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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Einwanderung in die Vereinigten Staaten
Date
1905-01-01
Page
Seite 16 (sequence 1)
Language
German
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— 16 - Yereimgte Staaten von Amerika Einwanderung in die Vereinigten Staaten. In der Zeit vom 1. Julil903 bis 30. Juni 1904 sind im ganzen 106236 Juden (65 040 Männer und 41196 Frauen) über die Häfen der Vereinigten Staaten oder auf dem "Wege über Kanada eingewandert. Nicht hineingelassen, sondern zurückgewiesen wurden 860 Juden, und zwar 543 wegen ungenügender Subsistenzmittel, 183 wegen ansteckender Krankheiten, 134 aus anderen Gründen. Von den 106 236 zugelassenen Einwanderern wraren 23 529 unter 14 Jahre alt, 77 224 über 14, aber unter 45 Jahre alt, 5 483 über 45 Jahre alt. Unter den über 14 Jahre alten Einwanderern waren Analphabeten 18 763. nur lesen, aber nicht schreiben konnten 505. Von den Einwanderern, die als Haupt einer Familie oder als Alleinstehende einwanderten, besaßen 6088 mehr als 50 Dollars, 46 761 weniger als 50 Dollars. Die gesamte den Binwanderungskommissaren seitens der jüdischen Einwanderer vorgezeigte Summe betrug 1 601 848 Dollars, d. h. etwa 15 Dollars pro Kopf. Nach dem Herkunftslande geordnet, kamen 77 544 Juden aus Rußland und Finiand, 20 211 „ „ Oestreich-Ungarn, 6 448 „ * Rumänien, 2 035 „ „ anderen Ländern. Dem Berufe nach waren 16 426 Schneider, 4 078 Zimmerleute, 1401 Fleischer, 1173 Bäcker, 1 970 Maler und Glaser, 2 468 Näherinnen, 2 763 Schuhmacher, 14 830 andere Handwerker und gelernte Arbeiter, 8 371 ungelernte Arbeiter. 3 464 Händler und Kaufleute, ö 292 für Dienstleistungen verschiedener Art, 843 Angehörige der höheren und freien Berufe (Lehrer, Musiker, Schauspieler, Aerzte, Techniker), 672 in sonstigen Berufen, 38 485 ohne Beruf (hauptsächl. Ehefrauen u.Kinder). Die Zahl der jüdischen Einwanderer hat im Jahre 1903/19Ü4 eine bisher noch nicht dagewesene Höhe erreicht; sie betrug im Jahre 1898/1899 37 415 1899/1900 60 764 1900/1901 58 098 Die starke Steigerung ist fast ausschliesslich durch die vermehrte Zahl der aus Rußland kommenden jüdischen Einwanderer verursacht. Unter dengesamten of Immigration to the Secretary of Commerce andLabor for the Fiscal Year ending June 30, 1904. Washington 1904.) 1901/1902 57 68S 1902/1903 76 203 1903 1904 106 236 au Oestaus ans anderen ms Rußland reicli-ü; garn Rumänien Ländern 24275 11 071 1343 726 37 011 16 920 6183 650 37 660 13 006 6 827 605 37 S46 12 848 6 589 405 47 689 18 759 8 562 1 193 77 544 20 211 6 446 2 035 1898/1899 1899/1900 1900/1901 1901/1902 1902 1903 1903/1904 (Annual Report of the Commission er-General Indien. Die Juden inBritisch=Indien ::r~ zählten nach der Volkszählung von 1881 12 009 Köpfe * 1891 17 194 „ n * . . 1901 18 226 , Sie zerfallen in 2 Hauptgruppen, einerseits in diejenigen, welche in neuerer Zeit kommerzieller Zwecke halber nach Indien gekommen sind, und andererseits in die beiden alten Kolonien an der Malabarktiste, von denen eine im Staate Cochin und die andere in Kolaba in der Präsidentschaft Bombay sich befindet. Die Juden von Kolaba, die sich Beni-lsrael nennen, sollen sich nach der Ansicht von Enthoven im 15. Jahrhundert daselbst niedergelassen haben, während andere der Meinung sind, daß sie schon in einer viel früheren Zeit dahin gekommen sind. Inbezug auf die Kolonie in Cochin ist das letztere kaum zweifelhaft, denn diese Kolonie ist, selbst wenn ihre eigene üebeiiieferung nicht als ganz zuverlässig gelten seilte, mindestens 1200 Jahre alt. Ein interessanter Bericht über die Juden in Cochin und ihre Geschichte befindet sich in dem Buche von Schmidt: „Reise nach Süd-Indien" (Leipig 1894). Danach scheinen die weißen Juden in Cochin eine Tradition zu haben, daß sie von einer Gemeinschaft abstammen, die sich nach der Zerstörung des zweiten Tempels ostwärts wrandte. Sie besitzen eine in Kupfer gravierte Privilegientafel, welche sie auf das Jahr 379 datieren, die aber nach BurnelFs Ansicht frühestens aus dem Jahre 774 stammt. Ihr Rabbi hat eine „Geschichte", von der ein Auszug in Sehmidt's Buche wiedergegeben ist. Es scheint kein Zweifel zu sein, daß die Juden schon im 8. Jahrhundert an der Malabarküste waren, und im 10. Jahrhundert erwähnen arabische Reisende Juden auf Ceylon. Ihr Hauptquartier war Kraganor, als die Portugiesen hier saßen, aber sie wurden von den letzteren allmählich so bedrückt, daß sie nach Cochin auswanderten. Beide Judenkolonieen sind geteilt in 2 Gruppen, die weißen uud die schwarzen Juden, von denen die ersteren mit den letzteren weder zusammen essen, nooh heiraten, noch sonst verkehren. Trotz ihres langen Aufenthalts in den Tropen sind die weißen Juden, weiche von Zeit zu Zeit durch neue Einwanderer verstärkt werden, nach Sehmidt's Meinung von ihren Glaubensgenossen in Europa garnicht unterschieden, während die schwarzen Juden in Farbe und Physiogonomie unverkennbar die Spuren einer Rassenmischung zeigen. Sie selbst behaupten von sehr frühen Ansiedlern abzustammen, während sich ihr Ursprung nach Behauptung der weißen Juden von Personen ableitet, die in alter Zeit zum Judentum übergetreten sind und durch Geschlechtsverkehr zwischen ihren Frauen und jüdischen Männern etwas jüdisches Blut in ihren Adern haben. Wie dem auch sei, sicher ist, daß sie jetzt gegenüber den weißen Juden eine inferiore Stellung eineinnehmen. — (Census of India 1901, Vol. I, Part. I, S. 377 ff. Calcutta 1903). Redaktion: Dr. Arthur Euppin. — Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. — Druck vou R. Boll, Berlin.

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