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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 12

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Unterrichtsverhältnisse in Hamburg (einschl. Landgebiet)
Date
1905-04-01
Page
Seite 12 (sequence 2)
Language
German
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— 12 — Schulunterricht; die übrigen 95,40% erhielten eine über das Volksse-hullehrziel hinausgehende Bildung und zwar besuchten 52,06% (gegenüber 9,73% bei den Christen) Mittelschulen und höhere Mädchenschulen, 43,43% (gegenüber 6,81% bei den Christen) höhere Knabenschulen. Soweit die Unterrichtsverhältnisse bei den Juden in anderen Ländern und Großstädten statistisch bekannt bind, steht Hamburg unter ihnen mit der Erscheinung, daß unter 100 Kindern mehr als 95 eine bessere als die Volksschulbildung erhalten, weitaus an der Spitze. Zum nicht geringen Teile ist dies dem Umstände zuzuschreiben, daß die aus Stipendien unterhaltene Realschule Talmud Thora ihren Schülern (240 am 1./4. 1903, sämtlich jüdischer Konfession) unentgeltlich Unterricht und Bücher gewährt. ~~ ~: Selbstmorde in Württem= Württemberg jj berg. Nach dem Statistischen -—----Handbuch des Königreichs Württemberg für 1902 und 1903 (Stuttgart 1904) töteten sich selbst: |Christen|Juden jährh i. Durchschn. der Jahre 1873/82 \ 330 2 „ „ „ „ „ 1883/92: 310 2 „ „ »? 7 1893/97; 318 3 im Jahre 1898............... 344 3 319 2 „ 1900............... 357 2 1901............... 392 4 „ 1902............... 342 4 Im Durchschnitt der 5 Jahre 1898/1902 entfielen auf 100 000 Christen (nach der Volkszählung von 1900) 10,27, auf 100000 Juden 25,2 Selbstmorde. Für die größere Zahl der Selbstmorde bei den Juden ist in Betracht zu ziehen, daß sie vorwiegend den höher gebildeten Bevöikerungsschichten angehören und daß in diesen der Selbstmord häufiger zu sein scheint als in den ärmeren und weniger gebildeten Schichten. Frankfurt a. 113, Zahl und Altersgliederung * der Juden in Frankfurt a. M. Die Zahl der Juden in Frankfurt a. M. betrug (Graphisch-statistischer Atlas von Frankfurt a. M. Herausgegeb. vom Statist. Amt der Stadt Frankfurt 1903): im Jahre in absoluten Zahlen in % der Gesamtbevölkerung 1858 5 730 7,31 1871 10 009 11,00 1875 11887 11,60 1880 13 856 10,10 1S85 15 537 10,00 1890 17 426 9,68 1895 19 488 8,51 1900 21 974 8,18 Der Anteil der Juden unter der Gesamtbevölkerung stieg also bis zum Jahre 1875, um seit diesem Jahre bis zum Jahre 1900 von 11,60% auf 8,18 % zu sinken, was zum Teil durch die Eingemeindung von Vororten mit geringer jüdischer Bevölkerung zu erklären ist. Auch innerhalb Frankfurts ist die Dichtigkeit der jüd. Bevölkerung sehr verschieden; am dichtesten ist sie im 14. Stadtbezirk, wo bei der Volkszählung des Jahres 1900 unter 8287 Personen 3443 41,5 % jüdisch waren, und im 8. Stadtbezirk, wo unter 5817 Personen 1889=32,47% jüdisch waren, am geringsten im 29. und 39. (Seckbacher) Stadtbezirk, wo sich unter 1204 bezw. 3098 Bewohnern kein einziger Jude befand.*) Dem Alter nach standen bei der Volkszählung 1900 (Beiträge zur Statistik der Stadt Frankfurt a. M. Neue Folge. Ersränzunssheft No. 7. Frankfurt 1903) im Alter von bei den Juden bei den Christen (einschl. Dissident.) in absol. j in % aller Zahlen 1 Juden in absol. in % aller Zahlen j Chris'en 0—6 Jahren 6-14 „ 1947! 8,86 2760! 12,56 33 886 33 380 12.69 12,51 Sa. 4707! 21,42 67 266 25,20 Der erheblich geringere Prozentsatz der unter 6 Jahre alten Kinder bei den Juden ist zum größten Teil in der geringeren Zahl der Geburten bei den Juden begründet. Daß trotzdem die Zahl der älteren (zwischen 6—14 Jahre alten) Kinder bei den Juden verhältnismäßig eben so groß ist als bei den Christen, erklärt sich daraus, daß von den Geborenen bei den Christen ein sehr viel größerer Teil schon in den ersten Lebensjahren stirbt als bei den Juden. I! Frankfurt a. M. j Einkornmensverhältnisse in y====== ll. Frankfurt a-/M. Nach dem Graphiseh-Statist. Atlas von Frankfurt a,/M., herausgegeben vom Statistischen Amt der Stadt Frankfurt (Frankfurt a,/M. 1903) gab es in Frankfurt a./M. im Jahre 1900: 24 867 steuerpflichtige evangelische Censiten mit einem Steuerertrag von 3 019 505 Mk. 10 033 steuerpflichtige katholische Censiten mit einem Steuerertrag von 596 306 Mk. 5 946 stcuergllichtige israelitische Censiten mit einem Steuerertrag von 2 510 812 Mk. Verteilt man diese Censiten auf die einzelnen Einkommenstufen, so ergiebt, daß versteuerten: ein Einkorn aaen von in absoluten Zahlen in Prozent aller Zensiten gleicher Konfession l evang.; kath. israel. evang. j kath. israel. 900- 1200 M. 1200- 3000 M. 3000- 6000 M. 0000— 9500 M. 9500—12500 M. über 12500 M.! 7 937 4 002 10 602! 4 332 3 460| 1118 1211! 307 449j 80 12081 194 S88 1 897 1234 638 309 980 1 31.92! 39,89 42,63 43,18 13,91 11,14 4.87 3,06 1.81 0,80 4,86; 1,93 14,95 31,90 20,75 10,73 5,20 16,47 Sa. 24 86710 033 5 496 100,00 100,00! 100,00 *) Die große Dichtigkeit im 8. und 14. Stadtbezirk ist un schwer daraus zu erklären, daß dieselben in der Näbe bezw. im Gebiet des ehemaligen Judengbettos liegen und ein Zentrum des Geschäftsverkehrs sind.

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