielle Berufstätigkeit und der Umfang und die Art der landwirtschaftlichen Betriebe ist, in denen Juden beschäftigt sind. Leider gibt aber hierüber die amtliche Statistik keinen Aufschluß. Paris. Jahresbericht der Alliance Israelite Universelle (1004). Die Gesamteinnahmen der All. Isr. Univ. betrugen im Jahre 1904 1441 787 Frcs., die Ausgaben 1416 086 Frcs. 207 874 Frcs. wurden als Mitgliederbeiträge, 263 700 als Subvention der Jewish Colonization Association vereinnahmt. Der weitaus größte Teil der Ausgaben entfällt auf Unterhaltung oder Subventionierung von Schulen. In folgender Tabelle sind die von der Alliance subventionierten Elementarschulen (Ecoles primaires) mit der Anzahl der Zöglinge und der von der Alliance geleisteten Subvention, nach Ländern geordnet, zusammengestellt. Marokko . . . Bulgarien . . . Eur. Türkei . . Klein-Asien . . Syrien..... Mesopotamien Tripolis..... Aegypten . . . Tunis...... Persien..... Alerier . . . . Zahl der Subvention Zöglinge der Alliance 2 671 59 098 4100 48 876 8 925 109 006 2 530 39 888 4 003 117 209 1264 13 354 354 15 316 832 16 500 2 301 51 924 2 356 105 352 1079 33 398 38 415 809 921 Zusammen Die hier angegebenen Summen enthalten mVht die Ausgaben für Einrichtung der Schulen, Gratifikationen und Reisekosten für die Lehrer, die sich zusammen auf etwa 100 000 Frcs. belauten. Die Gesamtzahl der Elementarschulen betrug Ende 1904 128 und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahre 1896, wo die Zahl der Schulen nur 60, die Zahl der Zöglinge 18 000 und die jährliche Unterstützung nur 400 000 Frcs. betrug. Außer den Elementarschulen unterhielt oder unterstützte die Alliance 36 Handwerker-Lehrlings- Fachschulen im Orient, die 583 Schüler zählten, mit 57 270 Frcs. und ferner 23 gleichartige Mädchenschulen mit 730 Schülerinnen (300 umfaßt allein die Schule in Saloniki) mit 24 548 Frcs. Für die Ackerbauschule in Jaffa, welche Anfang 1905 105 Schüler zählte, hat die Aüiance 70 01*5 Frcs., für die Ackerbauschule in Djedeida (mit 62 Zöglingen am 1. Oktober 1904) 83 048 Frcs. verausgabt. Austritte aus dem Judentum in Wien. Das österreichische Städtebuch (herausgegeben ien. von der k. k. Centrai-Kommission, Wien 1904) enthält Angaben über die aus dem Judentum ausgetretenen Juden. Diese zählten im Jahre 1901 551, im Jahre 1902 601 Personen, und zwar traten aus vom Judentum 1901 1902 männl. weibl. w. m^nul. weibl. zus. zur röm.-kath. Kirche 144 121 265 152 161 313 „ griech.-kath. „ 1 — 1 — 1 1 „ n oriental. „ — 3 3 — 1 1 „ evang.-augsb. „ 73 58 131 73 61 134 „ helvet. „ 5 13 18 14 13 27 „ Mothodistengemeind — 3 3 — — — zu den Konfessionslosen 77 37 114 82 24 106 ohne nähere Angabe 13 3 16 15 4 19 Sa. 313 j 238 551 336 265 601

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