Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Ehescheidungen in Berlin in den Jahren 1890/1902
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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- 10 — treten des Bürgerlichen Gesetzbachs erfolgten Erschwerung: der Ehescheidung zusammen. E118- Ehescheidungen zwischen Jahr scMäimffl jüd. jüd. Mann u. nichtjüd. Mann tenaupt Ehegatten nichtjüd. Frau u. jüd. Frau 1890 739 19 4 2 1891 991 46 10 8 1892 836 22 8 6 1893 924 33 6 4 1894 1130 33 5 5 1895 1376 38 10 4 1896 1391 49 7 11 1897 1482 49 9 11 1898 1447 58 8 8 1899 1608 58 19 16 1900 936 36 10 4 1901 984 34 7 3 1902 1227 47 11 8 Setzt man die durchschnittliche Zahl der in den 5 Jahren 1898 bis 1902 erfolgten Ehescheidungen zur Zahl der am 1./12. 1900 in Berlin bestehenden Ehen gleicher Konfession in Beziehung, so kamen jährlich Ehescheidungen auf je 1000 bestehende Ehen zwischen jüd. Mann und jüd. Frau............... 3,00 jüd. Mann und nichtjüd. Frau............10,09 nichtjüd. Mann und jüd. Frau............11,16 nichtjüdischen Ehegatten............... 3,91 Während hiernach in den rein jüdischen Ehen die Ehescheidungen seltener sind als in den rein christlichen Ehen, weisen die Mischehen zwischen Christen und Juden eine drei- bis viermal größere Zahl der Ehescheidungen auf, und zwar die Mischehen zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau eine noch etwas höhere Zahl als die Mischehen zwischen jüdischem Mann und christlicher Frau. Zum Teil mag die soviel größere Zahl der Ehescheidungen in den Mischehen ihren Grund darin haben, daß die Mischehen im Durchschnitt jüngeren Datums sind als die anderen Ehen und daß nach statistischer Erfahrung Ehescheidungen hauptsächlich in den ersten Jahren der Ehe erfolgen. Zum größeren Teil wird aber die hohe Zahl der Ehescheidungen bei den Mischehen auf die mit der Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses gegebene größere Möglichkeit zu Reibungen und Zerwürfnissen zurückgeführt werden müssen. Schulbildung der jüdischen Kinder in den einzelnen preuss. Provinzen. Von je 1000 jüdischen Schulkindern in jeder einzelnen preuß. Provinz besuchten im Sommerhalbjahr 1901: Preußen. in Volksschulen Mittelschulen hönere Mädch.- schnlen höhere Knabenschulen Ostpreußen ....... Westpreußen...... 404 160 208 228 534 60 218 188 Stadtkr. Berlin..... 300 124 253 323 250 103 287 360 398 112 226 204 in Volksschulen Mittelschulen höhere Mädeh.- schulen höhere Knabenschulen Posen........... 499 130 202 169 Schlesien....... . . 349 93 255 303 94 338 255 313 Schleswig-Holstein. . . 419 100 233 248 509 78 188 225 637 50 139 174 Hessen-Nassau ..... 490 56 192 262 Rheinland......... 632 51 132 185 Hohenzollern ...... 825 __ 75 100 Es ergibt sich hieraus, daß unter allen jüdischen Schulkindern eine bessere als Volksschulbildung erhalten in der Provinz Sachsen........... . 90,6% „ „ „ Brandenburg.........75,0% im Stadtkreis Berlin...............70,0% in der Provinz Schlesien............65,1% „ „ „ Pommern...........60,2% „ „ „ Ostpreußen.......... 59,6% „ „ „ Schleswig-Holstein.....58,1% „ „ „ Hessen-Nassau........51,0% „ „ „ Posen............. 50,1 % „ , . Hannover...........49,1 % „ „ „ Westpreußen.......46,6 % „ n „ Rheinland...........37,8% „ „ „ Westfalen...........36,3% „ Hohenzollern..................17,5 % Im Verhältnis zur Zahl aller jüdischen Schulkinder ist die Zahl der jüdischen Schulkinder mit höherer als mit höherer als in Volksschulbildung Mittelschulbildung Ostpreußen...... Sachsen ....... Schleswig-Holstein Westfalen Hessen-Nas Rheinland 8,89 mal 10,90 mal 7,40 „ 8.65 „ 5,07 r 4,53 „ 7,89 „ 8,97 „ 7,93 „ 11,14 „ 10,66 „ 12.37 , 15,14 „ 16,91 „ 7,55 „ 13.21 „ 5,86 „ 9,62 , 6,14 „ 8,26 , 7,89 „ 8,95 „ 5,74 „ 7,45 „ 6,04 „ 6,34 „ 5,83 „ 5,83 „ so groß als das Verhältnis der christlichen Schulkinder mit höherer als Volksbezw. Mittelschulbildung zur Zahl aller christlichen Schulkinder. Die Juden übertreffen hiernach die Christen durch bessere Schulbildung am weitesten in den Provinzen Schlesien und Posen, w7as darauf zurückzuführen ist, daß die zahlreiche polnische Bevölkerung dieser Provinzen ihren Kindern nur in sehr geringem Maße den Besuch höherer Schulen zuteil werden läßt. Dann folgen die Provinzen in der Reihenfolge: Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Westfalen, Sachsen, Westpreufien, Hannover, Rheinland,, Schleswig-Holstein, Hessen-Nassau, Hohenzollern, Berlin Aus der Tatsache, daß im Stadikreise Berlin das Üebergewicht der Juden inbezug auf bessere Schulbildung am geringsten ist, läßt sich ein Fingerzeig inbezug auf die Gründe, welche zur besseren Schulbildung der