Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Volkszählung 1901
- Date
- 1905-02-01
- Page
- Seite 15 (sequence 1)
- Language
- German
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Volkszählung 1901. Nach j y Heusüdwales , denResults of a Census of! - - - New South Wales 1901! Part III (Sydney 1902) und Part V (Sydney j 1903) wurden im Staate Neusüd wales gezählt: ] bei der Volkszählg. Person, überh. (aussen!, d. Ein geb.) darunter Juden in absolut. : in Prozent Zahlen d. Gesamtbevölk. 1871 503 981 2 395 i 0,48 1881 751 468 3 266! 0.44 1891 1 123 954 5 484! 0,49 1901 1 354 846 6 447 i 0,48 Die Zahl der Juden ist hiernach in 30 Jahren von 2 395 auf 6 447 Seelen gestiegen und ist mit diesem starken Wachstum mit dem ebenso starken der Gesamtbevölkerung im Gleichmaße geblieben. Von den im Jahre 1901 gezählten 6447 Juden waren 3450 männlich und 2 997 weiblich; 580 waren unter 5 Jahr, 1327 zwischen 5—15 Jahre, 4540 über 15 Jahre alt. Von den über 15 Jahre alten Juden konnten 143 weder lesen noch schreiben, 62 nur lesen. Die des Lesens und Schreibens Unkundigen machten hiernach unter den über 15 Jahre alten Juden 3,15%, unter der Gesamtbevölkerung dagegen 33 057 3,81% aus. Die Mehrzahl der gesamten Juden des Staates, nämlich 5137 --= 79,7 °/o wohnten in der Hauptstadt Sidney. Sehr beträchtlich ist die Zahl der Mischehen; neben 781 Ehen, in denen Mann und Frau jüdisch waren, bestanden bei der Volkszählung 1901 noch 252 Ehen, in denen nur der Mann, und 108 Ehen, in denen nur die Frau jüdisch war. (Diese Zahlen umfassen nur diejenigen Ehepaare, bei denen zur Zeit der Volkszählung der Mann ortsanwesend war.) Unter den rein jüdischen Ehepaaren waren 13.41 °/0 kinderlos (gegenüber 13.34 unter sämtlichen Ehepaaren im Staate), unter den Ehen zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau dagegen 30,55%; in den rein jüdischen Ehen entfielen auf eine jüdische Ehefrau 4.06 Kinder (gegenüber 3,84 bei sämtlichen Ehen), in den Mischehen zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau nur 2,01 Kinder, was ein Beleg für die schon öfters behauptete geringere Fruchtbarkeit der jüdischen Mischehen zu sein scheint. Von den Kindern aus den Mischehen eines jüdischen Mannes mit einer christlichen Frau waren 44 jüdisch, 119 christlich, von den Kindern eines christlichen Mannes mit einer jüdischen Frau 35 christlich und 20 jüdisch. Es ergibt sich auch hier wie überall bei den Mischehen von Juden ein Verlust des Judentums zu Gunsten des Christentums; in den Ehen eines jüdischen Mannes mit einer christlichen Frau blieben nur 26,99%, in den Ehen eines christlichen Mannes mit einer jüdischen Frau 36,36% der Kinder jüdisch. Ueberraschend ist hierbei, daß in den Mischehen, wo die Frau jüdisch ist, der Prozentsatz der jüdisch bleibenden Kinder größer ist als in den Mischehen, wo der Mann jüdisch ist. Es scheint dies darauf zu beruhen, daß in Australien im Gegensatze zu Europa die Stimme der Mutter für die Erziehung und Religion des Kindes maßgebender ist als die des Vaters. Die Jüdinnen heiraten im allgemeinen etwas früher als die übrige Bevölkerung: ihr durchschnittliches Alter bei der Heirat beträgt 22,93 Jahre, das der Gesamtbevölkerung 23,59 Jahre. —- j^.e jU(jen[COion|een |n :j Indien. Indien. Wir brachten in No. 1 —: 3er Zeitschrift einige Angaben über die beiden alten Ju denkolonieen in Kolaba und Cochin an der Westküste Vorderindiens und wollen diese Angaben auf Grund des Buches von Schmidt „Reise nach Süd in dien" (Leipzig 1894), so wieder in der Zeitschrift „The Indian Antiquary" erchienenen Aufsätze von Burneil „The Oldest Known South Indian Alphabet" (Bd.I, S.229 ff. Bombay 1872) und „The Original Settiement- Deed of the Jewish Colony at Cochin" (Bd. 1H, S. 333 ff. Bombay 1S74) und der in derselben Zeitschrift veröffentlichten Abhandlung von John Wilson „The Beni Israel of Bombay" (Bd. III, S. 321 ff) noch etwas vervollständigen. Die Stadt Cochin ist die Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaates, der von einem eingeborenen Herrscher regiert wird, aber an England Tribut zahlt und der Präsidentschaft Madras untersteht. Als die Juden im 16. Jahrhundert in ihrem alten Wohnsitze Andschuwannam bei Kranganor von den Portugiesen zu sehr gequält wurden, verließen sie (1565) denselben und fanden bei dem Radscha von Cochin, der ihnen einen Stadtbezirk dicht neben seinem Palaste zur Besiedelung anwies, freundliche Aufnahme. Heute weist die Stadt Cochin zwei von einander örtlich geschiedene Judenviertel auf, das der weißen und das der schwarzen Juden. Die weißen Juden unterscheiden sich inbezug auf die religiösen Gebräuche und den Gottesdienst in ihrer Synagoge nicht bemerkbar von strenggläubigen Juden in anderen Ländern. Im Stadtviertel der schwarzen Juden sind die Straßen enger, die Häuser und Hütten niedriger, kleiner, ärmlicher, schmutziger als im vornehmeren Quartier der weißen Juden. Die schwarzen Juden, von denen sieh besonders die Buchbinder wegen ihrer geschmackvollen und soliden Arbeit eines guten Rufes erfreuen, haben zwei Synagogen; die eine ist eine bescheidene Kopie des Tempeis der weißen Juden, die zweite ist in ihrer ganzen Anlage ebenfalls eine Wiederholung desselben, besitzt aber eine schöne Kassettendecke mit reich verziertem Balkenwerk, auf dem zahlreiche Rosetten aus dem ganzen Holze heraus geschnitten sind. Früher scheinen die schwarzen und weißen Juden einen gemeinsamen Kirchhof gehabt zu haben, jetzt haben sie getrennte Kirchhöfe. Die meisten Gräber haben einen kleinen hausähnlichen Aufbau mit abgerundetem oder mit Firstdach, bei einigen nimmt das Monument die Gestalt eines kleinen Türmchens an, alle haben an der Vorderseite eine flache Nische, in der ein Bibelspruch aus dem Pentateuch und der Name des Verstorbenen eingeschrieben ist. Ein reicher WTald grüner Mangos und schlanker Kokospalmen beschattet die Gräber. Die Hautfarbe der weißen Juden bewegt sich ganz in den Nuancen der weißen Haut der Süd- und Nordeuropäer. Einzelne von ihnen sind ganz