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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 9

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Aus dem Verwaltungs-Bericht des Vorstandes der jüd. Gemeinde zu Berlin
Date
1905-04-01
Page
Seite 9 (sequence 1)
Language
German
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…/2650397-3187624-3187629--0136-3188141
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;~ a i ^us dem Verwa^ungs=Be- Berlin. rieht des Vorstandes der --— jüd. Gemeinde zu Berlin (Berlin 1004). Die Zahl der besteuerten Gemeindemitglieder ist von 23171 am 1. April 1901 auf 26471 am 31. März 1904, der Ertrag der Kultussteuer von 1247 464 JL im Etatsjahr 1901/02 auf 1372 208 Jl im Etatsjahr 1903/01 gestiegen. Die gesamten Gemeinde-Einnahmen (einschließlich eines Teiierlöses aus einer Anleihe von 1150 000 M) betrugen im Etatsjahre 1903/04 6 431 581 JL, denen Ausgaben im Betrage von 5 353 328 JC. gegenüberstehen. Davon sind für Zinsen und Amortisation........ 286 373 Jl. „ Gehälter und Pensionen......... 288 047 „ „ Gottesdienst................. 264 357 „ „ Armenanstalten, Waisen- und Krankenhäuser............ 337 233 „ ausgegeben worden. Während der Zeit vom 1. April 1901 bis 31. März 1904 sind auf Grund des Gesetzes vom 14. Mai 1873 im ganzen 377 Personen durch Erklärung vor Gericht aus dem Judentum ausgeschieden; aus religiösen Bedenken aus der Gemeinde ausgetreten sind 29 Personen. An den hohen Feiertagen wurde, da die vorhandenen 6 Synagogen nicht ausreichten, außerhalb der Synagogen Gottesdienst abgehalten: 1901 in 8 Lokalen mit 10581 Plätzen; Kostenaufwand 58760 1902 „ 10 „ „ 10971 „ „ 66480 1903 „11 „ „ 12769 „ „ 89905;T ~ ~ Oeffentliche jüdische Preuße» Volksschulen. Von den jüdi- ■--= sehen Kindern in öffentlichen Volksschulen Preußens besuchten nach den Veröffentlichungen in Band 101, 120, 151 und 176 der Preußischen Statistik: Die Armen-Kommission und der Ausschuß für verschämte Arme haben Unterstützungen gewährt: 1901'02 auf 4647 Gesuche an 2831 Personen 166572^ 1902 03 „ 4975 „ r 3104 „ 171190 „ 1903/04 „ 5427 „ „ 3373 „ 172471 „ Die Kommission für durchreisende arme Juden unterstützte: im Etatsjahr 1901/02 1109 Parteien mit 10202 1902/03 1117 „ 11456 r 1903/04 1250 „ „ 11600 „ Die Waisen - Kommission erstreckte ihre Fürsorge: im Etatsjahr 1901/02 auf 325 Zöglinge, 1902/03 „ 326 \ 1903/04 „ 334 Im Krankenhaus der Gemeinde wurden verpflegt: 1901/02 1640 Personen an 50 774 Verpflegungstagen 1902/03 1713 „ „ 53 235 1903/04 1804 „ „ 51828 Beerdigungen auf den Friedhöfen der Gemeinde fanden statt: im Etatsjahr 1901/02 1422, davon 425 unentgeltlihhe, : „ „ 1902/03 1531, „ 320 | „ „ 1903/04 1556, „ 340 I In der Gemeinde-Knabenschule wurden im Jahre j 1904 60S Knaben, iu der Gemeinde-Mädehenschule | 449 Mädchen unterrichtet. Außerdem bestanden j 8 Religionsschulen mit 1521 Schülern und 1194 1 Schülerinnen. Es zeigt sich hiernach in der Zeit von 1886 bis 1901 ein ständiger absoluter wie relativer Rückgang der Zahl der jiid. Volksschulzöglinge, die konfessionell jüdische Volksschulen besuchen. Der absolute Rückgang hängt mit der Verminderung der Zahl der Geburten bei den Juden und mit einer in absoluten Zahlen im Jahre in Prozent im Jahre 1886 | 1891 1896; 1901 1886 | 1891 1896 1901 evangel. Volksschulen 11451! 10 853 9 231 | 8 640 32,3 35,7 i 34,1 36,0 kath. 4 994 i 4 327 3 857 3 283 14,1 14,2 i 14,3 13.6 paritätische „ j 5 726 | 5 704 5 804 5 612 16/2! 13,8 i 21,5 21,5 nichtjüdische „ zusam. j 22 171! 20 884 18 892 \ 17 085 62,6 I 68,7! 69,9 71,1 jüdische „ j 13 249 I 9 502 8123 | 6 937 37,4 I 31,3 j 30,1 28,9 Summa 36 420 30 386 27 015! 24 022 100,00! 100,00 l 100,00 100,00 stärkeren Hinwendung zu den höheren Schulen zusammen. Der relative Rückgang aber zeigt, daß auch unter denjenigen jüdischen Schulkindern, welche nur Volksschulunterrieht erhalten, ein immer größerer Teil diesen Unterricht nichtfin jüdischen, sondern in nichtjüdischen Volksschulen erhält. Unter den Gründen für diese Erscheinung ist am bedeutendsten wahrscheinlich die starke Abwanderung der Juden aus den Dörfern und kleinen Städten in die größeren Städte, wodurch in den kleinen Orten viele jüdischen Volksschulen wegen zu geringer Schülerzahl eingegangen und die jüdischen Schüler den nichtjüdischen Volksschulen überwiesen sind. — Uebrigens bestehen zwischen den einzelnen Provinzen, wie die nachfolgende Tabelle zeigt, erhebliche Unterschiede. Sieht man von der Provinz Schleswig- Holstein und Hohenzollern ab, wo der relativ starke Besuch der jüdischen Volksschulen durch singulare örtliche Verhältnisse in der Stadt Altona bezw. in den beiden größeren Städten Hohenzollern's bedingt ist, so zeigt sich, daß nur noch in den Provinzen Posen, Hannover und Hessen-Nassau mehr als die Hälfte der jüd. Volksschulzöglingo in jüdischen Volksschulen unterrichtet wird. (Siehe Tabelle auf Seite 10.)

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