Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Das jüdische Rassenproblem
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 2× ep/1048155
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_ 8 — sämtliche Schädel nach Alter und Land zusammengestellt und sie dabei in nur zwei größere Gruppen verteilt, indem ich mich für berechtigt hielt, bei überwiegender Kurzköpfigkeit der Juden die Mittelköpfe den Langköpfen zuzurechnen. Aus beiden Tabellen lassen sich folgende zwei für das jüdische Rassenproblem höchst wichtige Schlüsse ziehen: 1. Die Schädel des Altertums sind fast durchweg dolichocephal, während diejenigen des Mittelalters in drei Viertel der Fälle brachycephal sind. Es hat eine totale Umprägung der Form stattgefunden, deren Ursache wohl in stattgehabter Mischung im großen Maßstabe zu suchen ist. 2. Die sephardischen Schädel zeigen eine bewundernswerte Einheitlichkeit des Typus, indem sie fast ohne Ausnahme dolichocephal, während die Schädel der osteuropäischen Juden zur Hälfte brachycephal sind. Diese Braehyeephalie steht mit derjenigen der mittelalterlichen Schädel wohl in irgend einem Zusammenhange. Der einzige kaukasische Schädel ist brachycephal. Diese beiden Schlüsse zwingen zu einem 3. Die höchst wahrscheinlich, wie auch alle Semiten, langköpfigen alten Israeliten kamen bei ihrer Zerstreuung erstens in Berührung mit den Kurzköpfen; des Kaukasus und des alpinen Europas; und zweitens mit den Langköpfen des! Mittelmeeres. Während die ersteren sich j umformten, bewahrten die letzteren den | alten Typus.! Es sind aber noch weitere Forschungen; nötig, um diese Schlüsse zu be- oder entkräftigen.! Ohne solche wird jede Arbeit nur verlorene ' Mühe sein. Ueber die Zahl der Juden im Orient waren wir bisher in höchst ungenügender Weise unterrichtet. Es ist daher sehr dankenswert, dass die Alliance Israelite Universelle, deren Haupttätigkeitsfeld ja in den mohammedanischen Staaten des Orients liegt, mit Hilfe der Leiter ihrer dortigen Schulen und anderer Mitarbeiter eine Enquete über die jüdische Bevölkerung daselbst veranstaltet und die Resultate in ihrem Jahresberichte veröffentlicht hat. (Vgl. Bulletin de Falliance israelite universelle IIe serie No. 29. „Statistique des juifs dans les pays musulmans " S. 149—171.) Die Erhebungen scheinen mit der erforderlichen Sorgfalt und Zuverlässigkeit vorgenommen zu sein und dürften jedenfalls gegenüber den bisherigen sehr auseinandergehenden Angaben als die besten vorhandenen Daten anzusehen sein. Die Angaben erstrecken sich auf Nordafrika (Marokko, Algier, Tunis, Aegypten und Tripolis, das als unter türkischer Herrschaft stehend bei der Türkei behandelt ist), auf die europäische und asiatische Türkei und auf Persien. Auch Bulgarien ist angegliedert, da sich auch auf dieses Land die Kulturmission der Alliance erstreckt. Die jüdische BeyQtang im Grient. Von Rudolf Wassermann, Berlin. Die Zahl der Juden beträgt nach den Ermittelungen in Marokko . . . . '..... 109 712 „ Algier.......... 63 000 '„ Tunis........... 62 540 „ Aegypten........ . 30 578 „ Nordafrika (ohne Tripolis) zusammen 265 830 „ der (europ. u. asiat.) Türkei . . . 463 686 „ Persien.......... 49 500 „ Bulgarien (nach der letzten amtlichen Volkszählung)....... .......31064 Inbetreff der einzelnen Länder ist zu bemerken : 1. Die Zahlen Marokkos, über das bisher nur sehr phantastische Angaben vorlagen, sind teilweise auch jetzt noch nicht als ganz sicher anzusehen, kommen aber jedenfalls der Wirklich- Gebiet Gesamtzahl der Juden Die größte jüdische Ansiedlung ist zählt Juden Nord- und Nordwest- Marokko ....... 9 550 34 020 22 220 40 100 Tetuan Mogador Fez Marrakesch 6 500 10 000 10 000 15 700 West-Marokko..... Central- „ ..... Süd- „ .....