Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Der Anteil der jüdischen Frauen am Erwerbsleben in Deutschland
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 mögens des Mannes lebt und zu der Kategorie „Selbständige ohne Beruf" das Hauptkontingent stellt. Nimmt man diese Erklärung als richtig an; so giebt die größere oder geringere Zahl von „Selbständigen ohne Beruf" unter der Gesamtzahl der jüdischen Frauen in einem bestimmten Gebietsteil zugleich einen Maßstab für die größere oder geringere Wohlhabenheit der Juden daj selbst. Betrachtet man die Tabelle II, in welcher der Vollständigkeit wegen auch noch die absolute Tabelle II. Juden, die „Selbständige ohne Beruf" sind, gab es in absoluten in °/o aller jüd. Pers. Zahlen gleichenG eschlechts in P-i O es c aue Männer Frauen 'd s £h Prov. Ostpreußen 422 410 5,94 5,64 „ Westprenß. 565 685 5,81 6,53 Stadtkreis Berlin 2 670 2 920 6.10 6,90 Prov. Brandenbg. 869 893 9,57 9,59 „ Pommern . 282 405 4,95 6,78 „ Posen. . . . 1315 1436 7.11 6,68 Schlesien . 1417 2150 6,18 8,69 Sachsen . . 191 242 4,69 6,41 , Schleswig- Holstein 124 193 6,70 10,40 „ Hannover . 506 594 6,76 7,83 Westfalen. 384 421 4,04 4,28 Hessen- Nassau 1 503 1910 6.78 8,11 Rheinland. 996 1172 4,13 4,71 Hohenzollern. . . 18 39 6,52 12,70 Kgr. Preußen zus. 11 262! 13 470 6,03 6,95 und relative Zahl der männlichen Selbständigen ohne Beruf aufgenommen ist, unter diesem Gesichtspunkte und sieht man von Hohenzollern wegen der Kleinheit seiner Zahlen ab, so wären in Preußen (für ganz Deutschland läßt sich der Vergleich leider nicht durchführen, weil in einigen deutschen Staaten bei der Volkszählung 1895 das Religionsbekenntnis nicht erhoben ist) als die wohlhabendsten Juden die Juden der Provinzen Brandenburg (Berliner Vororte!}, Schleswig-Holstein (Altona!), Schlesien und Hessen-Nassau, als die am wenigsten wohlhabenden Juden diejenigen der Provinzen Westfalen, Rheinland und Ostpreußen anzusehen. Die Tabelle III läßt die Selbständigen ohne Beruf außer Betracht und giebt nur die Verteilung der berufstätigen Frauen auf die einzelnen Berufsabteilungen wieder. Es ergeben sich hierbei zwischen den einzelnen Landesteilen zum Teil sehr beträchtliche Unterschiede, von denen die wichtigsten kurz angeführt werden sollen. Während im Königreich Preußen nur 2 % aller berufstätigen Frauen in der Landwirtschaft tätig sind, sind es in Bayern 10,9 %, in Württemberg 6°/o, in Hessen 5,4%. In der Industrie sind in Berlin 45,2 %. in Schleswig- Holstein 30,9 %, in Hamburg 30,8 % aller berufstätigen Jüdinnen beschäftigt, in Bayern dagegen nur 15,1 %, in Ostpreußen nur 17,6 °/o. Die größte Beteiligung der Jüdinnen im Handel zeigen das Königreich Sachsen mit 63 %, die Provinz Posen mit 62,2 °/o, die Provinz Westpreußen mit 61 %: die geringste Beteiligung Berlin mit 33,2 %, Schleswig-Holstein (Altona!) mit 33,7 % und Hamburg mit 37,3 %. Dies Verhältnis könnte auf den ersten Bück befremdlich erscheinen, aber es erklärt sich daraus, daß in den industriearmen Gegenden (Posen, Westpreußen) der Handel fast allein für diejenigen Frauen und Mädchen, die sich mit Bureauarbeiten oder dem Verkauf beschäftigen wollen, Stellangen bietet, während in den großen Städten (Berlin, Hamburg, Altona) die Bureaus der großen industriellen Firmen einer sehr beträchtlichen Zahl von jüdischen Mädchen Beschäftigung gewähren. In der Beteiligung am öffentlichen Dienst und den freien Berufsarten steht weit voran Hamburg mit 13,5 %, dem Berlin mit, 7,5% folgt; am geringsten ist die Beteiligung im Großherzogtum Hessen (1,5 %) und Rheinland (2 %). Unter den häuslichen Dienstboten relativ am häufigsten sind Jüdinnen in Hessen - Nassau, Schleswig - Holstein, Hannover und Königreich Bayern, am seltensten in Schlesien, Königreich Sachsen, Westpreußen und Pommern. Was die soziale Stellung innerhalb des Berufs anbelangt, so waren von den in den nachstehenden Berufsabteilungen tätigen Jüdinnen in der j in der I im Landwirtscb.j Industrie 1 Handel selbständig (oder leitende | 419 4 796 7 836 Angestellte (oder nicht leitende Beamte)..... 3 I 537 083 Arbeiterinnen........ 786 \ 5 030 10 604