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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Tätigkeit der jüdischen Wohltätigkeits-Anstalten von Newyork
Date
1905-04-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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- 16 — Sachliche Unkosten............. IG 480 Doli. V erwaltungskosten.............. 28 523 „ ausgegeben worden. \29. Annual Report of the United Hebrew Charitics of the City of Newvork. Newyork 1904.) — Die Juden im Staate Westaustralien Westaustralien (Western --- —=~1 Australia) zählten nach dem Seventh. Census of Western AustraiiaVol.il (Perth 1903) bei der Volkszählung vom Jahre 1891: 130 Seelen unter einer Gesamtbevölkerung von 49782, vom Jahre 1901: 1259 Seelen unter einer Gesamtbevölkerung von 184124. Ihre Zahl hat sich also in 10 Jahren fast verzehnfacht, die der Gesamtbsvölkerung vervierfacht. Unter den 1259 Juden sind 755 männlich, 504 weiblich; 130 sind unter 5 Jahre alt, 267 zwischen 5 — 15 Jahre, 862 über 15 Jahre alt. Von den über 15 Jahre alten Personen können weder lesen noch schreiben 22, nur lesen, aber nicht schreiben 17. Die meisten Juden, nämlich 632, zählt die Hauptstadt Perth, dann folgen die Stadtbezirke Kalgoorlie mit 136 und Freemantie mit 91 Juden. Zusammen lebende Ehepaare, bei denen Mann uud Frau jüdisch sind, gibt es 157; solche, bei denen nur der Mann jüdisch ist. 39, solche, bei denen nur die Frau jüdisch ist, 23. Nach dem Statistical Register for the year 1902. Part IX (Perth 1904) befinden sich (1902) in Perth zwei Synagogen mit 500 Sitzplätzen, in denen von zwei Rabbinern jährlich 200 mal Gottesdienst abgehalten wird. Je eine Synagoge mit einem Kultusbeamten befindet sich ferner in den Distrikten Coolgardie, Freemantie und Kalgoorlie. Diese Synagogen haben 180 bezw. 150 bezw. 100 Sitzplätze und es wird in ihnen jährlich 20 bezw. 60 bezw. 20 mal Gottesdienst abgehalten. Friedrich Hertz, Moderne Rassentheorien. Kritische Essays. Wien 1904. C. W. Stern. B54 Seiten. Schade, daß der Verfasser nicht positive Arbeit geliefert hat! Es ist eine vergebliche Mühe, gegen Dilettanten wie Chamberlain zu kämpfen, die bei der großen Menge der „Gebildeten" Mode sind. Seine große Belesenheit, seine hervorragende Geschichtskenntnis befähigen ihn doch zu viel Höherem, als jemand den Staar zu stechen, der blind sein will. H. behauptet eine prinzipielle Gleichwertigkeit aller Rassen; die jeweiligen Differenzen basieren also nicht auf mangelnder Entwicklungsfähigkeit, sondern auf dem Mangel der Entwicklungsmöglichkeit, die durch irgend welche rassenhistorische Verhältnisse unterbunden wurde. Daraus würde a priori schon eine Gleichheit der Anfänge bei allen Rassen folgen. Hertz will eine solche besonders für das religiöse Leben (der Arier und Semiten) begründen. In diesem Falle wäre eine „Weltreligion" nur eine praktische Unmöglichkeit; Referent hält sie aber für eine prinzipielle. Der Verfasser als Historiker überschätzt allzusehr die „Erziehung" gegenüber den biologischen Faktoren im Völkerleben. Keinerlei Erziehung macht aus einem Arbeitsscheuen einen Arbeitsfreudigen, weil die Vererbung ein unendlich stärkerer Faktor in der Morphologie ist als die generelle Anpassung, geschweige der individuellen. Die Kriminalstatistik der Kulturstaaten desavouiert die Schule. Wunderlich berührt die Heranziehung der Eskimos bei der Entstehungshypothese der Arier durch Wanderungen — innerhalb der Eiszeit und vorher und nachher, nicht nur „der durch die Eiszeit bewirkten". Referent hat an anderm Orte einen Hinweis darauf gegeben (Prinzipien, Jena 04, p. 138). Ein Inhaltsverzeichnis fehlt: warum, ist unerfindlich. So möge es hier stehen: Moderne Rassentheorien p. 1 ff., Die antropologischen Grundlagen der Rassentheorien 35, Rassen und Sprachen in der Geschichte 80, Die Rassentheorie H. St. Chamberlains 97, Das relig. Leben bei Ariern u. Semiten 108,! Die Zivilisation bei Ariern und Semiten 184. Uebor : einige Anwendungen der Rassentheorien auf die I Geschichte 212, Ueber den Rassen Charakter der j Germanen 243, Zur Kritik der Rassentheorienj280, ' Die Fortschrittsfähigkeit der Menschenrassen""297, j Zur Psychologie der Rassentheorien 308. Curt Michaelis.; Dr. med. Heinrich Singer: Allgemeine und spezielle Krankheitslehre der Juden. Leipzig 1904, (Verlag Benno Konegen. 140 S. 2,50 M.). Der Verfasser stellt die von Medizinern und ' Statistikern in den letzten Jahrzehnten gemachton i Beobachtungen über die biotischen Verhältnisse der \ Juden zusammen. Das Buch zeugt von fleißiger : Arbeit und wird dem sich für das Thema Inter- ■ essierenden von Nutzen sein. Sein Fehler ist, daß j statistische Angaben von völlig ungleichem Werte; ohne genügende kritische Sichtung nebeneinander j gestellt sind und daß bei den Schlußfolgerungen aus j einzelnen statistischen Angaben nicht immer die j nötige Vorsicht gewahrt ist. A. R. Dr. Hugo Hoppe: Krankheiten und Sterblichkeit bei Juden und Nichtjuden. Berlin 1903. (Verlag S. Calvary & Co. 64 S.). Ein gut geschriebener kurzer Abriß über die im j Titel angeführten Verhältnisse. Der Verfasser sieht I die Ursache für die große Sterblichkeit der Juden j und ihre größere Widerstandsfähigkeit gegen gewisse I Krankheiten in ihrer Mäßigkeit im Genuß alko-! holischer Getränke und in der Reinheit des Familien- | lebens, welche geschlechtlichen Erkrankungen ent= I gegentritt. Ob sich damit aber alle Erscheinungen j restlos erklären lassen, erscheint uns zweifelhaft. | Die Frage, ob mit der Rassenverschiedenheit nicht | auch eine verschiedene Rassenpathologie Hand in 1 Hand geht, wird vom Verfasser nicht einmal auf- | geworfen, geschweige in begründeter Weise verneint. ' ' A. R. Für die Redaktion verantwortlich: "Dr. Arthur Kuppin, Ciiarlottenlrarg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden in Halensee. — Druck von R. Boll, Berlin.

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