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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 6

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Das Hirngewicht der Juden
Date
1905-03-01
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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Gemeinschaften bestimmt und entschieden werden von jenen wenigen Volumeinheiten einer Gehirnmasse, die mit ihren kostbaren Partikeln und Atomen unter marmornem Gewölbe sich vor unseren Blicken verbirgt. Es soll hier der Versuch gemacht werden, zu dem vorliegenden Problem einiges Material beizubringen und seine Bedeutung für die Rassenlehre des Gehirns zu erläutern. I. Man hat in einigen Ländern die Beobachtung gemacht, daß die Juden schon in der Kopf große und namentlich in der Größenentfaltung des Hirnschädeis von den umgebenden Bevölkerungen sich unterscheiden. So z. B. ist es Lombroso aufgefallen, daß die semitischen Elemente unter der Bevölkerung Turins einen etwas kleineren Innenraum des Schädels ergaben als die anderen Bewohner dieses Gebietes,1) was darauf zurückgeführt wird, daß sehr große Schädelmaße bei den Juden verhältnismäßig selten angetroffen werden sollen, während mittlere und höhere Maße bei ihnen in der Mehrzahl vorkommen. Der kleineren Schädelentwicklung möchte in diesen Fällen eine gewisse Minderentwicklung der Gehirnmasse entsprochen haben. *) C. Lombroso. Der Antisemitismus und die Juden im Lichte der modernen Wissenschaft Deutsch von Dr. H. Kurella. Leipzig, G. H. Wigand 1894. L.'s Berechnungen stützen sich auf Annäherungswerten, die folgende Reihe ergaben: Schädelinhalt nach Messungen an Cbcm. 112 Turiner Juden °/o 93 Turiner Christen 7o unter 1469 1470—1499 1500-1529 1530-1549 1550-1579 1580-1599 1600—1630 5 \ 7« 2,5 / '>5 16,25! „o 7S 17,5 S 33''° 21,5 \ OQ A 17,5 / dj5Ü 17,5 7,8 23,7 25 41 Bei den Nichtjuden von Turin soll der größere Durchschnittswert des Kopfinnenranms bedingt sein teils durch größere Häufigkeit sehr großer Statur, teils durch das häufigere Vorkommen von Trocho- und Hydrocephalie, also vou Anomalien, die ein hohes Schädeivolum bedingen. Die kleinen Kopfmaße kamen nach L. in Turin bei Juden und Nichtjuden gleich oft vor. Diese Frage, die ja für die anthropologische Stellung einer Rasse keine geringe Bedeutung hat, ist daher zunächst zu erörtern und einerseits zu prüfen, ob die Erscheinung allgemeine Giltigkeit hat und inwiefern sie zunächst mit den Ergebnissen direkter Gehirnuntersuchungen im Einklänge steht. Direkte Gewichtsbestimmungen jüdischer Gehirne liegen bereits in einer den Verhältnissen entsprechend recht stattlichen Reihe vor, wiewohl ihre Zahl freilich bei weitem nicht ausreicht, um die bestehende Variationsbreite vollständig zur Anschauung zu bringen. Es ist mir unter Zuhilfenahme fremder Beobachtungen gelungen, die Resultate von insgesamt 30 direkten Hirnwägungen zu sammeln; die wegen des Wertes und der großen Schwierigkeit der Beschaffung dieser Daten es verdienen, in einer besonderen Tabelle zusammen gestellt zu werden, (s. Tab. S. 7.) Die Schwankungsbreite der Gehirngewichte in jener Reihe, die wie man sieht, nicht nur mit beträchtlichen Variationen der Körpergröße zusammenhängt, sondern auch durch Unterschiede des Alters, ja z. T. des Geschlechts, vielleicht selbst der intellektuellen Stufen und der Todesursachen beeinflußt erscheint, stellt sich wie folgt dar: 29 Judenhirne, nach steigendem Gewicht geordnet. 1105 1202 1306 1410 1531 1135 1213 1314 1426 1568 1174 3220 1317 1433 1570 1177 1220 1346 1442 1231 12495 1353 1446 1258 1361 1480 1258 1269 1280 Man erkennt leicht, daß es sich hier um eine fast vollkommene kontinuierliche Reihe handelt, die im wesentlichen aus den außergewöhnlichsten Varianten des als „normal" angenommenen Gehirngewichts erwachsener Menschen sich zusammen setzt. Es fragt sich nur, inwiefern diese Ermittelungen zu einem wenigstens ungefähren Rückschluß auf das durchschnittliche, typische Gehirngewicht der Juden berechtigen möchten. Bekanntlich treffen ja manchmal schon kleine Reihen das richtige. Nimmt man an, daß

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